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Zusammenschluss Hering Schuppener schafft neue globale Kommunikationsberatung

Die deutsche Beratungsfirma fusioniert mit ihren Partnern Finsbury und Glover Park. CEO des neuen Kommunikationsriesen wird der bisherige Hering-Schuppener-Chef Alexander Geiser.
07.07.2020 - 12:39 Uhr Kommentieren
Der 44-Jährige wird die neue Beratungsgesellschaft führen. Quelle: Hering Schuppener
Alexander Geiser

Der 44-Jährige wird die neue Beratungsgesellschaft führen.

Düsseldorf Seit einem Jahr arbeiteten die Partner an dem Projekt, nun können sie Vollzug melden: Die deutsche Kommunikationsberatung Hering Schuppener fusioniert mit Finsbury aus London und der amerikanischen Beratung Glover Park Group. Es entsteht einer der führenden globalen Anbieter für strategische Kommunikation und Public Affairs.

Die Fusionspartner kooperieren schon seit drei Jahren, schließlich gehören alle drei mehrheitlich zum weltgrößten Werbe- und Mediendienstleister WPP. Unter dessen Dach schließen sie sich nun zu einem neuen Unternehmen zusammen, das Finsbury Glover Hering heißen wird. WPP wird daran nur etwas mehr als die Hälfte der Anteile halten, der Rest geht an die Partner der Einheit.

Als Chief Executive Officer wird der Deutsche Alexander Geiser die neue Beratungsgesellschaft führen. Der 44-Jährige ist bisher Chef von Hering Schuppener, die sich als deutscher Marktführer in der strategischen Kommunikationsberatung sieht.

Finsbury ist im angelsächsischen Raum stark vertreten und expandierte zuletzt vor allem in Asien. Glover Park versteht sich als Marktführer für Public Affairs in den USA, also in der Beratung von Kunden in der Zusammenarbeit mit dortigen Regierungsstellen und Behörden.

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Standort erkennen

    „Wir machen den richtigen Schritt zur richtigen Zeit“, erläuterte Geiser im Gespräch mit dem Handelsblatt. „Am Ende folgen wir der Realität und dem Bedarf der Kunden, die eine umfassende Beratung mit globaler Ausrichtung haben wollen.“ Für Finsbury Glover Hering werden rund 700 Experten weltweit tätig sein, der gemeinsame Umsatz wird bei etwa 200 Millionen Euro liegen.

    Globale Präsenz ist nötig

    Geiser sieht das Unternehmen als Markttreiber in einem wachsenden Geschäft. „Kommunikation mit allen Stakeholdern ist als Führungswerkzeug für Vorstände nicht mehr wegzudenken. Die Bedeutung hat sich gerade in der Coronakrise wieder gezeigt“, sagt er. Allerdings veränderten sich Ansprüche der Kunden und damit die gesamte Branche stark.

    Wie in anderen Segmenten des Beratungsmarktes ist auch in der Kommunikation internationale Präsenz gefragt. Viele kleinere deutsche Consultingfirmen, etwa aus der Managementberatung, haben in den vergangenen Jahren bei großen internationalen Anbietern angedockt. Nur so können sie mit Blick auf Präsenz, Mannschaftsstärke und lokales Wissen die globalen Projekte der Kunden begleiten.

    Das gilt auch für Kommunikationsspezialisten wie Hering Schuppener. Die Firma ist zum einen spezialisiert auf Kapitalmarktkommunikation: Sie begleitet Mandanten bei Zukäufen, Fusionen und Restrukturierungen. Daneben berät sie Kunden – oft sind es die CEOs direkt – bei Krisen-PR, in Reputationsfragen und in der politischen Kommunikation.

    Zu den großen Kunden der Deutschen gehören Bayer mit der Übernahme des US-Konzerns Monsanto, Volkswagen und die Deutsche Bank. Hering Schuppener beriet auch den US-Finanzinvestor KKR beim Einstieg beim Medienkonzern Axel Springer.

    Die Dienstleistungen der Kommunikationsberater müssen immer stärker internationalen Ansprüchen genügen. Darauf hatte Hering Schuppener 2016 mit der Kooperation der in London ansässigen Finsbury reagiert, ein Jahr später kam die Glover Park Group aus Washington dazu. Zu den großen Kunden der angelsächsischen Partner gehören Disney, Visa und der Softwarekonzern Adobe.

    Anspruch auf die Weltmarktführung

    Das fusionierte Unternehmen wird seinen Sitz in New York haben, Geiser wird die Geschäfte aber von Frankfurt aus steuern. Er will aber wie bisher schon viel unterwegs sein und neben der Arbeit beim Kunden jeden Monat mehrere Tage in den Büros in New York und London verbringen.

    Globale Projekte für die Kunden haben die drei Partner bisher schon gemeinsam gestemmt und hätten dies in einer losen Partnerschaft weiter tun können. Doch sie wollen sich mit der Fusion für den künftigen Wettbewerb rüsten. Geiser erwartet, dass sich die Branche weiter stark verändern wird.

    „Die strategische Kommunikationsberatung war lange Zeit von lokalen Boutiquen an einzelnen Standorten geprägt“, sagt er. Weil das Geschäft nun einen wachsenden globalen Anspruch bekomme, würden sich in den nächsten fünf Jahren zwei globale Marktführer in dem Sektor herausbilden, erwartet er.

    „Wir werden einer davon sein und wollen als Pioniere diesen Markt gestalten. Das können wir nur gemeinsam erreichen“, sagt Geiser. Zu den Hauptwettbewerbern des neuen Unternehmens zählen die Brunswick Group aus London und die amerikanische FTI Consulting.

    Der weltgrößte Kommunikationskonzern WPP hat als Mehrheitseigentümer aller drei Fusionspartner den Zusammenschluss maßgeblich mit vorangetrieben. WPP-Chef Mark Read wird im Verwaltungsrat der neuen Einheit sitzen, ebenso Finsbury-Gründer Roland Rudd und Glover-Gründer Carter Eskew, die Co-Chairmen des Boards werden.

    WPP wird aber nur noch 50,1 Prozent der Anteile halten. Den Rest des Kapitals bringen die Partner der drei Dienstleister in das Unternehmen ein. Finsbury Glover Hering soll sich unternehmerisch unabhängig entwickeln. „Wenn sich Situationen ergeben, in denen es sinnvoll ist, auch andere Ressourcen aus der WPP-Gruppe an Bord zu nehmen, dann können wir das machen“, sagt Geiser.

    Einen Clash der Kulturen fürchtet der künftige CEO der neuen Beratungsgesellschaft nicht. Oft scheuen Consultingfirmen Zusammenschlüsse, weil ihre Innenleben sehr verschieden sind und es in einem typischen „People’s Business“ sehr darauf ankommt, dass sich die meist mit großem Selbstbewusstsein ausgestatteten Führungskräfte untereinander verstehen. „Wir haben durch unsere seit dreieinhalb Jahren bestehende Zusammenarbeit Vertrauen und eine gemeinsame Kultur entwickelt“, sagt Geiser.

    Mehr: Die klassische Agentur hat ausgedient.

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