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Energie

Braunkohle Ostdeutschland Steag liefert sich Bieterrennen mit Tschechen

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Umweltschützer und Grüne fordern schon lange Braunkohle-Ausstieg

Vattenfall gibt sich beim Bieterverfahren zugeknöpft. Nach dpa-Informationen konnten sich Interessenten vor einiger Zeit Anlagen ansehen. Zum Verkauf stehen vier Kohlegruben in Brandenburg und Sachsen sowie mehrere Kraftwerke.

Neben Steag interessieren sich aus Tschechien die beiden größten Energieunternehmen CEZ und EPH sowie die Czech Coal Group des Milliardärs Pavel Tykac für das Lausitzer Revier. Der teilstaatliche Energiekonzern CEZ hatte unlängst mitgeteilt, bis zum 16. März ein Angebot abzugeben. Auch Tschechiens zweitgrößter Energiekonzern EPH will offenbar eines vorlegen. Zur EPH gehört bereits die Braunkohlegesellschaft Mibrag mit Sitz in Zeitz in Sachsen-Anhalt.

Schon lange fordern Umweltschützer und Grüne wie ein Mantra ein Auslaufen der Braunkohle-Verstromung. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks beharrt auf einem Ausstieg bis 2050 – spätestens. Bis zum Sommer will die SPD-Politikerin dafür einen Klimaschutzplan vorlegen.

Einen Umbau in 20 bis 25 Jahren sozialverträglich zu gestalten, hält sie für möglich. Kürzlich stellte sie zudem der Lausitz in Sachsen und Brandenburg eine Bundesförderung in Aussicht, damit in der eher strukturschwachen Region alternative Arbeitsplätze entstehen können.

Die mächtige Industrie-Gewerkschaft IG BCE ist dagegen offen für einen Steag-Deal. Das Unternehmen bringe durch seine lange Erfahrung in der Kohleverstromung alle nötigen Voraussetzungen für einen Weiterbetrieb der ostdeutschen Braunkohle mit, sagte jüngst Gewerkschaftschef Michael Vassiliadis.

Die finanziell goldenen Zeiten der Braunkohle seien keineswegs vorbei: Mit der Abschaltung der Atomkraft bis 2022 werde die Verstromung wieder lukrativ – noch rund 15 Jahre ließe sich mit Braunkohle gutes Geld verdienen. Vassiliadis ist nicht nur ein Energiepolitiker mit besten Kontakten zu Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), sondern nebenbei auch Vize-Aufsichtsratschef bei Steag.

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  • dpa
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