Energie

Bosch Der schwere Abschied von der Solarsparte

Bis zuletzt hatte Bosch an seinem grünen Verlustbringer festgehalten. Nach dem Aus für das Solargeschäft steht Konzernchef Volkmar Denner vor der gleichen Aufgabe, die schon Ex-Chef Franz Fehrenbach nicht lösen konnte.
Update: 22.03.2013 - 17:54 Uhr 15 Kommentare
Mitarbeiterin von Bosch Solar: Rund 3000 Mitarbeiter sind von dem Ausstieg des Unternehmens aus dem Geschäft mit der Sonnenenergie betroffen. Quelle: dpa

Mitarbeiterin von Bosch Solar: Rund 3000 Mitarbeiter sind von dem Ausstieg des Unternehmens aus dem Geschäft mit der Sonnenenergie betroffen.

(Foto: dpa)

Stuttgart/DüsseldorfJetzt ist es soweit: Bosch steigt aus dem Solargeschäft aus. Die Sparte ist seit Jahren defizitär, eigentlich sollte eine Entscheidung über das weitere Bestehen bereits im vergangenen Jahr gefällt werden. Erst Ende Dezember hatte Bosch-Chef Volkmar Denner im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ noch vage Hoffnungen geschürt. „Wir sind nicht börsennotiert und können daher einen Bosch-Weg suchen“, sagte er. Bosch werde nicht den plötzlichen Ausstieg suchen wie Konkurrent Siemens. Allerdings stellte Denner auch damals bereits klar, dass es eine dauerhafte Quersubventionierung des Solargeschäfts nicht geben werde.

Die Solartochter ist zwar nur ein kleiner Teil der riesigen Bosch-Welt in ganz Deutschland, wo der Konzern rund 119.000 Menschen beschäftigt, weltweit zählt der Bosch-Konzern mehr als 300.000 Arbeitnehmer. Allerdings war die Solarsparte ein Vorzeigeprojekt des Traditionsunternehmens, in das vor allem der langjährige Vorstandschef Franz Fehrenbach Milliarden steckte und an dem er bis zu seinem Ausscheiden als Vorstandschef im vergangenen Sommer festhielt. Entsprechend fiel auch seine Reaktion auf den Untergang der Sparte aus: „Das ist vielleicht die schmerzhafteste Erfahrung, die ich in meinem Berufsleben erleben musste“, sagte Fehrenbach, der an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt war.

Mit dem Kauf des Solartechnikspezialisten Ersol im Jahr 2008 hatte der Automobilzulieferer Bosch Neuland betreten und ließ sich damals von den Medien als „ergrünter“ Konzern feiern.

„Der Solarmarkt wird ein Markt für globale Spieler“, hatte Fehrenbach noch im Sommer 2011 gesagt, als Bosch mehr als eine halbe Milliarde Euro in eine neue Solarfabrik in Malaysia investierte.

Doch der Konzern konnte im Preiskampf nicht mithalten. Als der neue Vorstandschef Denner den Staffelstab von Fehrenbach übernahm, musste er sich auch eine Strategie für die schwache Solarsparte überlegen. „Aufgrund der veränderten Marktbedingungen haben wir keine Chance auf eine dauerhafte Verbesserung gesehen“, sagte Denner am Freitag. „Den massiven Preisdruck in einem immer schwieriger werdenden Markt konnten wir nicht auffangen.“ Allein 2012 seien die Preise noch einmal um 40 Prozent gesunken.

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15 Kommentare zu "Bosch: Der schwere Abschied von der Solarsparte"

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  • Das EEG war,ist und bleibt Schuld darn, dass es die unwirtschafltichen Eneuerbaren Energien zu einem Scheinwirtschaftlichen Erfolg auf Kosten der Stromendverbraucher per EEG-Zwangsabgabe geschwindelt haben.
    Die Erneuerbaren Energien können nicht ohne das wohlstandsvernichtende Erneuerbare Energie Gesetz (EEG)
    Mit jeder neuen Windmühle oder Photovoiltaik Anlage die auf Basis dieses EEG instaliert wird, wird der Stromendpreis per EEG-Zwangsabgabe für dauerhaft in die Höhe getrieben. Der Bürger muss seinen versprochen Solar-Wind Giererfolg mit dauerhaft steigenden Strompreisen begleichen. Zum Schluss bleibt ein Strompreis übrig, der sich keiner mehr leisten kann und ein zerstörte, nicht mehr funktionierende, Energieverteilungsinfrastruktur!
    EEG = Wohlstandsvernichtungsgesetz für ALLE deutschen Bürger!

  • Eine politisch gesteuerte Fehlentwicklung war das. Mit Steuersubventionen wurde da ein ganzer Wirtschaftszweig hochgepusht, obwohl allen klar denkenden Bürgern bewusst war, dass Deutschland kein Solarland ist. Viel Geld verbrannt für Ideologien!

  • Wer - wenn nicht die Herren Fehrenbach und Dais haben den Einstieg ins Solargeschäft entschieden?
    Nun machen die so weiter wie bisher und der AUTOMOTIVE-CHEF muß gehen?
    Lächerlich. Fehrenbach und Dais bitte bitte sofort abtreten.

  • Nein, Bosch hat einen Vorstand, der sich nicht drängen lassen müßte UND die verdammte Verantwortung HAT.
    B. Bohr nun vorzuschieben zeigt, daß Fehrenbach und Dais einfach nur die Looser sind.

  • Es ist nicht wahr, dass Bosch eine halbe Milliarde in eine Solarfabrik in Malaysia investiert hat. Es bestanden Pläne dort eine Fertigung aufzubauen, dieses ist jedoch nicht erfolgt. Der Ausstieg aus der Solarbranche ist unabhängig davon ein sehr trauriger, jedoch auch nachvollziehbarer Schritt für die Robert Bosch GmbH..

  • Allen Kommentatoren ist zu raten sich mit den nüchternen Zahlen zu beschäftigen.
    Hier ein Paar wichtige Infos im Kompaktstil. Erzeugungskosten für Strom aus abgeschriebenen Kernkraftwerken ca. 3 Ct je kWh. Einspeisevergütung für Windkraft ca. 8 Ct. je kWh. Einspeisevergütung für PV aktuell ca. 19 Ct. je kWh.
    Kosten der PV Erzeugung auf dem eigenen Dach ohne Berücksichtigung von Zinsen aktuell ca. 10 bis 15 Ct.. D.h. bei Strompreisen von 21Ct. je kWh heute und mit Energiewende 30 Ct. in 5 - 7 Jahren wird die PV für den Eigenverbrauch in Deutschland in den nächsten Jahren ein gigantisches Wachstum verzeichnen.
    Das haben leider bisher nur die wenigsten verstanden.

  • Nanu? Wo sind denn nun die grünen Jobs? Alle weg????

  • Wenn ein Hr. Cromme gehen mußte, sollten konsequenterweise auch die Herren Fehrenbach und Dais gehen. Das traut man sich aber nicht im Ländle. Lieber vor sich hinmurksen.

  • Die ganze Photovoltaik war von Anfang an eine Totgeburt, die nur aufgrund irrsinniger Subventionen entstanden ist und sich so lange halten konnte.
    Es ist die teuerste und ineffektivste Art Strom zu erzeugen, vgl. Sonnenstunden pro Jahr und Wirkungsgrad!
    Es war ein Hype, bei dem sich nur Wenige, dumm und dusselig verdient haben. Und das alles auf Kosten der Allgemeinheit.
    Nachhaltig waren die Arbeitsplätze, die da kurzzeitig entstanden sind, nie.
    Mit diesen Milliarden hätten wesentlich effektivere Projekte gefördert werden können.

  • Absolut richtige Entscheidung. Lieber ein Ende mit Schrecken, als Ewigkeiten gegen hypersubventionierte Chinesen ankämpfen und Geld zu verbrennen, das man besser in lohnenswerte Geschäftsfelder investiert hätte!

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