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Der Werber-Rat Freundliche Übernahme

Wird das Internet seine Kultur der Oberflächlichkeit überwinden und glaubwürdigen Journalismus lernen? Der Verkauf der „Washington Post“ an Amazon-Gründer Bezos könnte ein Anfang sein.
16.08.2013 - 15:45 Uhr 3 Kommentare
Amazon Gründer Jeff Bezos hat die „Washington Post“ gekauft. Durch das frische Geld bekommt das Blatt eine neue Chance, findet unser Kolumnist. Quelle: AFP

Amazon Gründer Jeff Bezos hat die „Washington Post“ gekauft. Durch das frische Geld bekommt das Blatt eine neue Chance, findet unser Kolumnist.

(Foto: AFP)

Wie war das noch? In der Spätantike überrannten junge Völker aus dem Norden das als unbesiegbar geltende Römische Imperium. Sie hatten wenig Respekt. Sie stellten ihre Gäule in die Tempel. Die Senatoren nannten sie Vandalen und verstanden die Welt nicht mehr.

Wer soll nun das verstehen! Jeff Bezos, Erfinder des Onlinehändlers Amazon, kauft die „Washington Post“ für 250 Millionen Dollar. Das Traditionsblatt, seit 80 Jahren im Familienregime der Grahams, mit unzähligen Trophäen an der Wand, ist plötzlich persönlicher Besitz eines jungen Unternehmers. Wirtschaftsgeschichte hat er schon gemacht. Nun schreibt er Geschichte.

Eine Anwandlung patriotischen Mitleids? Unternehmerischer Überschwang? Oder gar Hohn?

Wohl kaum wird es die Lust eines Neureichen sein, sich durch Zukauf einer „Comtesse“ zu adeln. Dann schon eher die Sehnsucht nach Erhöhung. Schließich renommiert mancher Blogger vor seinen Freunden damit, dass sein virtueller Artikel in der analogen Zeitung beachtet wurde.

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    Autor Bodo Hombach ist Jurymitglied für die Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises und Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

    Autor Bodo Hombach ist Jurymitglied für die Verleihung des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises und Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

    Sich verbreitendes Naserümpfen von Kulturpessimisten jedenfalls ist altes Lagerdenken, das die Jungen allenfalls ignorieren. Bekommt doch die gute alte „Post“ durch die Flutung mit frischem Geld eine neue Chance, die Gegenwart zu erreichen.

    Muss man aus einer anderen Tradition kommen, um neue Modelle und Möglichkeiten der Produktion und Verteilung von Qualitätsjournalismus zu erkennen? Was als feindliche Übernahme erscheint, wird sich als freundliche erweisen, wenn das Netz glaubwürdigen, recherchierenden Journalismus lernt und nicht eiliges Abschreiben von einem Bildschirm zum anderen praktiziert.

    Zeitungen, die nicht aufrecht untergehen wollen, bieten längst schon digitale Versionen fürs Tablet an. Letztlich kommt es auf den Inhalt an und auf die Bereitschaft der Konsumenten, sich eine verlässliche Beschreibung der Welt etwas kosten zu lassen. Nicht das Bewährte, sondern das Neue muss zeigen, was es besser macht. Eine Verbindung aus beidem ist gut, wenn Unternehmergeist die Medien wiederentdeckt.

    Wir stehen vor einem historischen Experiment mit unveränderlichem Kennzeichen: dem Ende der bisherigen Normalität.

    Der Autor:

    Bodo Hombach ist Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik.

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    3 Kommentare zu "Der Werber-Rat: Freundliche Übernahme"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zitat:"Was als feindliche Übernahme erscheint, wird sich als freundliche erweisen, wenn das Netz glaubwürdigen, recherchierenden Journalismus lernt und nicht eiliges Abschreiben von einem Bildschirm zum anderen praktiziert."

      Es gibt glaubwürdigen Journalismus. Je nachdem, wer den recherchierten Journalismus der heutigen (Massen-)Medien den Glauben schenkt. Während sich Deutschland über abgeschriebene Doktorarbeiten echauffiert, schreiben die großen Medien reihenweise voneinander ab. Auch Copy & Paste genannt. Und das ohne Angabe der so genannten Nachrichtenquelle.

      Nicht mehr nur das Medium (Zeitung) selbst bestimmt den Inhalt, sondern auch die Presseagentur. Die Götter sind Auflage und Werbeeinnahmen. Kritische Artikel fallen leichter unter den Teppich, um Werbeeinnahmen nicht zu gefährden.

      Als recherchierter Artikel getarnt, wird der Leser mit Werbebotschaften bombardiert. Einstige Institutionen, egal ob im Printbereich oder im TV verkommen zur Muppet Show.

      Der wiederholte Wiederholungseffekt ist die Gehirnwäsche.

      Und dies nicht unerkannt unter den Augen des deutschen Michel.

      In den letzten Jahren hat sich investigativer Journalismus entwickelt, vor allen Dingen im Internet. Anfangs diffamiert und belächelt. Doch da die Leser den Massen-Medien davon laufen, weil sie der Gleichmachung der Presse überdrüssig sind, wird (in diesem Fall) ein Besitzer eines Online-Kaufhauses als Heilsbringer gefeiert.

      Vergessen natürlich, dass auf der einen Seite dieser benannte Konzern vom Gesetz her dazu verpflichtet ist Kundendaten weiter geben zu müssen. Nicht schlimm, dass der Privatmann eine der investigativen Säulen des amerikanischen Medienmarktes gekauft hat. Natürlich kommt man auch hier seiner "Arbeit" nach.

      Ein Schelm wer sich Böses dabei denkt.

    • Seit wann gibt es glaubwürdigen Journalismus?

      Kann es eine unabhängige Presse geben, in einer Welt die von Geld regiert wird?

      Wir leben in einer globalen Welt mit offenen Märkten in der man für Geld alles kaufen kann! ( Auch Reuter, DPA, HB, etc. ... )

      Die deutsche Presse wird nicht von Deutschen kontrolliert!
      Die griechische Presse nicht von Griechen!
      Die spanische Presse nicht von Spaniern!

      und so weiter...

      Welche Macht haben die Medien bzw. Medienmacher in unserer Gesellschaft?

      Wer steht hinter den gleichgeschalteten Systemmedien?

      Die Antwort finden Sie im "Schuldgeldsystem" der internationalen Bankster!!!

      Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" suchen.

    • Wird der Journalismus seine Oberflächlichkeit (und Systemlastigkeit) aufgeben und glaubhaften Journalismus lernen?
      Enthüllen statt Verhüllen?

      Oder muß "das Internet" das erledigen?

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