Energie

Areva und Siemens Finnischer AKW-Betreiber fordert mehr Geld

Verwirrspiel um Milliarden: Wegen eines Atomreaktorbaus hat der AKW-Betreiber TVO seine Forderungen erhöht. Nun fordern die Finnen 2,6 Milliarden Euro von Siemens und Areva. Die fordern ihrerseits 3,4 Milliarden Euro.
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Das AKW Olkiluoto in Finnland ist Zankapfel zwischen der Betreiberfirma TVO und Siemens und Areva. Quelle: ap
Baustelle des TVO-Kraftwerks 2009

Das AKW Olkiluoto in Finnland ist Zankapfel zwischen der Betreiberfirma TVO und Siemens und Areva.

(Foto: ap)

HelsinkiDer finnische Kraftwerk-Betreiber TVO hat seine Forderungen an Siemens und den französischen Areva -Konzern wegen Verzögerungen beim Bau eines Atomreaktors abermals aufgestockt. Das Unternehmen verlangt nun 2,6 Milliarden Euro von dem Baukonsortium, wie TVO am Montag mitteilte.

Bislang hatte es 2,3 Milliarden Euro gefordert. Der Fall um die Verzögerungen beim Bau des Reaktors Olkiluoto 3 wird mittlerweile vor einem internationalen Schiedsgericht (ICC) verhandelt, eine Entscheidung wird nach Einschätzung von TVO-Vizechef Risto Siilos noch Jahre auf sich warten lassen. Siemens und Areva fordern ihrerseits insgesamt 3,4 Milliarden Euro von den Finnen.

Was mal alles Siemens war
Siemens will sechs Milliarden Euro sparen
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Siemens Hausgeräte

Die bekannten Waschmaschinen, Kaffeeautomaten oder Staubsauger mit dem Siemens-Logo stammen in der Regel vom Gemeinschaftsunternehmen Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH), das bereits seit 1967 existiert. Im Jahr 2013 stieg der BSH-Umsatz um 7 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Inzwischen hat sich Siemens aus dem Geschäft ganz zurückgezogen und die Anteile für drei Milliarden Euro an den Partner Bosch verkauft.

Siemens Gamesa
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Das Geschäft mit Windturbinen hat Siemens im Jahr 2016 mit der spanischen Firma Gamesa zusammengelegt zu „Siemens Gamesa“. An der neuen Gemeinschaftsfirma hält Siemens 59 Prozent.

Im November 2017 besuchte die britische Königin Elizabeth ein Werk des Unternehmens in Kingston upon Hull (Bild).

Siemens Hörgeräte
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Die Hörgerätetochter wollte Siemens ursprünglich an die Börse bringen. Nun verkauft der Konzern sie für 2,15 Milliarden Euro. Die neuen Eigentümer sind der schwedische Finanzinvestor EQT und die Hexal-Gründerfamilie Strüngmann. Sollte sich das Geschäft gut entwickeln, bekommen die Münchner über einen Besserungsschein noch einen Nachschlag. Siemens bleibt mit 200 Millionen Euro Vorzugskapital an der traditionsreichen Tochter beteiligt.

Osram
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Osram

„Licht ist Osram“, lautet der Werbespruch von Osram. Von 1978 bis 2013 gehörte der Hersteller zu Siemens, dann brachte der Mutterkonzern die Tochter an die Börse. Die Siemens-Aktionäre wurden beteiligt. Der Markt ist jedoch im Umbruch, die Preise für LED-Leuchten sind wegen der großen Konkurrenz unter Druck. Der Hersteller fährt deswegen einen Sparkurs und streicht Stellen.

Gigaset bilanziert zweites Quartal
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Gigaset

Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen hat Siemens im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Arques verkauft, der seit 2011 als Gigaset AG firmiert. Ein Streit über den Verkaufspreis zog sich bis weit in das Jahr 2010 hin, Siemens verzichtet schließlich wohl auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag.

huGO-BildID: 8061727 ** ARCHIV ** Ein Stopschild ist am 28. Sept. 2006 in Kamp-Lintfort an einer Produktionshalle des Handy-Herstellers BenQ zu sehe
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Siemens Mobile

Der Verkauf der Handy-Sparte an den taiwanischen Elektronikkonzern 2005 war für Siemens ein unrühmliches Kapitel. Das Rennen mit Branchengrößen wie Nokia konnte Siemens nicht mithalten, doch auch unter den neuen Besitzer hatte das Unternehmen keine Zukunft. Die Firma mit etwa 7000 Mitarbeitern stellte Ende 2006 die Produktion ein.

huGO-BildID: 31796967 FILES - A general view of Nokia Siemens Networks in Espoo on November 23, 2011. Finnish telecom equipment maker Nokia is buying
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Siemens Networks

Das Geschäft mit der Ausrüstung für Telefonnetze brachte Siemens im Jahr 2007 in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia ein. Nokia Siemens Networks machte danach etliche Sparrunden durch. Anfang Juli kündigte Siemens den Verkauf seines 50-Prozent-Anteil für 1,7 Milliarden Euro an Nokia an.
Siemens hatte bereits seit langem den Ausstieg aus dem Gemeinschaftsunternehmen gesucht. Mit dem Verkauf des NSN-Anteils treibe das Unternehmen die „Fokussierung auf unser Kerngeschäft weiter konsequent voran“, teilte Joe Kaeser, damals Siemens-Finanzvorstand, mit.

Die Fertigstellung von Europas derzeit einzigem AKW-Neubau wurde vergangenes Jahr auf 2018 verschoben, fast zehn Jahre später als ursprünglich geplant. Siemens ist nach dem Reaktorunglück von Fukushima vor vier Jahren aus dem Geschäft mit Kernkraftwerken ausgestiegen, wickelt aber noch die Altaufträge zusammen mit dem französischen Atomkonzern Areva ab.

Handelsblatt Energie Briefing
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