Energie

Aluminiumbranche EEG-Rabatte überlebenswichtig für Alu-Industrie

Für ihre Ökostrom-Rabatte erwartet die deutsche Aluminiumbranche grünes Licht: Aluminium gewinnt als leichter und recycelbarer Werkstoff besonders für die Automobilindustrie an Bedeutung.
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Die Geschäftsaussichten für die Aluminiumbranche sind „äußerst positiv“. Quelle: dpa

Die Geschäftsaussichten für die Aluminiumbranche sind „äußerst positiv“.

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DüsseldorfDie deutsche Aluminiumbranche erwartet für ihre Ökostrom-Rabatte grünes Licht aus Brüssel. Nach den jüngsten Äußerungen von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia „sind wir guten Mutes, dass die Sonderreglung bleibt“, sagte Heinz-Peter Schlüter, Präsident des Branchenverbandes GDA und Aufsichtsratschef der Trimet Aluminium, am Dienstag in Düsseldorf. Andernfalls wäre es das Aus für den hiesigen Industriezweig, der mit rund 74.000 Mitarbeitern in mehr als 600 Unternehmen 12,9 Milliarden Euro umsetzt. „Wenn wir die Umlage in vollem Umfang bezahlen müssten, dann würden wir nicht leiden, sondern dann gäbe es uns nicht mehr.“

Schlüter bezifferte als Beispiel die Kosten der Essener Trimet für die EEG-Umlage derzeit mit jährlich zehn Millionen Euro. Müsste der Konzern die Umlage komplett bezahlen, wären etwa 250 Millionen Euro fällig. Die EU-Kommission hat ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet, weil sie in den Rabatten bei der Ökostrom-Umlage Beihilfen sieht. Dabei geht es um Vergünstigungen im Wert von rund fünf Milliarden Euro jährlich. Deutschland hat zwar ein Entgegenkommen bei der Höhe der Rabatte signalisiert, will sie jedoch im Kern erhalten. Almunia hatte im Februar erklärt, die Stahl- und Aluminiumbranche könnten für Rabatte infrage kommen.

Die Geschäftsaussichten für die Branche schätzten Schlüter und GDA-Geschäftsführer Christian Wellner als „äußerst positiv“ ein. Die Werke seien gut ausgelastet. So gewinne Aluminium als leichter und recycelbarer Werkstoff etwa für die Automobilindustrie an Bedeutung. „Daher erwarten wir im Jahr 2014 ein neues Allzeithoch bei der deutschen Produktion“, sagte Wellner. 2013 produzierten die Aluminiumhütten 492.400 Tonnen und damit 20 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

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5 Kommentare zu "Aluminiumbranche: EEG-Rabatte überlebenswichtig für Alu-Industrie"

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  • Also bei aller Liebe,die Essener Trimet hat 700 Mitarbeiter.Bei einer zu zahlenden Umlage von 250 Mio Euros macht das ca 357000 Euros Förderung pro Mitarbeiter.Nichts gegen die Mitarbeiter,um Gottes Willen.Aber hieran sieht man wie extrem pervers der Ököwahn ist.Ich und alle anderen die EEG zwansweise zahlen müssen,fördern so die Umlagebefreiten Arbeitsplätze.Reiner Wahnsinn!!!

  • Mir fehlt hier auch jegliches Verständnis. Bei einem Umsatz von 12,9 Mrd. € sehe ich keine Gefahr eines kompletten Untergangs des Industriezweigs. Wen will die Stahl- und Aluminium-Lobby hier denn für dumm verkaufen? Es handelt sich um einen hochgradig energieintensiven und umweltbelastenden Wirtschaftszweig.
    Eine "Gebühr" hierfür ist allemal angebracht und gefährdet lediglich die absurd hohen Gewinnmargen der Magnaten. In der ökonomischen Theorie würde man hier von der Internalisierung eines externen Effekts sprechen. Das ist eine absolut zumutbare Aktion. Das Rumgejammer ist fast schon peinlich.

  • Gibt es Länder in denen der Strom fast kostenlos ist?;
    mit hervorragender Infrastruktur, Facharbeiter, Logistik,
    Arbeitsdiziplin usw. alles geboten wird?
    Dahin sollen dann die hoch subventionierten Unternehmen doch gehen. Die gibt es nicht oder glauben einige Politiker die Firmen blieben in Deutschland war wir alle soooo nett sind!
    Für wie dumm werden denn die Bürger gehalten.

  • Die EEG-Umlage muß von ALLEN geschultert werden (Ausnahmen darf es keine geben), besser ist jedoch für alle Beteiligten, diese Mißgeburt sofort abzuschaffen (wenigstens auszusetzen).

    Den grünen sendungsgetriebenen Gutmenschen haben wir die Explosion der Strompreise zu verdanken und jetzt hat die GROKO (bei sprudelnden Einnahmen) nicht den Mut, diesen Wahnsinn zu beenden (der Strompreis an der Börse fällt permanent, trotzdem steigt der EEG-Anteil, totaler Unfug).

    Diese mehr als verfehlte Politik treibt die Geringverdiener noch mehr in die Armutsfalle.

  • Mich erinnert die Übersubventionierung hier an die vordem gleichermaßen zu lasten der Bürger gegangene Steinkohleförderung. Damals hätte man jeden noch Beschäftigten mit 5000,00 DM pro Monat in sofortige Rente schicken können und es wäre immer noch billiger gewesen.
    Ach ja, die Konzernspitze hätte dabei natürlich schlechter ausgesehen als beim tatsächlichen Deal.
    Angesichts der Carbonkarrossen scheint mir zudem die Automoilnützlichkeit des Beitrags doch eher mit der Brille von Vorgestern betrachtet.

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