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Der Werber-Rat Fragwürdiges Eigen-Investment

Ex-Minister Daniel Bahr geht zur Allianz. Er ist nicht der einzige Politiker, der die Seiten wechselt. Das ist problematisch - Parteien und deren führende Köpfe brauchen Glaubwürdigkeit.
06.10.2014 - 08:09 Uhr 1 Kommentar
Daniel Bahr (FDP) wechselt zur Allianz: Politikern und Unternehmen dürfte diese Art von Personalpolitik mehr schaden als nutzen. Quelle: dpa

Daniel Bahr (FDP) wechselt zur Allianz: Politikern und Unternehmen dürfte diese Art von Personalpolitik mehr schaden als nutzen.

(Foto: dpa)

Es war ein wenig so wie früher: Die FDP hatte es in der vergangenen Woche mal wieder in die Schlagzeilen geschafft. Ganz so, als ob die Freidemokraten noch die bundespolitische Agenda mitbestimmen könnten. Daniel Bahr, Ex-Gesundheitsminister und FDP-Mitglied, wird als Manager bei der Krankenversicherung der Allianz arbeiten. Und das schlug kräftig Wellen.

Weil erneut ein (Ex)-Politiker sozusagen vom Kabinettstisch an den Vorstandstisch wechselt und sich erneut der Verdacht aufdrängt, dass da einer nach dem Ausstieg aus der Politik mit einem lukrativen Posten belohnt wird. Etwa, weil er in seiner Zeit als Minister oder Entscheider Gutes getan hat für ein Unternehmen oder für eine Branche? Lobbyismus lautet der nachvollziehbare Vorwurf.

Natürlich ist Daniel Bahr nicht der Erste, der seinen Marktwert als Politiker erst ausbaut und dann versucht, diesen Marktwert in der Wirtschaft zu attraktiven Konditionen einzulösen. Es geht über alle Parteien hinweg: CDU-Mann und Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla wechselt zur Deutschen Bahn.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany.

Der einstige CDU-Ministerpräsident Roland Koch versuchte sich, wenn auch erfolglos, als Chef von Bilfinger. FDP-Mann und Ex-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel wechselt zum Rüstungskonzern Rheinmetall. Und der Sozialdemokrat Gerhard Schröder ist sogar als Altbundeskanzler zum Gas-Lobbyisten geworden.

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    Ich halte diese Wechsel für ziemlich problematisch. Parteien und deren führende Köpfe sind eben auch Marken. Wollen sie erfolgreich sein, dann müssen sie sich beständig aufladen mit Glaubwürdigkeit, Identität, Orientierung.

    Sehen aber die Parteimitglieder und die Wähler, dass wichtige Protagonisten ihren Politjob vorzugsweise als Investment für ihre eigene goldene Zukunft instrumentalisieren, dann steigt die Politikverdrossenheit. Das wiederum schadet der Demokratie.

    Aber auch den Unternehmen dürfte diese Art von Personalpolitik mehr schaden als nutzen. Die Kunden achten immer stärker auf die Corporate Governance, auf eine gute und transparente Unternehmensführung. Da passt es doch einfach nicht, dass erfolgreiche Konzerne abgewählte oder gescheiterte Politiker in ihre Führungsgremien holen.

    Die Autorin:
    Marianne Heiß ist Finanzchefin der Agentur BBDO Germany. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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    1 Kommentar zu "Der Werber-Rat: Fragwürdiges Eigen-Investment"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der EX-Gesundheitsminister geht zur Privaten Krankenversicherung. Letztendlich interessiert es die nicht wirklich was "das gemeine Volk" darüber denkt; hauptsache der monatliche Gehaltsscheck stimmt.

      Also kommen wir wieder einmal zum Ergebnis: wie immer.

      Der Pofolla macht hoffentlich Spachunterricht; als Vorstandsmitglied würde man bei den Sitzungen wahrscheinlich "`n Fön" bei der nasalen Stimme kriegen.

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