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Der Werber-Rat Heiß ersehnte Socken

In Zukunft werden wir häufiger Markenkommunikation als Service erleben: Werbung, die nicht nur einen Nutzen kommuniziert, sondern selbst einen Nutzen hat. Klingt verrückt, ist es auch – aber wahr.
30.12.2015 - 19:34 Uhr
Netflix hat Socken vorgestellt, die die Serie automatisch anhalten, sobald der Seriengucker einschläft. Quelle: dpa
Socken auf einer Wäscheleine

Netflix hat Socken vorgestellt, die die Serie automatisch anhalten, sobald der Seriengucker einschläft.

(Foto: dpa)

Eine rechts, eine links, eine fallen lassen. Wenn es so klingt, drohte wieder mal ein „weiches“ Päckchen zu Weihnachten, mit selbst gestricktem Inhalt. Aber während das für mich als Kind die Höchststrafe war - weil Wünsche wie Lego, Luftgewehr oder Abenteuerroman nun mal „Hardware“ sind - sind sie von manchen heute heiß ersehnt. Natürlich entsprechend aufgemotzt und für die Generation Smombie kompatibel gemacht, Socken 2.0 sozusagen.

Solche hat jedenfalls der US-Filmstreamingdienst Netflix kurz vor Weihnachten vorgestellt: „Smart Socks“, mit kleinen elektronischen Bauteilen, die zwar keinen schlanken Fuß mehr machen, dafür aber den schlüpfrigen Traum vieler Serien-Fans wahr werden lassen. Damit wird nun endlich möglich, was fast so lange unlösbar schien wie Fermats letzter Satz in der Mathematik: Seriensüchtige können ohne Angst vor verpassten Höhepunkten Koma-Glotzen, weil ihre Socken darüber wachen, dass sie nicht einschlafen. Und für den Fall, dass sie es eben doch tun, drücken die Socken quasi die Pause-Taste und halten die laufende Netflix-Serie an - bis der Sockenträger signalisiert, dass er wieder aufnahmefähig ist!

Torben Bo Hansen ist Mitinhaber der Agentur Philipp und Keuntje.
Der Autor

Torben Bo Hansen ist Mitinhaber der Agentur Philipp und Keuntje.

Klingt verrückt, ist es auch - aber wahr. Obwohl bereits Nachbau-Tutorials in einschlägigen Netzwerken kursieren, werden die Fußverschönerer wohl kein kommerzieller Erfolg. Dafür sind sie aber auch nicht gedacht. Sie sind ein Beispiel für gute Kommunikation und im besten Sinne Werbung für den Absender. Zeigen sie doch, wie gut Netflix seine Dauer-Seher und deren Probleme versteht.

In Zukunft werden wir häufiger Markenkommunikation als Service erleben: Werbung, die nicht nur einen Nutzen kommuniziert, sondern selbst einen Nutzen hat und damit automatisch relevant ist. Ich fange schon mal an, Stricken zu lernen - man weiß ja nie, wofür es gut ist.

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    Der Autor: Torben Bo Hansen ist Mitinhaber der Agentur Philipp und Keuntje.

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