Der Werber-Rat Schweini – der perfekte Exit

Mit Bastian Schweinsteiger verlässt eine große Identifikationsfigur die Bundesliga. Sein Wechsel zu Manchester United ist der logische Schritt in Schweinsteigers Entwicklung und bietet viele neue Vermarktungschancen.
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Mit seinem Wechsel zu Manchester United hat Bastian Schweinsteiger den Schritt zur Weltmarke gemacht. Quelle: ap
Bastian Schweinsteiger

Mit seinem Wechsel zu Manchester United hat Bastian Schweinsteiger den Schritt zur Weltmarke gemacht.

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Es ist der Sommer der großen Abschiede. Mit Bastian Schweinsteiger, Xavi, Iker Casillas und Steven Gerrard verlassen große Identifikationsfiguren ihre Vereine, für die sie zusammen 93 Jahre auf dem Platz standen. Während Casillas, Xavi und Gerrard zum Karriereende den Ausklang in Portugal, Katar und den USA wählten, sucht Schweinsteiger eine neue Herausforderung bei Manchester United. Bei Bayern hinterlässt er mehr als eine sportliche Lücke.

Der Spieler mit der Nummer 31 wird Bayern als Leader auf und neben dem Platz fehlen, vor allem aber als Gesicht der Marke Bayern München. Denn: Ohne eine der stärksten Persönlichkeitsmarken wird Bayern ohne Schweinsteiger ein anderer Verein. Ein schmerzhafter Schritt, der auch Chancen birgt.

„Basti ist jetzt schon eine Ikone“
Joachim Löw (Bundestrainer)
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„Basti ist ein absoluter Leader und Weltklassespieler, der jeder Mannschaft seinen Stempel aufdrücken kann, selbstverständlich auch Manchester United. Er kennt Louis van Gaal, der ihn unbedingt haben wollte, das sind gute Voraussetzungen. Ich bin davon überzeugt, dass der neue Reiz der Premier League Basti gut tun wird, ich weiß von ihm, dass er noch große Ambitionen und Ziele hat. Er wird sich der neuen Herausforderung in England so stellen, wie wir ihn kennen: mit Hingabe und hoch motiviert. Ich verspreche mir davon bei ihm auch einen weiteren Schub und Ansporn, auch in Hinblick auf die Europameisterschaft in Frankreich, bei der wir auf ihn setzen und er die Nationalmannschaft anführen soll. Für den FC Bayern und die Bundesliga ist sein Weggang ohne Frage ein Verlust.“

Oliver Bierhoff (Nationalmannschaftsmanager)
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„Ich kann gut verstehen, dass Basti seiner großartigen Karriere auch noch ein Kapitel in der Premier League hinzufügen möchte. Manchester United ist wie der FC Bayern ein Weltklub. Die Engländer können sich auf ihn freuen, einer wie Basti, der von seiner Leidenschaft lebt, wird sich dort schnell einfügen. Ich sehe eine Auslandserfahrung grundsätzlich immer positiv, der Blick über den Tellerrand bringt einen immer voran, nicht nur als Sportler, sondern auch als Persönlichkeit. Dass Basti noch einmal einen solchen Schritt macht, zeugt von seinem großen Antrieb, noch viel erreichen zu wollen.“

Karl-Heinz Rummenigge
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„Wir haben uns in großer Freundschaft verabschiedet. Wir haben versucht, ihn zu überzeugen, bei Bayern München zu bleiben, aber er möchte einfach am Ende seiner Karriere noch einmal was Neues machen. Die neue Aufgabe wird ihm gut tun – auf und außerhalb des Platzes. Und davon wird auch die Nationalmannschaft profitieren. Dass er vor dem Trainer geflüchtet ist, kann man total vergessen. Bastian ist ein wunderbarer Mensch. Wenn er Lust hat, beim FC Bayern eine zweite Karriere zu starten, steht die Tür für ihn auf.“

Matthias Sammer (Sportdirektor Bayern München)
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„Bastian ist jetzt schon eine Ikone. Aber wir haben in Qualität und Quantität eine hervorragende Mannschaft mit einer sehr guten und gesunden Altersstruktur. Wir werden uns in aller Ruhe überlegen: Ist noch etwas zu tun? Basti ist nicht 1:1 zu ersetzen in seiner Persönlichkeit, aber wir haben eine sehr gute Struktur und Mischung. Ich habe nicht den Eindruck, dass wir (auf dem Transfermarkt, d. Red.) noch einmal etwas Außergewöhnliches machen müssen.“

Für Schweinsteiger war es der logische Schritt hin zur Weltmarke. Nicht nur auf dem Feld hat er sich in seiner Positionsausübung und Spielweise extrem verändert, auch daneben hat er eine bewusste Entwicklung durchgemacht. Aus „Schweini“ ist ein „emotionaler Leader“ geworden. Auch die Beziehung zu Tennis-Star Ana Ivanovic und die Inszenierung des „Beats by Dre“-Spots machen deutlich: Eine Ära endet, eine neue fängt an.

Ein Gewinn für viele: Mit dem Wechsel entstehen an vielen Fronten neue Vermarktungschancen. Dass sich sein Wechsel für seine globale Vermarktung auszahlt, beweisen circa 700 Millionen Red-Devil-Fans. Viele davon im asiatischen Raum - ein Segment, das die Bundesliga kaum bespielen kann.

ManU hingegen schnappt sich eine der stärksten deutschen Marken plus Gefolgschaft. Ein strategischer Schachzug, der in Social-Media-Zeiten neue Dynamiken entfalten kann. Auch sein Schuhausrüster kann sich freuen: Ab der nächsten Saison spielt Manchester in Adidas. Ob Katar, USA oder ManU: Besser lässt sich ein Exit nicht verkaufen.

Der Autor: Christoph Metzelder ist Mitinhaber der Agentur Jung von Matt/Sports.

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