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Der Werber-Rat So geht Storytelling

Storytelling ist eines der Schlagwörter des Marketings. Wie man das richtig macht, zeigt uns eine mehr als 2.000 Jahre alte Geschichte.
18.12.2014 - 20:44 Uhr Kommentieren
Die Weihnachtsgeschichte zeigt, wie gutes Storytelling geht. Quelle: dpa

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, wie gutes Storytelling geht.

(Foto: dpa)

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Zeit, mal eine besinnliche Kolumne zu schreiben. Eine, die vom Duft frischer Vanillekipferl durchzogen ist und ein bisschen nach einem mit Zimtstangen und Nelken gewürzten, nicht zu süßen Glühwein schmeckt. Eine, die wohlwollend, aber auch kritisch zurückblickt auf das, was in der Welt der Kommunikation so los war. Aber das haben Sie sicher schon woanders gelesen.

Wenn ich an Weihnachten denke, dann denke ich auch an die Kraft des Geschichtenerzählens. Auf Neudeutsch heißt das „Storytelling“. Also das, was man als Marke heute können muss, um überhaupt noch das Interesse der Konsumenten zu wecken. Die Weihnachtsgeschichte ist perfektes Storytelling. Eine Geschichte, die seit mehr als 2.000 Jahren weitererzählt wird und für ganz viele Menschen auf der Welt echte Relevanz besitzt.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Britta Poetzsch ist Global Creative Director der Agentur Ogilvy.

Was für eine unglaubliche Geschichte! Da bekommt eine junge Frau per Engel mitgeteilt, dass sie den Sohn Gottes erwartet, der die Menschheit retten soll. Sie macht sich mit ihrem Mann Josef kurz vor der Geburt wegen einer Volkszählung auf den Weg nach Bethlehem und bringt das Kind in einem Stall zur Welt. Als Erstes erfahren - wieder per Engel - Hirten davon und besuchen die Familie. Tief im Osten sehen weise Männer einen merkwürdigen Stern und deuten ihn als ein Zeichen, dass ein König geboren wurde. Auch sie machen sich auf den Weg, um Geschenke zu bringen.

Herodes, König des Landes, wertet das als ganz schlechte Nachricht. Ein Konkurrent wurde geboren? Er befiehlt den Kindermord von Bethlehem. Maria und Josef und das Neugeborene entkommen. Hört sich an wie ein Hollywoodplot. Alles drin: Liebe, Übersinnliches, Ablehnung, Eifersucht, Hass, Verehrung, Roadmovie-Elemente und zumindest zunächst einmal ein Happy End.

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    Ob man diese Geschichte glaubt, hängt davon ab, ob man grundsätzlich glaubt. Das Faszinierende an ihr ist, dass sie so viele bewegt. Und sei es nur dazu, einmal im Jahr in die Kirche zu gehen. Für manche sind diese Geschichte und das Fest dazu nur ein Konsumanlass. Oder Grund, eine Party mit der Firma zu feiern. Oder Gelegenheit, sich Zeit zu nehmen für die, die man liebt. Frohes Fest Ihnen allen!

    Die Autorin: Britta Poetzsch ist Head of Lifestyle der Agenturgruppe Serviceplan. Sie ist eine von sechs Kolumnisten, die an dieser Stelle im täglichen Wechsel über Kommunikation schreiben.

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