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Zahlungsdienstleister KKR wird Mehrheitseigner bei Wirecard-Konkurrent Heidelpay

Der Finanzinvestor KKR hat die Mehrheit an Heidelpay erworben. Der Zahlungsdienstleister will jetzt durch Zukäufe weiter wachsen.
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KKR bezahlt offenbar 600 Millionen Euro für den Zahlungsdienstleister. Quelle: EyeEm/Getty Images
Heidelpay

KKR bezahlt offenbar 600 Millionen Euro für den Zahlungsdienstleister.

(Foto: EyeEm/Getty Images)

Frankfurt Anfang Mai hatte Mirko Hüllemann noch nach einem neuen Investor gesucht. Jetzt kann der Chef und Gründer des Zahlungsdienstleisters Heidelpay Vollzug melden: Der US-Finanzinvestor KKR steigt bei Heidelpay ein. „Wir haben uns für KKR entschieden, weil Heidelpay weitere Zukäufe stemmen und in Europa stark wachsen will. KKR wird daher Geld in Heidelpay investieren“, sagte Hüllemann dem Handelsblatt. „Wir haben auch schon Unternehmen, die Heidelpay übernehmen könnte, im Blick und führen Gespräche dazu.“

Nach Handelsblatt-Informationen bezahlt KKR 600 Millionen Euro für Heidelpay. Zuvor hatte die „Financial Times“ diesen Betrag genannt. Weder Heidelpay noch KKR wollten sich zum Kaufpreis äußern. Bislang hat der britische Finanzinvestor Anacap die Mehrheit an der 2003 gestarteten Firma gehalten, er ist aber weitaus kleiner als KKR. Künftig liegen knapp 70 Prozent der Anteile bei KRR, Hüllemann besitzt noch rund 30 Prozent, den kleinen Rest halten andere Heidelpay-Topmanager.

Der Einstieg von KKR bei Heidelpay zeigt, dass einzelne deutsche Finanz-Start-ups es auf hohe Bewertungen bringen. Er ist vor allem aber ein weiteres Zeichen dafür, dass Zahlungsdienstleister derzeit sehr gefragt sind – aber auch wachsen müssen, um zu überleben. Zu Heidelpays Wettbewerbern gehört unter anderem der Dax-Konzern Wirecard.

Ihr Geschäft boomt, weil Verbraucher weltweit immer weniger mit Bargeld bezahlen, wodurch die Volumina von Karten- und Onlinezahlungen rasant steigen. Gerade erst gab es eine Reihe milliardenschwerer Übernahmen, in erster Linie in den USA. Die Branche scheine auf so etwas wie eine „goldene Zeit“ zuzusteuern, schrieb die Beratungsfirma McKinsey kürzlich.

Dabei ist der Markt trotz des wachsenden Geschäfts schwer umkämpft. Zahlungsdienstleister erhalten nur einen kleinen Anteil der über sie abgewickelten Umsätze. Um Gewinne zu erzielen und genügend Mittel zu erwirtschaften, um in immer neue Technologien und Services für Händler zu investieren, ist ein großer Marktanteil wichtiger denn je.

Mehrere Spezialisten übernommen

Auch Heidelpay spürt den heftigen Konkurrenzkampf. Die Firma wolle weiterwachsen, „und das geht in einem Markt, der sich gerade konsolidiert, nur mithilfe von Zukäufen“, so Hüllemann im Mai. Mit Anacap im Rücken hatte Heidelpay bereits mehrere Spezialisten übernommen und zählt rund 30.000 Kunden, darunter den Elektronikhändler Alternate und Immobilienscout 24. Die Firma hat rund 400 Mitarbeiter.

Dennoch braucht Heidelpay mehr Rückendeckung, um sich auf Dauer gegen größere Wettbewerber wie den Börsenstar Adyen aus den Niederlanden, Nets, Equeens Wordline oder Wirecard durchzusetzen. Sie alle wickeln Zahlungen in Onlineshops und an der Ladenkasse ab. Viele Firmen aus der Branche bieten zunehmend Zusatzdienstleistungen an, Heidelpay beispielsweise Schutz vor Zahlungsausfällen und Betrugsversuchen.

KKR traut Heidelpay jedenfalls zu, es mit den ganz Großen der Branche aufzunehmen. „Wir sehen ein enormes Wachstumspotenzial sowohl organisch als auch durch Zukäufe in ganz Europa“, sagte KKR-Partner Daniel Knottenbelt.

Bislang macht Heidelpay den Großteil seines Umsatzes auf dem Heimatmarkt. Nun aber will die Firma in anderen europäischen Ländern zulegen – auch mithilfe der EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2, die das Bezahlen im Internet sicherer machen soll. Das wirkt sich besonders auf Kreditkartenzahlungen aus, für die Verbraucher ab Mitte September eine Sicherheitsnummer oder ein biometrisches Merkmal eingeben müssen.

Grob gesagt geht es darum, dass Heidelpay in Deutschland beliebte Zahlungsarten Händlern in anderen europäischen Ländern schmackhaft machen will. „Heidelpay will Onlinehändlern in ganz Europa besonders Zahlungen über Lastschrift, Raten- und Rechnungskauf anbieten. Heidelpay übernimmt dabei das Risiko, dass ein Verbraucher nicht oder verzögert zahlt“, erklärte Hüllemann. Auch dabei nutzt Heidelpay neue Regelungen der PSD2, etwa als sogenannter Kontoinformationsdienst.

Mehr: Lesen Sie hier, warum Zahlungsdienstleister aktuell so gefragt sind.

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