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Energie

Bilanz der Bundesnetzagentur Das Stromnetz ist so ausfallsicher wie noch nie – trotz Energiewende

Die schwankende Einspeisung von Wind- und Solarstrom bereitet Netzbetreibern viel Arbeit. Doch sie lohnt sich: Stromausfälle sind auf einem Rekordtief.
22.10.2020 - 12:02 Uhr 3 Kommentare
Das deutsche Netz ist auch im internationalen Vergleich mit am sichersten. Quelle: dpa
Strommasten

Das deutsche Netz ist auch im internationalen Vergleich mit am sichersten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Kritiker der Energiewende zeichnen Schreckensszenarien großflächiger Stromausfälle. Tatsächlich ist es für die Netzbetreiber nicht einfach, die zunehmend dezentrale und erneuerbare Stromproduktion ins Netz zu integrieren.

Dennoch gelingt es erstaunlich gut: Einen flächendeckenden Stromausfall hat es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben, und auch das Ausmaß der regionalen Unterbrechungen ist nun auf einen Tiefstand gesunken. Im vergangenen Jahr mussten Verbraucher in Deutschland im Schnitt nur 12,2 Minuten lang auf Strom verzichten, wie die Bundesnetzagentur am Donnerstag mitteilte. Das waren 1,71 Minuten weniger als im Jahr zuvor.

„Unsere Erhebung hat nie bessere Werte ergeben“, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Die erste Veröffentlichung erfolgte im Jahr 2006. Die Stromversorgung in Deutschland sei auch 2019 „sehr zuverlässig“ gewesen: „Die Energiewende und der steigende Anteil dezentraler Erzeugungsleistung haben weiterhin keine negativen Auswirkungen auf die Versorgungsqualität.“

Die Betreiber müssen der Bundesnetzagentur jährlich alle in ihren Netzen aufgetretenen Versorgungsunterbrechungen melden, die länger als drei Minuten dauern. Der jeweilige Bericht enthält Zeitpunkt, Dauer, Ausmaß und Ursache des Ausfalls. Aus allen ungeplanten Unterbrechungen, die nicht auf höhere Gewalt zurückzuführen sind, ermittelt die Bundesnetzagentur den sogenannten Saidi-Wert, der die durchschnittliche Versorgungsunterbrechung je angeschlossenen Letztverbraucher und Spannungsebene innerhalb eines Kalenderjahres widerspiegelt.

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    Nach Angaben der Behörde wurden für das Jahr 2019 von 859 Netzbetreibern insgesamt 159.827 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung übermittelt. Damit sei auch die Anzahl der Ausfälle so niedrig wie noch nie seit Beginn der Erhebung.

    Mit einem Saidi-Wert von 12,2 steht Deutschland international auf einem Spitzenplatz. Es gibt nur wenige Länder, Luxemburg etwa, wo der Wert niedriger ist. In Staaten wie Italien, Spanien oder Frankreich liegt er um ein Mehrfaches höher.

    Der Wert wird vor allem mit Blick auf die Energiewende aufmerksam verfolgt. Schließlich stellt die eine große Herausforderung für die Netzbetreiber dar. Während Strom früher zentral in großen Kraftwerken produziert wurde, wird er jetzt von Hunderttausenden Solaranlagen und Windrädern, die über das Land verteilt sind, eingespeist.

    Zudem schwankt der Ertrag witterungsabhängig sehr stark. Die Netzbetreiber müssen regelmäßig Reservekraftwerke hoch- oder herunterfahren lassen, um Angebot und Nachfrage im Gleichklang zu halten.

    Mehr: Stromverbraucher zahlen bis zu 106 Prozent mehr für die Netze.

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    3 Kommentare zu "Bilanz der Bundesnetzagentur: Das Stromnetz ist so ausfallsicher wie noch nie – trotz Energiewende"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Zum Kommentar von Josef Berchtold:
      Schon mal etwas von Speicherkraftwerken oder Reservekraftwerken gehört?

      Zu Werner R.:
      Ich würde gerne mal die Statistik sehen, ich konnte dazu auf der schnelle nichts finden, habe bisher aber auch noch nie gehört das sich Unternhmen darüber beschweren.
      Scheint also nicht so schlimm zu sein.
      ps. Ich habe auch noch die davon gehört das man Braunkohlekraftwerke für einen Schwarzstart benutzt.

    • Warten wir mal auf eine kalte Dunkelflaute. Keine Sonne, kein Wind, finstere Nacht und minus 25 Grad Celsius. Wenn dann, wie geplant, ein Netzabwurf stattfindet, erst auf dem flachen Lande, und dann bei den Bauern die Melkrotober ausfallen, pro Hof 300 Kühe sterben, sollten sich grüne Politiker schnell warm anziehen.

    • Eine sehr optimistische Darstellung, denn Industrieanlagen fallen schon bei Spannungsabfällen von Millisekunden aus, es dauert z.B. bei chemischen Anlagen und Papiermaschinen Stunden, ehe sie wieder normal produzieren. Die Anzahl dieser kurzzeitigen Ausfälle hat zugenommen. Ein flächendeckender Netzausfall würde Tage benötigen, um wieder ein stabiles Netz zu erreichen. Der Schwarzstart setzt derzeit ein Braunkohlekraftwerk mit zugehörigem Tagebau voraus, um das Netz wieder hochzufahren. Mir ist nicht bekannt, wie man einen Schwarzstart nur mit erneuerbaren Energiequellen durchführen will.

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