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Energie

Analyse Bei RWE läuft es gut – im Gegensatz zu Eon und Innogy

Deutschlands größter Stromproduzent profitiert von einem guten Ergebnis beim Energiehandel – nur die Steinkohlekraftwerke bereiten derzeit Sorgen.
Update: 14.08.2019 - 11:10 Uhr Kommentieren
Bei RWE läuft es gut – im Gegensatz zu Eon und Innogy Quelle: AP
RWE-Chef Rolf Martin Schmitz (rechts) und Eon-Chef Johannes Teyssen

Im September soll der Deal mit Eon besiegelt werden, bei dem die RWE-Tochter Innogy zerschlagen wird.

(Foto: AP)

Düsseldorf In der vergangenen Woche meldeten die Energiekonzerne Eon und Innogy Einbrüche beim operativen Ergebnis. Bei RWE läuft es dagegen richtig gut. Schon vor zwei Wochen hob Deutschlands größter Stromproduzent die Jahresprognose an. Jetzt präsentierte er den detaillierten Zwischenbericht für das erste Halbjahr. Die Zahlen beziehen sich auf „RWE stand-alone“, bei der die zum Verkauf stehende Tochter Innogy nur noch mit der Dividende einfließt. Die Zahlen kommen bei den Anlegern gut an: Am Mittwochmorgen notiert das Papier 1,8 Prozent im Plus und ist damit größter Gewinner im Dax. Die wichtigsten Fakten:

  • Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 20 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro zu.
  • Das bereinigte Nettoergebnis kletterte um 30 Prozent auf 914 Millionen Euro.
  • Vor allem der Großhandel lief überraschend gut.
  • Die Transaktion mit Eon soll im September besiegelt werden.

Was positiv auffällt

Im Segment Energiehandel kletterte das Ebitda von 101 auf 434 Millionen Euro. Zum einen liefen die Geschäfte im ersten Halbjahr schlichtweg gut. Zum anderen war das erste Halbjahr des Vorjahres durch Sondereffekte belastet worden.

Auch das Segment Braunkohle und Kernenergie konnte das erste Halbjahr operativ leicht über dem Vorjahr abschließen. Das Ebitda verbesserte sich um 5 Millionen auf 172 Millionen Euro. Zwar waren die Anlagen schlechter ausgelastet. RWE profitierte aber von den inzwischen gestiegenen Großhandelspreisen.

Was negativ auffällt

Im dritten Segment, der europäischen Stromerzeugung, halbierte sich das Ebitda dagegen: von 196 auf 99 Millionen Euro. In dem Bereich, in dem RWE die Steinkohle- und Gaskraftwerke zusammengefasst hat, standen zum einen Anlagen häufig wegen Revisionen still. Zum anderen waren die Rahmenbedingungen für Steinkohlekraftwerke schlechter als für Gaskraftwerke.

Ausblick

RWE hatte schon vorab, am 30. Juli, die Prognose erhöht. Der Konzern erwartet jetzt für das Gesamtjahr 2019 ein Ebitda zwischen 1,4 und 1,7 Milliarden Euro. Bisher war er von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro ausgegangen. Das bereinigte Nettoergebnis soll in einem Korridor von 500 bis 800 Millionen Euro liegen. Zuvor hatte RWE eine Spanne von 300 bis 600 Millionen Euro genannt. Die Dividende soll nach wie vor von 70 auf 80 Cent steigen.

Was jetzt passiert

RWE steht nach den Worten von Vorstandschef Rolf Martin Schmitz vor den „spannendsten Momenten unserer Unternehmensgeschichte“. Im September soll der Deal mit Eon besiegelt werden, bei dem die Tochter Innogy zerschlagen wird. RWE wird sich dabei eine neue Zukunft sichern. Der Betreiber von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken wird wieder in die Produktion von grünem Strom einsteigen.

Im zweiten Halbjahr will RWE die Gespräche mit der Bundesregierung über die Umsetzung des Kohleausstiegs abschließen, wie Schmitz am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte. Die Beschäftigten in den Kraftwerken und im Tagebau bräuchten Klarheit. RWE fordere als Entschädigung für Kraftwerksstilllegungen pro Gigawatt Leistung 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro.

Mehr: Braunkohlekraftwerke rutschen tief in die roten Zahlen: Im ersten Halbjahr steht ein Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro. Und das ist wohl erst der Anfang.

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