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Der Werber-Rat Endlich Winterpause!

Die Bundesliga geht buchstäblich am Stock: 77 Verletzte zählen mittlerweile die Vereine drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde. Doch fraglich ist: Sind wirklich die vielen Spiele schuld an der Verletzungsmisere?
12.12.2014 - 15:04 Uhr Kommentieren
Ein Spieler bei Bayern München kommt auf mehr als 60 Pflichtspieleinsätze pro Saison. Verletzten sich deshalb viele Spieler wie Philipp Lahm? Quelle: Reuters

Ein Spieler bei Bayern München kommt auf mehr als 60 Pflichtspieleinsätze pro Saison. Verletzten sich deshalb viele Spieler wie Philipp Lahm?

(Foto: Reuters)

Erst die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, dann die neue Saison mit Liga, Pokal, Champions und Europa League. Dazu noch Freundschafts-Länderspiele, serviert in „englischen Wochen“. Auf diese Weise kommt ein Nationalspieler bei Bayern München auf mehr als 60 Pflichtspieleinsätze pro Saison.

„Zu viel“, mahnen die Vereinsvertreter und prognostizieren eine weitere Zunahme von Verletzungen. Sie hinterfragen damit die Sinnhaftigkeit einzelner Länderspiele. Aus Spielerkreisen hört man dies jedoch eher selten. Auch zu meiner aktiven Zeit spielte ich viel lieber, als zu trainieren. Wenn Thomas Müller sagt, ein Qualifikationsspiel gegen Gibraltar sei „überflüssig“, so würde ich diese Aussage eher auf den sportlichen Wert beziehen – und nicht auf Müllers Erschöpfungszustand.

Der Blick in die anderen Ligen zeigt: Die Anzahl der Spiele kann nicht die Kennziffer sein. Die Premier League besteht aus 20 Mannschaften, hat zwei Pokalwettbewerbe und verzichtet auf eine Pause im Winter. So ist der „Boxing Day“ ein Highlight am ersten Weihnachtstag. Ähnliche Bedingungen gibt es in der spanischen Primera División. Die Bundesliga besteht aus weniger Mannschaften, hat dafür im Winter und Sommer lange Pausen. Fakt ist: Es gibt keinen Kausalzusammenhang zwischen der Zahl der Spiele und der deutschen Verletzungsmisere.

Jeder ist sich selbst der Nächste. Das heißt: Bei der Notwendigkeit der Spiele wird mit zweierlei Maß gemessen. Länderspiele sind Gift, während die Promotion-Reisen in die USA während der Saison- und Wintervorbereitung ihre Daseinsberechtigung haben. Auch auf die Champions League will selbstredend niemand verzichten. Natürlich geht es um Einnahmen, um den Ausfall von Stars und Versicherungsfragen zwischen Klubs und Verbänden, aber hier werden bewusst Sachverhalte verdreht.

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    Problematisch ist: Die Kritik der Verantwortlichen im Vorfeld der vermeintlich unnötigen Länderspiele führt zu einer verfälschten Wahrnehmung beim Konsumenten. Und: Die Spiele verlieren dadurch an Stellenwert. Vielleicht nutzen die Beteiligten die besinnlichen (weil spielfreien) Wochen bis zum Beginn der Rückrunde, um nach den wirklichen Ursachen der Verletzungen zu forschen – und über ganzheitliche Kommunikationsstrategien nachzudenken.

    Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports. Er ist einer von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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