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Energie

Batteriemarkt Siemens steigt aus dem Geschäft mit Solarspeichern aus

Obwohl der Markt für Batterien rasant wächst, stellt der Industrieriese nach nur anderthalb Jahren den Verkauf seines Heimspeichers Junelight ein.
09.07.2020 - 16:19 Uhr 1 Kommentar
Auf dem Markt mit Heimspeichern hatte der Großkonzern keinen Erfolg.  Quelle: Siemens
Junelight-Batteriespeicher

Auf dem Markt mit Heimspeichern hatte der Großkonzern keinen Erfolg. 

(Foto: Siemens)

Düsseldorf, München Erst vor anderthalb Jahren hatte Siemens mit großen Worten seinen Einstieg in den Markt für Heimspeicher angekündigt. „Wir glauben, dass die Batterie als Zwischenspeicher im Zeitalter der erneuerbaren Energien langfristig eine wichtige Rolle spielen wird“, sagte der für das Tochterunternehmen Siemens Infrastructure zuständige Vorstand Cedrik Neike damals im Gespräch mit dem Handelsblatt. Aber aus den großen Plänen wurde nichts: Ab Oktober wird die Vermarktung des Batteriesystems Junelight offiziell eingestellt. 

Zwar sehe man Heimspeicher weiterhin als „wichtigen Baustein für die Energiewende“ an, aber sie „erfüllen unsere strengen Wachstumskriterien nicht im gewünschten Umfang“, heißt es zu der Entscheidung auf Anfrage des Handelsblatts. Der Markteintritt habe sich schwieriger gezeigt als erwartet. 

Das verwundert kaum, denn das Geschäft mit den kleinen Lithium-Ionen-Speichern für den Eigengebrauch ist zwar noch ein Nischenmarkt, dafür aber schon jetzt heiß umkämpft und noch dazu fest in den Händen einiger weniger etablierter Player. 

Jahrelang teilten kleinere Mittelständler wie E3/DC, Senec oder Sonnen den deutschen Markt unter sich auf. Mit über 200.000 installierten Speichern war Deutschland lange Zeit der weltweit größte Absatzplatz für die Hausbatterien. Erst im vergangenen Jahr hat Japan Deutschland vom ersten Rang verdrängt. Trotzdem wuchs der Markt hierzulande auch 2019 im zweistelligen Bereich.

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    Mittlerweile mischen auch immer mehr Global Player das Feld auf. Das südkoreanische Batterieunternehmen LG Chem und die US-Pioniere um Tesla sind schon eine Weile mit von der Partie, andere wie die chinesischen Batteriehersteller CATL oder BYD sind erst im vergangenen Jahr dazugekommen und brauchen einen langen Atem. Der könnte sich aber auszahlen. 

    Sehr wettbewerbsintensiver Markt

    „Im Kontext des anhaltenden Wachstums des deutschen Solarmarktes und damit einhergehend immer neuen Rekordmarken bei den Anbietern für Heimspeicherlösungen ist es schwer zu verstehen, dieses Zukunftsfeld aufzugeben“, kommentiert daher Markus Hoehner, Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens EuPD Research, den Schritt im Gespräch mit dem Handelsblatt. Gleichwohl sei der Heimspeichermarkt sehr wettbewerbsintensiv, „sodass insbesondere neue Anbieter wie Siemens entsprechend Zeit und Ressourcen benötigen, um sich nachhaltig am Markt zu positionieren“.

    Wie Siemens hatten sich auch andere deutsche Größen schon an dem vielversprechenden Nischenmarkt versucht. Zum Beispiel der Stuttgarter Autobauer Daimler, der sich nach zwei Jahren aber sang- und klanglos wieder zurückzog. Ähnlich war es beim Maschinenbauer Bosch.

    Denn der Markt für Solarspeicher ist zwar einer mit starkem Wachstum, besonders hohe Stückzahlen kann man hier aber noch nicht verkaufen. Genau das war auch das Problem der Münchener. Man habe hohe Marktanteile erwartet, aber das Geschäft sei nur schwankend gelaufen, heißt es von dem Unternehmen – eine Niederlage für Siemens.

    „Wenn man kein Alleinstellungsmerkmal hat und in einen Markt kommt, in dem sich einige schon etabliert haben, dann hat man es schwer“, sagt Christoph Ostermann, Geschäftsführer des Weltmarktführers Sonnen im Gespräch mit dem Handelsblatt. Trotz Corona rechnet das bayerische Unternehmen, das mittlerweile von dem Ölriesen Shell aufgekauft wurde, auch in diesem Jahr damit, das Wachstum aus dem Vorjahr zu übertreffen. „Die Wachstumsraten sind auch weiterhin sehr hoch“, sagt Ostermann. 2021 rechnet Sonnen zum ersten Mal außerhalb von Europa mit einem höheren Umsatz als auf dem Heimatkontinent. 

    Mehr: Neue Siemens Energy will aus Kohle-Stromerzeugung aussteigen

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    1 Kommentar zu "Batteriemarkt: Siemens steigt aus dem Geschäft mit Solarspeichern aus"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Der Markteintritt habe sich schwieriger gezeigt als erwartet. Das verwundert kaum, denn das Geschäft mit den kleinen Lithium-Ionen-Speichern für den Eigengebrauch ist zwar noch [besser: bleibt für immer] ein Nischenmarkt, dafür aber schon jetzt heiß umkämpft und noch dazu fest in den Händen einiger weniger etablierter Player."

      Fakt ist:
      Außer ein paar linken Klimaaktivsiten die selbst weder Geld noch Verantwortung haben, will niemand Heimspeicher. Der Markt ist überbesetzt und gehypt.

      Kein Mensch will Batterien, eine Technik des 19. Jhd.
      Dieser "Markt" ist kein Markt, weil eine Nachfrage nur solnage und soweit besteht, wie es ausreichende Subventionen für den Quatsch gibt.

      Falls die Batterie oder Elektroauto kämen, würde sie wie alles elektrische in Asien gefertigt werden.
      Siemens hat es ja nicht einmal geschafft Handys in der EU zu fertigen, obwohl sie es erfunden hatten.

      Die unlösbaren Probleme der Batterie sind:
      Hohe Kosten, geringe Leistungsdichte, (Gewicht, Ineffizienz), brandgefahr.

      Kulturwissenschaflter könnten sich von Physikern diesbezüglich über Naturgesetze aufklären lassen, bevor man leichtfertig dem Glauben anheim fällt, dass alles geht, nur weil es technisch möglich ist. Nie hatten wir mehr Akadmeiker als heute. Das führt zu Halbwissen und der Selbstgewissheit überall mitreden zu können, obwohl es an Wissen und Urteilskraft mangelt. Dies fördert die gesellschaftliche Spaltung immer weiter.

      Jede schwäbische Hausfrau ohne Studium konnte früher derartig einfache Probleme besser lösen. Nur leider gibt es kaum noch Hausfrauen, denn die hohen Steuersätze zwingen heute die Frauen zur Arbeit, weil im Gegensatz zu den 70-igern nur wenige Männer mit ihrem Nettogehalt eine Familie ernähren können.

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