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Energie
Batteriezellen bei BMW in Dingolfing

Auch in Deutschland sollen künftig Batterien für E-Autos gefertigt werden.

(Foto: Bloomberg/Getty Images)

Blackstone Resources Schweizer Rohstofffirma will Batteriezellenfabrik in Deutschland bauen

Mit dem Werk hat Deutschland schon vier Zellfabriken in Planung. Um den Anschluss noch zu schaffen, muss es laut Experten nun zügig vorangehen.
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DüsseldorfViele Jahre herrschte Stille, wenn es um das Thema einer eigenen Batteriezellenfertigung in Deutschland ging. Nun häufen sich die Ankündigungen in den vergangenen Monaten.

Anfang der Woche verkündete das Schweizer Rohstoffunternehmen Blackstone Resources, 200 Millionen Euro in den Aufbau einer Zellfabrik in Deutschland investieren zu wollen. Dafür hat der Konzern bereits eine Tochterfirma mit dem Namen Blackstone Research GmbH gegründet – mit Sitz in Erfurt.

Wo das Werk konkret entstehen soll, ist allerdings noch nicht klar. Zwei Standortmöglichkeiten halten sich die Schweizer bereits offen. Zum einen ist das Eisenach, für das die Nähe zum Autobauer Opel spricht, der dort ein Werk besitzt.

Zum anderen sei das niedersächsische Braunschweig im Gespräch. „Dies wäre dann nahe an der Produktionsstätte von Volkswagen. Volkswagen hat beschlossen, stark in die Batterie-Forschung und -Entwicklung sowie die Produktion von Batterien zu investieren“, heißt es zur Begründung in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Das deutsche Werk von Blackstone Resources soll in der ersten Produktionsphase zunächst 100 Millionen Batteriezellen jährlich produzieren, genug für 25.000 bis 100.000 E-Auto-Akkus. „In einer weiteren Phase wird die Produktion stark erhöht“, kündigte das Unternehmen an.

Mit den Schweizern ist die Zahl der hierzulande geplanten Zellfabriken innerhalb weniger Monate von null auf vier gesprungen. Auch der chinesische Branchenriese CATL kündigte den Bau einer 240 Millionen Euro teuren Produktionsstätte in Erfurt an, mit der er Medienberichten zufolge schon in diesem Jahr beginnen könnte. Bis 2022 wollen die Chinesen dort eine jährliche Produktionskapazität von 14 Millionen Kilowattstunden (kWh) aufbauen. Dabei sollen bis zu 600 Arbeitsplätze entstehen.

Der dritte im Bunde wäre der deutsche Batteriehersteller BMZ Group mit Sitz in Karlstein. Das Unternehmen übernahm im November das Start-up TerraE. TerraE gründete sich aus der Initiative zum Bau einer Groß-Serienfertigung von sechs Mitgliedsfirmen des Kompetenznetzwerkes Lithium-Ionen-Batterien.

BMZ-Chef Sven Bauer kündigte an, mit TerraE bis 2020 die erste Zellfertigung in Deutschland aufzubauen. Neben den 120 Millionen Euro, die BMZ bereits in den Ausbau der Produktionslinien für Batterien investiert, intensiviert das Unternehmen damit das Vorhaben, die Zellproduktion ins Heimatland zu holen.

Unternehmen hoffen auf Fördergelder

Auch BMZ-Konkurrent Varta plant, in die Massenproduktion für Batteriezellen einzusteigen. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut und der Unterstützung der baden-württembergischen Wirtschaftsministerin Nicole Hofmeister-Kraut (CDU) soll bei dem Weltmarktführer für Hörgeräte-Batterien ab dem kommenden Jahr in Ellwangen eine Fertigungslinie für großformatige Batteriezellen entstehen.

Alle vier Unternehmen dürften auf die versprochenen Fördergelder aus Brüssel und Berlin hoffen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wirbt bereits seit Monaten für den Aufbau einer eigenen Fertigung in Europa, vorzugsweise in Deutschland.

Der Minister ist davon überzeugt, dass die europäischen Automobilhersteller schlecht beraten wären, wenn sie sich bei den Batterien ausschließlich auf Zulieferungen aus Asien verlassen würden. In Berlin sorgt man sich, dass die asiatischen Batteriezellen-Hersteller, die den Markt beherrschen, die Konditionen diktieren und ein großer Teil der Wertschöpfung der Autoproduktion damit nach Asien abwandert.

Und die Angst ist nicht unberechtigt. Um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, muss schnell sehr viel Geld in Forschung, Entwicklung und Produktion investiert werden. So lautet die Kernaussage einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung.

Demnach bleiben Deutschland beziehungsweise Europa nur noch knapp sechs Jahre, um eine konkurrenzfähige Batteriezellenfertigung aufzubauen. Die Experten gehen davon aus, dass die E-Mobilität bis 2025 den Übergang vom Nischen- zum internationalen Massenmarkt vollziehen wird. Dabei rechnen sie mit zehn bis 30 Millionen Elektrofahrzeugen auf den Straßen. 2030 sollen es dann schon 30 bis 80 Millionen E-Autos sein.

Bis 2025 bräuchte Europa eine Produktionskapazität für Batteriezellen bis zu 300 Millionen kWh. Die Initiativen aus Europa zum Aufbau entsprechender Kapazitäten (in der Studie genannt werden hier namentlich Northvolt in Schweden, TerraE in Deutschland und Saft aus Frankreich) seien aber bisher allenfalls mit Verzögerung in die Gänge gekommen.

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