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Energie

Bergbauriese Anglo American Milliardengräber unterm Zuckerhut

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Entlassung von 14.000 Kumpel auf Eis gelegt
Eisenerz-Abbau in Brasilien: Die Förderung bei Anglo American stockt. Quelle: Reuters

Eisenerz-Abbau in Brasilien: Die Förderung bei Anglo American stockt.

(Foto: Reuters)

Doch das Milliardengrab in Brasilien ist nicht die einzige Baustelle für den Konzern und den neuen Chef Cutifani. Blutige Arbeitskämpfe in Südafrika erschütterten den Konzern. Die Produktion in den Platin- und Diamantenminen kam wegen teils gewalttätiger Streiks zum Erliegen. Die Arbeiter forderten höhere Löhne und eine bessere Vertretung durch Gewerkschaften. Im Zuge der Proteste starben 44 Arbeiter.

Der Rohstoffkonzern kappte nach den Streiks im November die Dividende um die Hälfte. Auch die Investitionsausgaben fuhr der Konzern um rund 200 Milliarden Dollar herunter. Carroll hielt bislang an dem Geschäft in Südafrika fest. Der Konkurrent Gold Fields hingegen plant, große Teile des südafrikanischen von dem internationalen Geschäft abzutrennen.

Doch bei der Platin-Tochter Anglo American Platinum steht neuer Ärger bevor. Der weltgrößte Produzent des Edelmetalls kündigte Anfang des Jahres an, vier seiner Minen in Südafrika zu schließen. Der südafrikanische Konzern kappt seine Produktion damit um 400.000 Unzen Gold pro Jahr. Das entspricht 19 Prozent der Gesamtherstellung.

Der Schritt betrifft zudem mehr als 14.000 Arbeiter. Damit droht rund einem Viertel der Belegschaft die Arbeitslosigkeit. Die geplanten Jobstreichungen setzte der Konzern aber vorerst aus. Man werde die Entscheidung um bis zu 60 Tage aufschieben, um mit Gewerkschaften und der Regierung zu sprechen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt beschäftigt der Konzern rund 58.000 Menschen.

Insgesamt sollen die jährlichen Aufwendungen um 3,8 Milliarden Rand (327 Millionen Euro) gedrückt und die Investitionen zurückgefahren werden. 2011 war der Gewinn des Unternehmens trotz eines zweistelligen Umsatzwachstums um 28 Prozent gefallen. 2012 droht sogar ein Verlust. Der Bergbaukonzern steuerte zuletzt rund 40 Prozent zur weltweiten Förderung von Platin bei. Mehr als die Hälfte der jährlich geförderten Menge an Platin wird zur Herstellung von Produkten wie Autokatalysatoren verwendet.

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