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Energie
Solarspeicher galten bis vor Kurzem noch als teure Spielerei. Doch die Technik wird immer beliebter. Auch größere Anbieter wagen sich auf den Markt.

Kommentare

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  • Hallo Herr Winkler,

    Heimspeicher für PV-Energie verkorksen definitiv nicht die Energiewende, sondern fördern sie.

    Die Mehrzahl dieser Speicher in Deutschland wird tagsüber mit Überschüssen der eigenen PV-Anlage geladen und bei für den eigenen Bedarf zu geringer PV-Leistung (z.B. nachts) entladen. Aus Sicht der Stromnetze werden damit Einspeisung und Bezug geglättet, was u.a. den Bedarf an Regelenergie reduziert.
    Nachts mit Kohlestrom zu laden gehört in Deutschland nicht zu den Funktionen der meisten Heimspeicher. Andere Länder beabsichtigen damit u.a. die Kohlekraftwerke besser auszulasten, weil deren Emission pro kWh bei geringer Auslastung deutlich steigt und der Wirkungsgrad sinkt.

    Es gibt zwar auch in Deutschland zusätzliche Geschäftsmodelle (u.a. Regelenergie) für kleine Speicher (z.B. < 10 kWh), aber die Aufgaben werden überwiegend von kommerziell betrieben Großspeichern im MWh-Bereich erledigt. Bei beiden Speicherarten sind jedoch in der Kalkulation nicht nur die Strombezugs- und verkaufspreise relevant. Die Batteriealterung, z.B. bewertet in Euro pro entladener kWh (je nach System und Anwendung z.B. 8 – 20 Eurocent), lässt als zusätzliche Kostenposition die Kalkulation anders aussehen.

    Die CO2-Bilanz zu kalkulieren inkl. der Speicherherstellung, verringerter/erhöhter Emissionen von Kohlekraftwerken und weiteren Faktoren ist so komplex, dass sich damit ganz Projektgruppen auseinandersetzen. Während der Energiewende wäre m.E. sogar eine kurze, zeitw. Erhöhung der Emissionen akzeptabel, weil sie danach dauerhaft sinken. Ein perfekter, fließender Übergang zwischen Kohlekraft und der Kombination aus erneuerbaren Energien und Speichern ist kaum organisierbar.

    Pumpspeicher sind auch wichtig, stehen aber nicht in direkter Konkurrenz. Beträge, die Tausende Heimspeicher-Besitzern hauptsächlich für die Erhöhung des PV-Eigenverbrauchs ausgegeben haben, zu Investitionen in Pumpspeicher für Regelenergie umzuleiten, ist m.E. weder hilfreich noch realistisch.

  • @Martin Winkler: Völlig richtig.

    Dazu kommt noch, dass Speicherung Lade- und Entladeverluste mit sich bringt. Immer dann, wenn die erzeugte Leistung vom Netz aufgenommen werden kann, ist es ein ökologisches Verlustgeschäft. Netzausbau wäre also wichtiger.

    Mir erzählte gerade jemand, er habe 34T€ in einen Speicher investiert und 17T€ als Förderung bekommen. Warum muss die Politik ökologische Nachteile zum wirtschaftlichen Vorteil von Investoren fördern?

  • Leider sind die Solarspeicher ein Paradebeispiel für eine verkorkste Energiewende. Auf die deutsche CO2 Bilanz haben sie so gut wie keinen Einfluss. Solange Regelenergie aus Kohlekraft benötigt wird, verpufft Ihre Wirkung
    Ökologisch gesehen, sind sie daher rausgeschmissenes Geld.

    Wirtschaftlich attraktiv sind die Speicher nur, weil der Besitzer nachts den Strom quasi für die gleichen 3,5 Cent/KWh bezieht, für die er den Strom tagsüber an der Strombörse verkaufen könnte. Aus der Differenz zu den 25-30 Cent/ KWh für Strom aus der Steckdose, kann man dann locker den Solarspeicher finanzieren.
    Würde man eine Regel schaffen, dass der Besitzer einer Solaranlage den Strom nachts zum gleichen Börsenpreis (Spotmarkt) beziehen kann, zu dem er ihn tagsüber verkaufen könnte, wäre die Investition hinfällig.
    Was würde dann passieren? Genau das gleiche wie heute. Den Netzbetreibern und Nutznießern aller Zuschläge zum eigentlichen Strompreis würde das gleiche Geld entgehen, welches ihnen beim Einsatz eines Stromspeichers heute auch entgeht.
    Das sinnlos in Solarspeicher investierte Geld könnte dann Klimawirksam in weitere Solar- und Windkraft investiert werden.

    Was passiert, wenn die Kohle nicht mehr als Regelenergie zur Verfügung steht?

    Viel sinnvoller (preiswerter) als tausende von Kleinspeichern wären zum Beispiel Pumpspeicherkraftwerke. Die möchte zwar auch niemand haben, aber ich sehe keinen vernünftigen Grund warum diese nicht z.B. im ehemaligen Braunkohletagebau untergebracht werden könnten. Dies würde gleichzeitig in diesen Regionen die Problematik wegfallenden Arbeitsplätze abmildern.
    Warum werden diese nicht schon heute gebaut? Beantworten wir dies andersherum. Würden die Speicherkraftwerke die gleichen Subventionen erfahren wie private Kleinspeicher könnten wir uns vor Projektanträgen vermutlich kaum retten. (In der Praxis ist heute die Differenz zwischen Strompreis in der Nacht und tagsüber zu gering)

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