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Energie

BASF-Tochter Wintershall produziert wieder in Libyen

Der Streit ist ebenso kostspielig wie politisch brisant: Wintershall liegt in Libyen mit der staatlichen Ölgesellschaft NOC im Clinch. Jetzt wird die Produktion wieder aufgenommen – der Streit ist aber nicht gelöst.
14.06.2017 - 12:43 Uhr Kommentieren
Der Außenminister hat sich beim Besuch in Libyen vor das deutsche Unternehmen gestellt. Quelle: dpa
Sigmar Gabriel (links) und Amtskollege Mohamed Siala

Der Außenminister hat sich beim Besuch in Libyen vor das deutsche Unternehmen gestellt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Das Thema ist so brisant, dass es Bundesaußenminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Libyen in der vergangenen Woche auf höchster Ebene adressierte. Wintershall, der größte Öl- und Gasproduzent Deutschlands, liegt mit der staatlichen Ölgesellschaft NOC im Clinch. Die Parteien streiten über Lizenzen und Verpflichtungen. Seit Anfang März steht die Produktion komplett still.

Gabriel sprach die Probleme bei seinem Gespräch mit Mohamed Taha Siala, Außenminister der international anerkannten Regierung, an – und stellte sich auch auf der anschließenden Pressekonferenz vor das deutsche Unternehmen: „Selbstverständlich hat das Unternehmen Wintershall Ansprüche und es ist auch im Interesse Libyens die Probleme zu lösen“, betonte Gabriel. „Eine Beschädigung eines solchen Investitionsvorhabens spricht sich international herum und beschädigt Image und Ruf von Libyen als sicherem Investitionsstandort.“ Siala stimmte Gabriel zu und kündigte an, sich für eine Lösung einzusetzen.

Und tatsächlich gibt es Fortschritte. Wintershall und NOC haben einen vorübergehenden Kompromiss geschlossen. „Wir haben uns mit der NOC auf eine zeitnahe Wiederaufnahme der Produktion geeinigt, unter Berücksichtigung der Interessen aller Seiten“, betonte ein Sprecher. Eine grundsätzliche Einigung gibt es allerdings noch nicht, wie der Sprecher betonte: „Wir haben weiterhin unterschiedliche Auffassungen und werden unsere Gespräche darüber fortsetzen. Wichtig war uns jedoch, dass die Ölproduktion wieder aufgenommen werden kann – denn das ist unsere Aufgabe.“

Wintershall und NOC streiten über die Rechte und Verpflichtungen des deutschen Unternehmens bei den zwei Konzessionen, welche die BASF-Tochter hier schon seit Jahrzehnten hat. Der staatliche libysche Ölkonzern bezichtigt die Deutschen, mit dem Produktionsstopp Vereinbarungen gebrochen zu haben, und fordert fast eine Milliarde Dollar von dem Unternehmen. Entsprechende Vorwürfe erhob NOC-Chef Mustafa Sanalla jüngst im Handelsblatt. Wintershall weist die Vorwürfe zurück.

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    Im Hintergrund gibt es aber auch einen Streit zwischen NOC und der aktuellen Regierung über Zuständigkeiten. NOC wirft Wintershall vor, an der Entmachtung des Staatskonzerns mitzuwirken, um selbst bessere Bedingungen zu bekommen.

    Die zehn ölhungrigsten Länder der Welt
    Platz 10: Kanada
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    Auf dem letzten Platz der weltweit zehn größten Ölnachfrager liegt Kanada mit 2,4 Millionen Barrel Öl pro Tag in 2016. In den folgenden Jahren wird mit einer sinkenden Nachfrage gerechnet. Für 2022 liegt diese nur noch bei 2,3 Millionen Barrel Öl pro Tag.

    Quelle: „Oil 2017“-Bericht der Internationalen Energie-Agentur.

    (Foto: dpa)
    Platz 9: Südkorea
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    Südkorea fragte im Jahr 2016 2,6 Millionen Barrel Öl pro Tag nach. Damit landet das Land auf Platz 9 der weltweit größten Ölnachfrager. In den Folgejahren steigt die Nachfrage laut der Voraussage der Internationalen Energie-Agentur auf 2,7 Millionen Barrel Öl.

    (Foto: dpa)
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    Saudi-Arabien, das selbst große Mengen des Schwarzen Goldes fördert, liegt mit 3,2 Millionen Barrel Öl pro Tag auf dem achten Platz der weltweiten Ölnachfrager. Das könnte sich in Zukunft ändern, denn bis 2022 wird die Nachfrage auf 3,4 Millionen Barrel geschätzt.

    (Foto: dpa)
    Platz 7: Brasilien
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    Brasilien liegt mit einer Erdölnachfrage von 3,1 Millionen Barrel pro Tag auf dem siebten Platz. Doch auch hier ist mit einer höheren Nachfrage in den Folgejahren zu rechnen: 2022 liegt die geschätzte Nachfrage schon bei 3,3 Millionen Barrel Öl.

    (Foto: dpa)
    Platz 6: Russland
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    Russland liegt im Jahr 2016 noch auf Platz 6 der größten Erdölnachfrager mit durchschnittlich 3,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. 2017 erhöht sich die Nachfrage, sodass Russland mit durchschnittlich 3,7 Millionen Barrel Erdöl pro Tag den sechsten Platz verteidigt.

    (Foto: dpa)
    Platz 5: Indien
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    Indien fragt in den nächsten Jahren immer mehr Öl nach. 2016 liegt die Nachfrage noch bei 4,3 Millionen Barrel Öl pro Tag, 2017 werden schon 4,5 Millionen Barrel nachgefragt und 2022 noch mal mehr – 5,9 Millionen Barrel.

    (Foto: dpa)
    Platz 4: Japan
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    Bei einer Nachfrage von 4,0 Millionen Barrel Öl pro Tag liegt Japan auf dem vierten Platz. Die Nachfrage sinkt im Jahr 2017 voraussichtlich auf 3,9 Millionen Barrel und bis 2022 auf 3,6 Millionen Barrrel Öl pro Tag.

    (Foto: dpa)

    NOC und Wintershall seien übereingekommen, „konstruktiv die aktuelle Vertragslage zu erörtern und beidseitig zu einer Lösung des Konfliktes beizutragen“, teilte der Sprecher mit: „Bei unserer Vereinbarung geht es in erster Linie um die Deckung unserer laufenden Kosten.“

    „Die NOC hat sich alle Rechte vorbehalten, um sicherzustellen, dass die Interessen Libyens gewahrt werden“, betonte NOC-Chef Mustafa Sanalla: „Dieser Stopp war für Libyen enorm kostspielig.“ Er hoffe, die Produktion könne jetzt wieder ohne Unterbrechungen auf das angestrebte Volumen steigen.

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