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Energie

Australien Siemens-Ableger will Teslas Super-Akku übertrumpfen

Im Süden Australiens ist die weltgrößte Batterie im Einsatz – aus dem Hause Tesla. Nun will ein Siemens-Joint-Venture den Rekord überbieten.
07.06.2020 - 09:21 Uhr Kommentieren
Tesla-Konkurrent Fluence will Super-Akku von Tesla übertrumpfen Quelle: Reuters
Gelände der Station der 129 Megawatt Lithium-Ionen-Batterie von Tesla in Australien

Ein Siemens-Joint-Venture will eine größere Batterie bauen und Elon Musk übertrumpfen.

(Foto: Reuters)

Bangkok Erst vor wenigen Wochen hat Elon Musk noch einmal nachgelegt: Die größte Batterie der Welt, die der Tesla-Chef zur Unterstützung des Stromnetzes im Süden Australiens bauen ließ, wurde noch einmal um die Hälfte größer: Sie bietet nun 150 statt wie bisher 100 Megawatt Leistung. Die Anlage mache das Netz nun in schwierigen Zeiten extra zuverlässig, versprach der französische Erneuerbare-Energien-Anbieter Neoen, der die Anlage mit den Akkus des kalifornischen Elektroautoherstellers betreibt.

Trotz der kräftigen Expansion könnte Musk den Platz an der Spitze aber bald verlieren: Fluence, ein Gemeinschaftsunternehmen von Siemens und dem US-Energiekonzern AES, möchte Teslas Superbatterie mit einem neuen Großprojekt in Australien deutlich übertrumpfen.

Der Plan sieht die Installation von zwei Lithium-Ionen-Batterien mit einer Leistung von jeweils 250 Megawatt vor, die in den Bundesstaaten Victoria und New South Wales errichtet werden sollen. Das geht aus einem diese Woche veröffentlichten Vorschlag hervor, den Fluence für den australischen Energiemarktbetreiber AEMO erarbeitet hat.

Australien braucht angesichts des massiven Ausbaus erneuerbarer Energieträger dringend Investitionen in die Netzinfrastruktur, um mit den Schwankungen bei Sonnen- und Windenergie besser umgehen zu können und Engpässe abzubauen. Fluence bewirbt seine Energiespeicherlösung nun als Alternative zu einem geplanten Bau neuer Leitungen, der deutlich länger dauern würde.

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    „Die Infrastruktur-Upgrades, die die AEMO derzeit erwägt, haben das Ziel, frühestens 2028 fertiggestellt zu werden“, sagt Holger Wolfschmidt, Direktor für Marktanwendungen bei Fluence. Die Batterielösung aus seinem Haus könnte hingegen bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen, sagt er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

    Energiespeicher wie die von Fluence und Tesla sollen an Netzknotenpunkten überschüssigen Strom aufnehmen und später wieder abgeben können, um damit die Schwankungen bei erneuerbaren Energien auszugleichen und bestehende Leitungen besser auszunutzen.

    Dass sie sich auch vergleichsweise schnell installieren lassen, hatte bereits Musk als Werbegag für sich genutzt: Er versprach 2017 vor Beginn des Projekts, dass die Superbatterie innerhalb von 100 Tagen nach Vertragsunterzeichnung betriebsbereit sein werde – ansonsten bekomme Australien die Anlage umsonst.

    Musk lieferte dann vor zweieinhalb Jahren fristgerecht. Die Regierung des Bundesstaats South Australia feierte dies als „bedeutenden Moment für die erneuerbare Energie“. In der Region war es kurz zuvor zu einem massiven Stromausfall gekommen, der eine Debatte über den Fokus auf erneuerbare Energien in dem Bundesstaat auslöste.

    „Rasante Energiewende in Australien“

    Musk sprach den Australiern Mut zu, den Weg weiterzugehen: Bei einem Festakt für den Stromspeicher sagte er, dass sich die Stromversorgung von ganz Australien mit Sonnenenergie abdecken ließe. Nötig seien dafür knapp 1900 Quadratkilometer an Solarzellen – rund ein Zehntel der Fläche von Sydney – und sieben Quadratkilometer gefüllt mit Batterien.

    Derzeit stehen die Erneuerbaren für rund 25 Prozent der Stromproduktion in Australien. Bis 2040 sollen es laut AEMO 60 Prozent werden. „Die breitflächige Verbreitung von erneuerbaren Energien und das Aus für Kohlekraftwerke führen zu einer rasanten Energiewende in Australien“, sagt Fluence-Manager Wolfschmidt. „Das macht größere Flexibilität im System dringend nötig.“

    Wie hoch die Kosten für das System wären, will Fluence aus Wettbewerbsgründen nicht beantworten. Wolfschmidt rechnet aber vor, dass das Projekt bis 2028 einen wirtschaftlichen Nutzen im Wert von umgerechnet bis zu 163 Millionen Euro bieten würde – unter anderem über zusätzliche Stromtransfers, die damit möglich würden.

    Sollte Fluence den Zuschlag erhalten, könnte das auch der Konzernmutter einen Reputationsgewinn in Australien bringen: Siemens war in den vergangenen Monaten wegen seiner Beteiligung an einem australischen Kohlebergwerk nach der Kritik von Umweltschützern massiv unter Druck geraten. Ein Prestigeprojekt zur Förderung von Solar- und Windkraft käme da sehr gelegen.

    Doch auch wenn Australien das Angebot ablehnt, dürfte Elon Musks australischer Energiespeicherrekord wohl in Kürze fallen: In Kalifornien ist derzeit eine 300-Megawatt-Batterie in Planung, in Florida eine 409-Megawatt-Anlage. Auch in Deutschland ist eine Großbatterie mit 250 Megawatt Leistung geplant. Der Bau der Anlage in Baden-Württemberg soll aber frühestens 2021 starten.

    Mehr: Neue Tesla-Batterie soll E-Autos günstiger machen.

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