Mobiles Zahlen Samsung-Smartphone wird zur Visa-Kreditkarte

Samsung und Visa machen gemeinsame Sache: Im nächsten Galaxy-Smartphone der Südkoreaner wird die mobile Zahlungslösung des Kreditkartenkonzerns eingebaut. Damit könnte Samsung Konkurrent Apple ein Schnippchen schlagen.
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Visa-Produktchef Jim McCarthy: Visas Kartentechnik wird serienmäßig eingebaut. Quelle: AFP

Visa-Produktchef Jim McCarthy: Visas Kartentechnik wird serienmäßig eingebaut.

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San FranciscoDas nächste Samsung-Smartphone ist eine Visa-Kreditkarte. Die mobile Zahlungslösung des Kreditkartengiganten wird in allen künftigen Smartphones des Handy-Marktführers integriert sein. Das nächste Samsung Galaxy wird am 14. März in New York vorgestellt. Der Vorstoß ist eine echte Herausforderung für Google und besonders Apple. Dessen iPhone 5 hat den dafür erforderlichen NFC-Chip nicht integriert. Kommt er mit dem iPhone 5S? Oder geht Apple wieder einmal eigene Wege? Der Kampf ist entbrannt.

Mobiles Bezahlen gilt seit Jahren als Trend – und kommt seit Jahren nicht voran. Die am Montag im spanischen Barcelona unterzeichnete Vereinbarung zwischen einem der größten Kreditkartenanbieter der Welt und dem größten Hersteller von Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android könnte das ändern. Bereits in den aktuellen Samsung Galaxy-Modellen sind NFC-Chips verbaut.

Visas Kartentechnik wird serienmäßig nun in den sogenannten „sicheren“ Teil des Chips eingebaut, „sicher“, weil er nicht mehr veränder- oder überschreibbar ist. Die Software der Smartphones, die „Apps“, kommunizieren mit diesem sicheren Teil des Chips und veranlassen Zahlungen. Der Vorteil für Handel und Verbraucher: Die Smartphones sollen mit einem großen Teil der bereits weltweit existierenden Karten-Infrastruktur funktionieren.

Visa hat bereits Lesegeräte für NFC-bestückte Kreditkarten eingeführt und verrechnet damit laut dem Researchunternehmen Ovum für rund 13 Millionen Dollar Transaktionen pro Monat. Mit einem Schlag hätten Samsung-Käufer also tausende Akzeptanzstellen weltweit. Visa soll auch mit dem Zahlungssystem ISIS der großen Telekomanbieter AT&T, Verizon und T-Mobile funktionieren. Die Telekom-Giganten wollen verhindern, dass sich Web-Größen wie Google oder Apple zwischen sie und ihre Kunden drängen und den Rahm, sprich die Gebühren, abschöpfen. Eden Zoller, Analyst beim Researchunternehmen Ovum: „Das Abkommen könnte dem NFC-Markt den dringend benötigten Schub geben. Visa ist eine vertrauenswürdige Marke im Zahlungsverkehr und Samsung der größte Volumenanbieter für Android-Smartphones.“

Schwer getroffen wird Internet-Gigant Google von der Vereinbarung. Mit Google Wallet will der Web-Riese seinerseits die Kontrolle über den „sicheren“ Teil der NFC-Chips in Android-Smartphones übernehmen. In einem ersten Schlagabtausch mit der Telekomindustrie unterlag Google: Verizon, die Nummer eins der US-Mobilfunkanbieter, sperrte die Google-Brieftasche einfach auf seinen Netzen. Jetzt hat der größte Anbieter von Android-Smartphones überhaupt, Samsung, Google auch noch die kalte Schulter gezeigt und Visa gewählt.

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