Energie

Billigstrom Verkaufsgerüchte um Flexstrom

Der Stromdiscounter Flexstrom fiel zuletzt vor allem durch Negativmeldungen auf. Nun haben mehrere Konkurrenten einen Kauf des Unternehmens geprüft. Dazu gehörten auch Tochterfirmen von Großkonzernen.
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Das Logo des Stromanbieters Flexstrom am Eingang des Hauptsitzes in Berlin. Quelle: dapd

Das Logo des Stromanbieters Flexstrom am Eingang des Hauptsitzes in Berlin.

(Foto: dapd)

BerlinDer seit Monaten in der öffentlichen Kritik stehende Billigstromanbieter Flexstrom steht möglicherweise vor einem Eigentümerwechsel. Das Berliner Unternehmen wurde bereits mehreren Konkurrenten zum Kauf angeboten, erfuhr das Handelsblatt (Mittwochausgabe) von Personen, die mit den Gesprächen vertraut sind. Unter anderem wurden die RWE-Tochter Eprimo sowie der Eigentümer des unabhängigen Gasanbieters Goldgas, der Finanzinvestor BluO, angesprochen, wie es in Kreisen heißt, die mit den Gesprächen vertraut sind. Mindestens ein weiterer großer unabhängiger Strom- und Gasanbieter soll sich die Flexstrom-Gruppe angeschaut haben.

Flexstrom-Sprecher Dirk Hempel äußerte sich ausweichend: „Richtig ist, dass uns seit Jahren Anfragen immer mal wieder von möglichen strategischen Partnern erreichen“, sagte er. „Die Flexstrom-Eigentümer stehen weiter voll und ganz zu ihrem Unternehmen.“

Flexstrom ist mit knapp 600 000 Kunden einer der größten unabhängigen Strom- und Gasanbieter Deutschlands. Das Unternehmen war erst 2003 gegründet worden und mit Billigangeboten jahrelang rapide gewachsen.  Die letzten vorliegenden Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2012 zeigen aber, dass sich das Wachstum deutlich verlangsamt hat. Seit dem 31.12.2011 konnte die Gruppe die Kundenzahl nur noch um 7500 auf knapp 570.000 steigern. Die Stammmarke Flexstrom büßte rund 35.000 Kunden ein. Die Tochter Optimal Grün, die erst seit Oktober 2011 zur Flexstrom-Gruppe gehört, verlor im ersten Halbjahr 2012 ebenfalls 35.000 Kunden — das entspricht gut einem Drittel ihres Kundenstammes. Dabei hatte Flexstrom Optimal Grün 2011 für 20 Millionen Euro erworben.

Käufer und Verkäufer waren dabei identisch. Die Männer, die Optimal Grün gründeten und verkauften, waren dieselben Männer, denen auch Flexstrom gehört: Robert und Thomas Mundt halten jeweils knapp 45 Prozent an der Muttergesellschaft Flexstrom. Robert Mundt ist Vorstandsvorsitzender, sein Bruder Thomas Mundt sitzt im Aufsichtsrat. Jeweils fünf Prozent halten Finanzvorstand Martin Rothe und Andreas Felix, der Geschäftsführer von Löwenzahn Energie, einer weiteren Tochtergesellschaft von Flexstrom.

Im November wollte sich Flexstrom 35 Millionen Euro über eine Mittelstandsanleihe besorgen, gab das Vorhaben aber kurz darauf wieder auf.

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20 Kommentare zu "Billigstrom: Verkaufsgerüchte um Flexstrom"

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  • Diese Verbrecher gehören bis an ihr Lebensende weggesperrt. Aber leider werden die wohl nach Flexstrom die nächste Betrügerei und Abzocke vorbereiten. Der Name Flexstrom ist wohl nichts mehr wert, aber die ganzen Kundendaten sind für die potentiellen Käufer wohl interessant.

  • Wer will Flexstrom kaufen? Der Name ist verbrannt für alle Ewigkeit. Einmal Flexstrom und nie wieder! Schön das sich Abzocke und Schneeballsysteme auf Dauer nicht durchsetzen. Teuer wird es am Ende für die.Kunden, die zum Schluß noch dazu kamen. Sie werden wohl mehr verlieren als nur den Neukundenbonus. Zum Schluß noch einen Gruß an das arogante Pack der Flexstrom Kundenhotline. Am Ende lache doch ICH :-)

  • Hier eine Passage aus einer anderen Zeitschrift...

    Die FlexStrom-Tochter Löwenzahn Energie erhöht nach Ablauf der ersten 6 Vertragsmonate mit Bestandskunden den Strompreis auf 28,154 ct/kWh - eine Erhöhung von über 100 Prozent. Gleichzeitig wird die Grundgebühr von 7,99 auf 8,99 Euro angehoben. Löwenzahn bot noch im Oktober 2012 Neukunden Ökostrom für 11,04 Cent/kWh an. Das Unternehmen begründet den Preisanstieg mit dem "Umbau der Energiebranche", dem Ausbau der Netze sowie der gestiegenen EEG-Umlage.

    Ich glaube, dass sagt alles zu den Firmen Flexstrom, Löwenzahn usw.

    Leute es gibt keinen Billigstrom mehr. Schaut euch die Abgaben auf Strom an, wie soll der Preis pro kWh den unter 20 Cent liegen? Das geht ja gar nicht.

  • Flex-Strom ist das Letzte, Wechselbonus wird nicht ausgezahlt, Kündigung nach Preiserhöhung (der Preis lag dann weit über dem Niveau des örtlichen Anbieters)nicht akzeptiert, keine Auszahlung eines Guthabens usw.. Ich kann nur jedem abraten zu diesen Betrügern zu wechseln.

  • Wer als Kunde schlechte Erfahrungen gemacht hat,(Stichwort Neukundenprämie) wird sicherlich wenig Mitleid mit dieser Firma haben.

  • Wow, hier haben jetzt die Internet-Trolle ihren Mund geöffnet. Das können nur die Leute schreiben, die keine Erfahrungen mit Flex und Tochter Löwenzahn haben. Was bekommt IHR dafür? Preisnachlass? Die haben den Krieg gegen die Menschen begonnen,indem sie alle gleich verärgern! Das Internet ist voller Beschwerden, immer die Gleichen! Es gibt auf Facebook schon Gruppen, die ihre schlechten Erfahrungen austauschen und sich erheben, gegen Stromanbieter, die Deutschland zur Kasse bitten und keinerlei Service bieten. Ich kann nur davor warnen! Die Tricksen und Lügen, verstoßen gegen ihre eigenen AGB! Macht Euch schlau! Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

  • Komisch, daß immer nur Handelsblatt die neuesten (und immer negativen) FlexStrom-Berichte zu bieten hat, und die 'informierten Kreise' kennt.

  • Naja, es handelt sich um GERÜCHTE. Ich habe mir die letzten Presseberichte einmal etwas genauer angeschaut und dabei feststellen können, dass einige GERÜCHTE oder gar BEHAUPTUNGEN über die Firma Flexstrom nicht ganz der Warheit entsprechen. Dies hat auch das Landgericht in Köln festgestellt. Ich selbst bin Kunde bei Flexstrom und habe bis dato keine Probleme.

  • Ja, dass ist schon sehr verwunderlich. Da bemüht man sich über Jahre zu verbreiten, dass Flexstrom bald Pleite geht oder bereits längst Pleite ist bzw. sein müsste. Komisch dass da die Kunden verunsichert sind und weglaufen, wodurch dass Unternehmen dann tatsächlich Pleite geht...

    Eher eine Demonstration der Macht der Medien. erinnert mich irgendwie an Schlecker. Der böse Kapitalist schlechthin, der alle seine Leute schlecht behandelt, nicht ordentlich bezahlt und sie nicht mal auf Toilette gehen lässt. Hinterher stellt sich raus, dass der überwiegende Teil über 50 Jahre ist und so satte Tarifgehälter erhalten hat, dass die Damen, trotz ihrer tollen Erfahrungen, keiner mehr haben will oder wieso sind heute noch über 60 % der ehemaligen "Schlecker- Frauen" (und das sind ca. 18.000) immer noch ohne neuen, festen Job???

  • Ich habe auch keine Probleme mit FS gehabt. Abschlussrechnung nach 1Woche erhalten. Vertragsdauer maximal 1Jahr, dann wird's ales gut.

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