Energie

Bündelung des Vertriebs RWE plant drastische Einschnitte

RWE-Chef Peter Terium baut den Energieversorger weiter um: Nach der Stromproduktion will er auch den Vertrieb in einer neuen Holding bündeln. Ein frühzeitiges Aus des Braunkohletagebaus Garzweiler dementiert der Konzern.
Update: 08.10.2013 - 10:12 Uhr 14 Kommentare
Braunkohleabbau im nordrhein-westfälischen Tagebau Garzweiler: Die Zukunft des Projekts steht auf der Kippe. Quelle: dapd

Braunkohleabbau im nordrhein-westfälischen Tagebau Garzweiler: Die Zukunft des Projekts steht auf der Kippe.

(Foto: dapd)

DüsseldorfRWE-Chef Peter Terium will nach der Stromproduktion auch das Vertriebsgeschäft in einer europäischen Holding bündeln. Das Geschäft mit Strom- und Gaskunden in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien soll in einer Societas Europaea (SE) zusammengefasst werden, erfuhr das Handelsblatt (Dienstagausgabe) aus Konzernkreisen.

Zum Jahreswechsel hatte RWE schon die Kernkraft-, Kohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Großbritannien in einer neuen europäischen Aktiengesellschaft gebündelt. Das Management sei mit den Einspareffekten so zufrieden, dass das Modell nun auch auf den Vertrieb übertragen werden solle, heißt es in den Kreisen. Einsparungen wären beispielsweise beim Kundenservice oder bei den Abrechnungen denkbar. Zudem könnten neue Produkte gemeinsam entwickelt werden.

Von der neuen Vertriebsholding wäre der Großteil des RWE-Geschäfts betroffen: RWE Deutschland, Essent in den Niederlanden und Belgien sowie die britische N-Power kommen zusammen auf einen Umsatz von 38,3 Milliarden Euro und damit 70 Prozent des Konzernumsatz, beschäftigen knapp 32.000 Mitarbeiter und versorgen 19 Millionen Strom- und Gaskunden.

Der Konzernumbau könnte auch den nordrhein-westfälischen Braunkohletagebau Garzweiler betreffen. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, erwägt der Energiekonzern RWE aus Kostengründen die vorzeitige Schließung des Bergwerks bis zum Jahr 2018. Firmeninternen Szenarien zufolge könnte demnach der größte Tagebau Europas noch so lange betrieben werden, bis die Kohle in den Regionen gefördert ist, aus denen die Anwohner dem Abbau bereits weichen mussten. Dies wäre 2017 oder spätestens 2018 der Fall.

Nach Angaben aus der Konzernspitze prüft RWE, danach den Abriss weiterer Orte und neue Investitionen in den Ausbau des Reviers zu stoppen, wie es in dem Bericht heißt. Begründet werde dies damit, dass der Betrieb der großen Kraftwerke rund um Garzweiler sich immer seltener rentiere. Das wachsende Angebot von Wind- und Solarenergie lasse die Preise an den Strombörsen so stark fallen, dass Kraftwerke immer seltener am Netz seien.

Das Unternehmen wies Spekulationen über ein vorzeitiges Aus von Garzweiler zurück. „RWE hält an seinen bisherigen Planungen zur Fortführung des Tagebaus Garzweiler II unverändert fest“, erklärte Vorstandschef Peter Terium am Dienstag. Die Braunkohle sei ein wichtiger Teil der Stromerzeugung des Konzerns.

Handelsblatt Energie Briefing
Tagebau Hambach keinesfalls betroffen
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14 Kommentare zu "Bündelung des Vertriebs: RWE plant drastische Einschnitte"

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  • Meerwind: Ich habe selten wirklich selten in meinem Leben so einen absolut sinnlosen Beitrag gelesen, der auch noch sachlich falsch ist. Informieren Sie sich bitte aus ihrem "fernen" Köln, bevor Sie so etwas verbreiten. Ich denke die Dreckproblematik ist in Köln doch eher hausgemacht, durch die völlig verstopfte und verkehrstechnisch katastrophale Innenstadt, bei der man mehr an roten Ampeln steht, als fährt. Wenn Ihnen Köln zu dreckig ist, ziehen sie doch in die Umliegenden Gebiete, die sind sauberer als dieses Drecksnest.

  • Meerwind: Ich habe selten wirklich selten in meinem Leben so einen absolut sinnlosen Beitrag gelesen, der auch noch sachlich falsch ist. Informieren Sie sich bitte aus ihrem "fernen" Köln, bevor Sie so etwas verbreiten. Ich denke die Dreckproblematik ist in Köln doch eher hausgemacht, durch die völlig verstopfte und verkehrstechnisch katastrophale Innenstadt, bei der man mehr an roten Ampeln steht, als fährt. Wenn Ihnen Köln zu dreckig ist, ziehen sie doch in die Umliegenden Gebiete, die sind sauberer als dieses Drecksnest.

  • Konkreter:
    Die Menschen in Köln leiden unter der Luftverschmutzung der Braunkohle-KW, das ergab schon eine Mahnung aus Brüssel wegen nicht-Einhaltung der Grenzwerte.
    Die Abgase werden ohne jede Filterung des CO2 billig (und die meiste Zeit umsonst) in die Luft geblasen.

  • @kWhzähler
    ...wenn hier der Raum für ein Buch wäre, würde ich das gerne ausführlich und im Detail darlegen,- aber es sprengt absolut den Rahmen. Nehmen wir mal allein das Thema Grundwasserabsenkung, das für den Tagebau unerlässlich ist. Da wird wertvolles Süßwasser schlicht in die nächstliegenden Vorfluter gepumpt und ist verloren. Die Grundwasserabsenkung nimmt Kilometerweit Einfluss auf das Umland des Tagebaus. Es treten nicht nur Geologische Veränderungen (hauptsächlich Setzungen) ein, sondern auch bei Flora und Fauna. Es betrifft dabei nicht nur Waldflächen sondern auch die umliegende Landwirtschaft- wobei auch der Ausfall der landwirtschaftlichen Nutzflächen des Abbaugebiets und Lagerflächen berücksichtigt werden müßte. Haben sie auch mal an den "Kohlepfennig" gedacht, den sie laufend mit ihrer Stromrechnung zahlen? Den "Preisunterschied" zwischen Gewerbe- und Haushaltsstrom? Der Sonderpreis für die Deutscha Bahn AG, die aus Prestigegründen mit 10.000PS Zügen die Fahrkartenpreise in die Höhe katapultiert? Was inzwischen dazu geführt hat, das es oft "preiswerter" ist mit dem PKW zu fahren, anstatt die Bahn zu benutzen? Was ist mit den Kosten der Renaturalisierung, die nicht allein aus den Wiederverfüllkosten der Flächen besteht, sondern auch aus der Tatsache, das diese Flächen auf Jahrzehnte nicht mehr als Bauland genutzt werden können? usw.usw.usw.

  • @Goalharry
    ""Braunkohle ist also: Preiswert?
    Obwohl mehrstellige Milliardenbeträge dafür ausgegeben werden?
    Auch der Milliardenbetrag, die der Steuerrabatt für Kohle jährlich kostet, egal"".

    Bei den mehrstelligen Milliarden, die dafür ausgegeben werden, handelt es sich um Investitionen, nicht um Subventionen. Weitgehend bleibt das Geld in Deutschland und stützt die regionale Wirtschaft. Ein Braunkohletagebau kann auch nicht ins Ausland verlagert werden.

    Bei den Subventionen muss zwischen Steinkohle und Braunkohle unterschieden werden.
    Die Braunkohle erhält so gut wie keine Subventionen.

    Auch der Milliardenbetrag, EEG, wohl egal?



  • Die von Gartzweiler belieferten Kraftwerke Frimmersdorf und überwiegend auch Neurath sind Uralt-Veteranen aus den 60er und 70er Jahren. Schon jetzt können sie mit ihren schlechten Wirkungsgraden nur wegen der momentan extrem billigen Entsorgung des CO2 in die Luft betrieben werden. Es gibt auch wenige andere fossile Energieträger, die wie die Braunkohle ohne substantielle staatliche Förderabgaben entnommen und vernichtet werden können.
    Eine Schließung spätestens 2018 wäre vernünftig, nachdem 2021 und 2022 zwei Drittel der heutigen Kernkraftwerke außer Betrieb gehen, das wäre dann ein schlechter Zeitpunkt für zusätzliche Abschaltungen. Warum nicht eher?

  • Oh der allwissende Vandale meint, dass man die Dampfmaschinen in Manchester mit Kuhmist betrieb.
    Fakt ist, dass Kohle schon lange nicht mehr Stand der Technik ist, geschweige denn die Zukunft.
    Fakt ist weiter, dass Kohle jährlich mit Milliardenbeträgen über Steuerrabatte subventioniert wird, und das seit Jahrzehnten.
    Fakt ist auch, dass beim Verbrennen von Kohle CO2 entsteht, dass über die Klimaerwärmung die Meere steigen läßt. Das hat zur Folge, dass entweder der Küstenschutz erhöht werden muss oder große Küstenstädte wie Hamburg aufgegeben werden müssen.
    Großkraftwerke, wie vom Vandalen beschrieben weit weg vom Verbraucher errichtet, können nur mit ziemlich schlechten Wirkungsgrad betrieben werden (Abwärmenutzung nicht möglich)
    Wie bitte sehr rechnet sich da die Kohleverstromung?
    Viele kleine dezentrale Kraftwerke (GUD), am besten dort wo die Verbraucher sitzen, das ist die Zukunft. Mit Kohle, Kernkraft und RWE geht das aber nicht.


  • @ sowat
    Machen Sie also bitte die „richtige“ Bilanz, aber bitte keine ideologisch durchsetzte.
    Bitte erklären Sie, wie „man“ die KOMPLETTE Ökonomie in den letzten 30 Jahren auf den Kopf gestellt hat. Bitte benennen Sie die „etlichen Faktoren“, die man angeblich beiseite gelassen hat und bewerten Sie diese quantitativ. Bitte beachten Sie dabei Ihre Argumente nicht isoliert nur auf Deutschland zu beziehen, sondern konsequent auf andere Staaten anzuwenden.
    Viel Vergnügen.

  • Hi...Ich meine Ihnen dass Ihnen die Kenntnisse zur Geschichte ein wenig durcheinander gekommen sind.

    In der vorindustriellen Zeit bis ca. 1850 hat man Energie überwiegend mit Menschen- und Tierkraft, Windmühlen und der Verbrennung von Biomasse gewonnen.

    Moderne Kohletagebaue analog Garzweiler werden seit etwa 80 Jahren genutzt. In vielen Ländern werden neue Kohlevorkommen erschlossen und Kraftwerke gebaut. Abseits der Oekoreligion ist dies eine Technik des Industriezeitalters.

    Vandale

  • Braunkohle wird mit grossen Baggern im Tagebau gewonnen. Die Kosten liegen bei ca. 40 €/to SKE (RWE). Die daraus resultierenden Brennstoffkosten der Braunkohlekraftwerke bei ca. 1c/kWh. Im Vergleich kostet Steinkohle aktuell knapp 100 €/to SKE Grenzübergangspreis, Kernbrennstoff ca. 0,5c/kWh, Erdgas ca. 4c/kWh.

    Die Energiedichte der Braunkohle ist in der Tat niedriger als die von Steinkohle, oder Erdöl.

    Das hat zur Konsequenz, dass man die Braunkohle nur nahe der Vorkommen nutzt. In der Konsequenz gibt es Braunkohlestrom im Rheinland, Brandenburg und Leipzig/Halle. In Süddeutschland und Norddeutschland hat man demzufolge als die Stromversorgung noch nicht durch die Visionen der Oekoreligion bestimmt war umweltfreundliche Kernkraftwerke errichtet.

    Vandale

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