Energie

BASF-Tochter Wintershall will Geschäft in Brasilien ausbauen

Wintershall will sich in Brasilien an der Suche nach Öl- und Gasvorkommen beteiligen. Noch in diesem Jahr soll eine Fusion mit Dea erfolgen.
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Die BASF-Tochter will in das Südamerikageschäft investieren. Quelle: dpa
Wintershall

Die BASF-Tochter will in das Südamerikageschäft investieren.

(Foto: dpa)

KasselDie BASF-Tochter Wintershall will ihr Geschäft in Südamerika ausbauen. „Die Küste Brasiliens gilt als eine der vielversprechendsten Ölregionen der Welt. Wintershall will sich dort an der Suche nach Öl und Gas beteiligen“, sagte Vorstandschef Mario Mehren am Mittwoch in Kassel.

Deutschlands größter Öl- und Gasproduzent wolle dort bei den kommenden Lizenzrunden mitmischen und sich um Explorationslizenzen bewerben. Diesen Schritt wolle Wintershall aber nicht alleine angehen. „Das werden wir definitiv mit Partnern machen. Wir sprechen mit den Unternehmen, die wir kennen und bei denen wir wissen, dass eine Zusammenarbeit Sinn macht.“

Bislang ist Wintershall in Südamerika nur in Argentinien vertreten und dort der viertgrößte Erdgasproduzent. „Brasilien ist wahrscheinlich der attraktivste Standort für Offshore-Investitionen weltweit“, sagte Vorstandsmitglied Martin Bachmann. „Das zieht viele andere an, nicht nur uns.“ Der Wettbewerb sei deshalb sehr hoch.

Es gebe aber genügend Möglichkeiten, Wintershall sei daher zuversichtlich, in Brasilien erfolgreich zu sein. Bis dort mit der Produktion begonnen werden könne, könnten aber 10 bis 15 Jahre vergehen. Eine weitere starke Säule wolle sich das Unternehmen zudem im Nahen Osten aufbauen, dort liege der Fokus auf den Emiraten und dem Iran. Insgesamt will Wintershall bis 2022 rund 3,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Öl- und Gasaktivitäten investieren - rund ein Fünftel der Investitionssumme von BASF.

Die Kasseler Öl- und Gasgesellschaft soll noch in diesem Jahr mit dem Rivalen Dea zusammengeschlossen werden. Den Abschluss der Fusion hatte BASF für das Ende des dritten Quartals in Aussicht gestellt. „Das ist eine Perspektive, die zu Wintershall passt, eine weitere Wachstumsperspektive“, sagte Mehren. „Mit Blick auf unsere Branche ist eines klar: Auch Größe zählt.“

Das gemeinsame Unternehmen komme auf eine Jahresproduktion von 215 Millionen Barrel Öläquivalent (BOE), davon kämen über drei Viertel von Wintershall und knapp ein Viertel von Dea. Die Nordhessen selbst streben für 2018 einen neuen Produktionsrekord an, nachdem die Produktion im vergangenen Jahr bei dem Rekord von 2016 von 165 Millionen BOE stagnierte.

An dem Gemeinschaftsunternehmen Wintershall Dea soll BASF zunächst 67 Prozent und die Investorengruppe LetterOne um den russischen Oligarchen und Dea-Eigner Michail Fridman 33 Prozent halten. Mittelfristig ist ein Börsengang geplant, der nach Einschätzung von BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel nicht vor 2020 zu erwarten ist.

Gegenwärtig befinde man sich noch in der Due Diligence (Prüfung der Bücher), sagte Mehren. „Es macht keinen Sinn, Zwischenergebnisse herauszuposaunen, bevor das Konzept steht.“ Mögliche Synergien seien aber offensichtlich. So gebe es etwa zwei Hauptverwaltungen in Deutschland und auch Überlappungen bei den Tätigkeiten hierzulande und in Norwegen.

Im laufenden Jahr will Wintershall, wie schon von BASF angekündigt, Umsatz und Betriebsergebnis (Ebit) vor Sondereinflüssen deutlich steigern. Dazu sollen Preiserhöhungen und neu in Betrieb genommene Felder insbesondere in Norwegen beitragen. Der geplante Zusammenschluss mit Dea ist in der Prognose noch nicht berücksichtigt. 2017 war der Umsatz um 17 Prozent auf 3,24 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte Ergebnis erhöhte sich um gut 53 Prozent auf 793 Millionen Euro, wozu vor allem höhere Öl- und Gaspreise sowie Kostensenkungen beitrugen. Unter dem Strich verdiente Wintershall mit 719 Millionen Euro fast doppelt so viel wie im Vorjahr.

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