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Der Werber-Rat Love-Buzz statt Shitstorm

Shitstorms haben derzeit wieder Hochkonjunktur. Doch muss das sein? Wie wäre es den digitalen Raum für Kommunikation zu nutzen, die den Menschen positiv im Kopf bleibt? Ein Unternehmen hat sich das zur Aufgabe gemacht.
27.07.2015 - 21:01 Uhr Kommentieren
Kritik im Netz gibt es derzeit oft. Doch das Prinzip Shitstorm nutzt sich immer mehr ab. Quelle: dpa
Weniger Shitstorms, mehr Love-Buzz

Kritik im Netz gibt es derzeit oft. Doch das Prinzip Shitstorm nutzt sich immer mehr ab.

(Foto: dpa)

Dieter Nuhr, Angela Merkel oder Til Schweiger: Shitstorms haben derzeit wieder Hochkonjunktur. Die Lust der Deutschen an der Empörung ist groß, digitale Netzwerke beschleunigen die Verbreitung. Medien greifen selektiv Geschichten auf und verstärken den digitalen Shitstorm erst richtig. Auch Marken mussten kräftig einstecken.

Jetzt trifft es immer öfter auch Promis oder Politiker. Ich habe mehrere Kollegen gefragt, an welchen Marken-Shitstorm sie sich noch ganz spontan erinnern können. Bis auf den gescheiterten Boykott-Aufruf gegen Nutella kam nicht viel dabei heraus – oder die Marken und das Ereignis wurden verwechselt. Das liegt vielleicht daran, dass die meisten Unternehmen gut ausgestattet sind mit Krisen-PR, Alarmplänen und Zitaten für jede Situation.

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.
Franziska von Lewinski

Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt.

Oder daran, dass sich das Prinzip Shitstorm abnutzt. Shitstorms gegen Unternehmen sind für Medien uninteressanter geworden, solange sie nicht einen wirklich großen Skandal zum Thema haben.

Eine Studie der Macromedia Fachhochschule des vergangenen Jahres kommt sogar zu dem Ergebnis, dass Unternehmen von Shitstorms keine nachhaltigen wirtschaftlichen Schäden befürchten müssen. Wäre es also nicht viel besser, den digitalen Raum für Kommunikation zu nutzen, die den Menschen positiv im Kopf haften bleibt, statt immer über Shitstorms zu räsonieren?

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    Nehmen wir die großartige Kampagne „Like a Girl“ des Bindenherstellers Always. Das Produkt: schwierig. Die Kommunikation: großartig. Warum? Weil sich hier eine Marke getraut hat, Teil einer Diskussion eines in der Zielgruppe wichtigen Themas zu werden. „Wie ein Mädchen“ – diese Beleidigung greift die Kampagne auf und lässt junge Menschen darüber zu Wort kommen, was sie dazu denken. Die Resonanz: Cannes-Löwen und unzählige Medienberichte. Ich wünsche mir mehr von diesem Love-Buzz und weniger Shitstorms.

    Die Autorin: Franziska von Lewinski ist Vorstand der Agentur Fischer-Appelt. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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