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Energie

Bilanz RWE verdient weniger und erwartet einen weiteren Rückgang – die Blitzanalyse

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RWE: Energiekonzern RWE kämpft mit sinkenden Gewinnen Quelle: dpa
RWE

Bei RWE schlagen sich noch die Stromtiefstpreise aus dem Jahr 2016 in der Bilanz nieder.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEigentlich haben sich die Rahmenbedingungen für RWE im vergangenen Jahr deutlich verbessert. Der Strompreis ist gestiegen. Deutschlands größter Stromproduzent konnte davon aber nicht profitieren. 2019 sollte es eigentlich besser werden – daraus wird aber nichts.

  • Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ging für „RWE stand-alone“, also für das Kerngeschäft und die Dividende von Innogy, auf 1,5 Milliarden Euro von 2,1 Milliarden Euro zurück.
  • Das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis sank von 973 auf 591 Millionen Euro.
  • Die Aktionäre erhalten eine üppige Dividende von 70 Cent – sie soll 2019 auf 80 Cent steigen.
  • 2019 werden die Ergebnisse weiter sinken. Das liegt vor allem am Streit um den Hambacher Forst.

Das fällt auf

RWE hat im vergangenen Jahr deutlich schlechter verdient als im Jahr zuvor. Für „RWE stand-alone“, womit RWE das Kerngeschäft mit den konventionellen Kraftwerken, den Energiehandel und die Dividende von Innogy umfasst, verringerte sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf 1,5 Milliarden Euro von 2,1 Milliarden Euro. RWE hatte das aber schon frühzeitig angekündigt. Das Ebitda lag im Rahmen des Zielkorridors von 1,4 bis 1,7 Milliarden Euro.

Auch das um Sondereffekte bereinigte Nettoergebnis sank auf 591 Millionen Euro von 973 Millionen Euro – ebenfalls im Rahmen der Prognose. RWE hatte 500 bis 800 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Eigentlich haben sich die Rahmenbedingungen für Deutschlands größten Stromproduzenten deutlich verbessert. An der Strombörse kletterte der Preis für eine Megawattstunde 2018 kräftig – auf inzwischen mehr als 50 Euro. RWE verkauft Strom üblicherweise aber über zwei, drei Jahre im Voraus am Terminmarkt. Deshalb schlugen 2018 noch die Tiefpreise voll durch, die Anfang 2016 im Großhandel realisiert worden waren. Damals kostete eine Megawattstunde kaum mehr als 20 Euro.

Das fällt negativ auf

Auch 2019 wird das Ergebnis vermutlich weiter sinken. Beim Ebitda rechnet RWE mit einer Bandbreite von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro, beim bereinigten Nettoergebnis von 300 bis 600 Millionen Euro. Zwar spürt RWE allmählich die Erholung der Strompreise. Allerdings wird der Konzern durch den Streit um den Hambacher Forst belastet. Im Herbst musste RWE die Rodung aussetzen und die Förderung im angrenzenden Tagebau Hambach drosseln.

Das fällt positiv auf

Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 70 Cent. Für 2019 soll sie auf 80 Cent steigen. 2017 hatten die Aktionäre zwar 1,50 Euro je Aktie erhalten. Darin war aber eine Sonderausschüttung enthalten.

Was jetzt passiert

Für RWE wird 2019 ein richtungsweisendes Jahr. Zum einen muss der Konzern mit der Bundesregierung über die Bedingungen des geplanten Kohleausstiegs verhandeln. Die Kohlekommission hatte vor wenigen Wochen vorgeschlagen, die Kohleförderung und -verstromung 2018 endgültig zu beenden und nach und nach Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. Das trifft RWE mit seinem Tagebau im Rheinischen Revier besonders. Jetzt gilt es für Vorstandschef Rolf Martin Schmitz eine möglichst gute Kompensation heraus zu holen.

Gleichzeitig will Schmitz RWE in diesem Jahr eine neue Zukunft erschließen. Im März vergangenen Jahres hatte er mit Eon-Chef Johannes Teyssen ein umfangreiches Tauschgeschäft vereinbart – bei dem die RWE-Tochter Innogy zerschlagen wird. RWE bekommt dabei die erneuerbaren Energien von Innogy und Eon. Der Konzern wird damit wieder die gesamte Palette der Stromerzeugung abdecken – von Atom-, Kohle- und Gaskraftwerken bis Wind- und Solarenergie.

Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Schmitz hat auch schon die nötigen Genehmigungen vorliegen. Eon wartetet aber noch darauf – und ohne die würde auch RWEs neue Strategie scheitern. Eon ist aber zuversichtlich, dass die EU-Kommission den Deal genehmigen wird.

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