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Wirtschaftsprüfer Britische Wettbewerbshüter wollen Oligopol der „Big Four“ aufbrechen

Die britischen Aufseher verlangen von Deloitte, PwC, EY und KPMG, Beratung und Prüfung zu trennen. Der erste Konzern kündigt Widerstand an.
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Prüfung und Beratung sollten laut britischen Behörden getrennt sein. Quelle: Getty Images; Per-Anders Pettersson
PwC-Niederlassung in London

Prüfung und Beratung sollten laut britischen Behörden getrennt sein.

(Foto: Getty Images; Per-Anders Pettersson)

LondonNach einer Reihe von Bilanzprüfungsskandalen wollen die britischen Aufseher durchgreifen: Die vier großen Wirtschaftsprüfer , die „Big Four“ Deloitte, PwC, EY und KPMG, sollen die Wirtschaftsprüfung und das Beratungsgeschäft operativ trennen.

Die beiden Geschäftsbereiche sollen künftig von separaten Boards und Vorständen geführt werden, mit separaten Bilanzen und Bonus-Pools. So sollen Interessenskonflikte vermieden werden. Das empfiehlt die Wettbewerbsaufsicht CMA in ihrem am Donnerstag vorgelegten Abschlussbericht.

Die Behörde hatte vergangenes Jahr eine Untersuchung der Wirtschaftsprüfer gestartet, nachdem eine Reihe von Firmen mit frisierten Bilanzen pleite gegangen waren, darunter Carillion und BHS. Ein Viertel aller Bilanzen britischer Unternehmen werde nicht ordentlich geprüft, sagte der Chef der Wettbewerbsaufsicht, Andrew Tyrie. So könne es nicht weitergehen, jetzt brauche es Gesetze.

Die Unabhängigkeit der Wirtschaftsprüfer soll unter anderem dadurch sichergestellt werden, dass die Gewinne aus dem lukrativen Beratungsgeschäft nicht länger in den Taschen der Partner bei der Wirtschaftsprüfung landen.

Auch soll jede Firma, im britischen Index FTSE 350 gelistet ist, künftig zwei Wirtschaftsprüfer beschäftigen müssen. Nur einer davon darf eine Big-Four-Firma sein. So will die Wettbewerbsaufsicht das Oligopol der Big Four aufbrechen und kleinere Wettbewerber stärker ins Geschäft bringen.

Eine Ausnahme soll allerdings für die allergrößten Konzerne gelten, deren Bilanzen so komplex sind, dass kleine Wirtschaftsprüfer damit überfordert wären. Diese Gruppe, für die noch keine genauen Kriterien definiert wurden, dürfte auch in Zukunft die Domäne von Deloitte, PwC, EY und KPMG bleiben.

Die CMA schlägt zudem eine neue, schlagkräftigere Branchenaufsicht vor. Der bisher zuständige Financial Reporting Council (FRC) gilt als ineffizient und zu branchennah.

Zur Debatte stand auch die Zerschlagung der „Big Four“. Vor diesem Schritt schreckten die Wettbewerbshüter jedoch noch zurück. Tyrie betonte allerdings, dass eine Zerschlagung eine Option für die Zukunft bleibe, wenn sich die empfohlenen Maßnahmen als unzureichend erweisen sollten.

Die „Big Four“ kündigten umgehend Widerstand gegen die geplante Reform an. EY sprach sich dagegen aus, die beiden großen Geschäftsbereiche voneinander zu trennen. Dadurch werde sich die Qualität der Prüfungen verschlechtern, warnte die Firma. Ähnlich äußerte sich der Unternehmensverband CBI.

Es wird sich zeigen, ob sie die Reform noch verhindern können. Das Wirtschaftsministerium hat nun 90 Tage Zeit, zu dem CMA-Bericht Stellung zu nehmen. Es müsste einen Gesetzesentwurf vorlegen, um die Empfehlungen umzusetzen.

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