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Energie

Cleantech 100 Das sind Deutschlands vielversprechendste Energie-Start-ups

Deutschland braucht neue Energie. Zehn Start-ups zeigen, welche Ideen in Zukunft gefragt sein könnten. Doch nicht alle Gründer sind erfolgreich.
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Thermondo-Techniker beim Einbau einer Therme. Quelle: Thermondo
Thermondo Techniker beim Einbau einer Therme

Thermondo-Techniker beim Einbau einer Therme.

(Foto: Thermondo)

DüsseldorfBis 2038 muss voraussichtlich das letzte deutsche Kohlekraftwerk vom Netz gehen. Die Energiebranche braucht daher dringend neue Ideen – saubere, effizienten Alternativen, die ganze Haushalte oder besser noch die ganze Republik versorgen.

Zehn besonders vielversprechende Ideen kommen aus Deutschland. Das zeigt die neue Cleantech-100-Liste, die die Cleantech Group aus San Francisco am Dienstag veröffentlicht hat.

Unter Cleantech versteht man die Idee, durch den Einsatz neuartiger Verfahren, Produkte und Dienstleistungen die Effizienz oder Produktivität zu steigern – und gleichzeitig Emissionen zu reduzieren und Ressourcen zu schonen.

Die jungen Unternehmen setzen mit ihren Konzepten genau dort an, wo das Problem seinen Ursprung hat. So bieten Sonnen und Electrochaea zum Beispiel die Möglichkeit, Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern und damit eine Lösung für das größte Problem bei grünem Strom.

Andere wie Tado oder Thermondo verkaufen intelligente Klimalösungen für das Zuhause. Und dann gibt es da noch Lilium, die mit ihren elektronischen Flugtaxis den Verkehr nachhaltig revolutionieren wollen.

Die zehn deutschen Unternehmen auf der Liste sind:
• Electrochaea
• Hydrogenious Technologies
• Kiwigrid
• Lilium
• Skeleton Technologies
• Sonnen
• Sunfire
• Tado
• Thermondo
• Ubitricity

So unterschiedlich die Start-ups sind, sie haben eines gemeinsam: Cleantechs sind in Deutschland ein Trend – allerdings einer, den man erst auf den zweiten Blick erkennt. Die absoluten Zahlen neuer Gründungen in diesem Bereich stehen still. Doch die, die da sind, werden besser.

Im Rahmen der Cleantech-Liste werden jedes Jahr die hundert innovativsten und vielversprechendsten Cleantechs der Welt ausgezeichnet. Zehn der hundert aufgeführten Unternehmen stammen diesmal aus Deutschland. So viele waren es zuletzt vor zehn Jahren.

„Wenngleich die absoluten Zahlen stagnieren, hat der Reifegrad der Cleantechs sehr stark zugenommen“, sagt Start-up-Experte Johannes Ellenberg. Die jungen Unternehmen hätten eine größere Marktrelevanz entwickelt, indem sie marktfähige Produkte im großen Rahmen anbieten.

In der Vergangenheit hätten zudem Investoren durch signifikante Finanzierungsrunden die allgemeine Aufmerksamkeit auf Cleantechs gerichtet. „Ein gutes Beispiel ist Lilium mit einer Bewertung von über 70 Millionen Euro, die unter anderem von Promi-Investor Frank Thelen finanziert werden“, erklärt Björn Kaminski, der beim Bundesverband Deutsche Startups für grüne Start-ups zuständig ist. Für das Handelsblatt äußert er sich gemeinsam mit Professor Klaus Fichter, dem Leiter des Borderstep Instituts für Innovation und Nachhaltigkeit in Berlin, zu dem Thema.

Atomausstieg als Wendepunkt

Im weltweiten Vergleich schneide Deutschland im Bereich grüner Start-ups sehr gut ab. Kaminski und Fichter bezeichnen Deutschland zusammen mit skandinavischen Ländern sogar als weltweit führend. Das unterschreibt auch Christoph Ostermann. Mit seinem Startup Sonnen landet er selbst unter den Cleantech 100: „Die Welt schaut hier auf uns, wie wir ein ganz neues Energiesystem aufbauen.“

Immerhin biete das Land mit seiner vorgeplanten Energiepolitik stabile Rahmenbedingungen. Die Regierung wisse, was getan werden muss. Auch die leicht zugängliche Grundlagenforschung trägt laut Ellenberg ihren Teil dazu bei: „Wir sind ein Land der Ingenieure, hier gibt es Talent und Knowhow.“

Er verweist zudem auf ein hohes Nachfragepotenzial. Für ein Start-up, das beispielsweise einen Filter für Industrieabgase herstellt, biete Deutschland viele Kunden auf relativ dichtem Raum. Das gebe es in diesem Ausmaß woanders kaum.

Ein wichtiger Wendepunkt war laut Stephan Herwig, Marketingchef des Heizungsbauers Thermondo, die Ankündigung des Atomausstiegs: „Die Akzeptanz für Energieeffizienz-Themen ist in Deutschland insgesamt hoch, so dass sich praktikable Lösungen hier erfolgreich umsetzen lassen.“

Insbesondere Tado habe, so Johannes Ellenberg, große Chancen auf eine Erfolgsgeschichte. Das Start-up bietet eine intelligente Klimasteuerung für zuhause. „Die sind jetzt am Markt, können jetzt Wertschöpfung generieren und jetzt Probleme lösen. Mit seinem Reifegrad hat tado ein super Timing“, meint Ellenberg. Das Produkt passe perfekt in die Zeit.

Hohe Aufmerksamkeit im Ausland

Warum gibt es dennoch weniger Gründer in der Cleantech-Branche? Vor drei Jahren noch war die Gründungsaktivität grüner Unternehmen mit 36.400 Unternehmen größer als zuletzt 2017. So steht es im Green Economy Gründungsmonitor. Das liege vor allem am Geld, meint Ellenberg. Gerade Cleantechs haben es mit der Kapitalbeschaffung schwer.

Die Entwicklungen der Technologien sei teuer, doch viele deutsche Investoren würden das Risiko meiden. Kaminski weiß warum: „Sie haben sich durch diverse Pleiten in der Solarbranche die Finger verbrannt.“ Ellenberg gibt Anlass zur Hoffnung. Das verfügbare Risikokapital sei durch das niedrige Zinsniveau in den letzten Jahren bereits stark angestiegen: „Mit schwindenden Renditemöglichkeiten in klassischen Anlagen steigt die Risikobereitschaft und größere Wetten werden eingegangen.“

Im Ausland bekommen deutsche Start-ups der Energiebranche hohe Aufmerksamkeit. Der Geschäftsführer des tschechischen Investors Inven Capital, Petr Mikovec, ist bekennender Fan des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Das habe vor allem einen Grund: „Die deutsche Wirtschaft ist seit Jahren sehr stark, mit anhaltendem Wirtschaftswachstum in den meisten Sektoren.“ Seine Firma hat mit Sonnen, Tado und Sunfire selbst in drei der deutschen Cleantechs auf der Liste investiert.

Ein anderes Problem, das so manchem Cleantech Schwierigkeiten bereitet, seien Gesetze und Regeln. „Unsere Technologie zur Energiespeicherung etwa ist schon heute flächendeckend einsetzbar. Leider sind die entsprechenden Regularien dafür nicht ausgelegt oder hemmen eine Markteinführung“, gibt Francesco di Bari, Finanzchef von Electrochaea, zu bedenken.

Die Motivation, das eigene Start-up trotz allem grünen Technologien zu widmen, entspringe einem neuen „Mindset“, sagt Kaminski. Sehr viele Gründer denken heutzutage per se nachhaltig. Das sei ein sehr wichtiger Faktor bei der Gewinnung von Mitarbeitern - und damit ein überzeugendes Argument in Zeiten des Fachkräftemangels.

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1 Kommentar zu "Cleantech 100: Das sind Deutschlands vielversprechendste Energie-Start-ups"

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  • Ja: "Im weltweiten Vergleich schneide Deutschland im Bereich grüner Start-ups sehr gut ab." Die Qualität deutscher Technologien und Ingenieurswissens ist hoch angesehen. Kein Wunder auch, dass die Berliner Neutrino Energy Group mit ihrem wissenschaftlichen Beirat unter Leitung von Prof. K. Meyl innovativste Neutrino Technologien entwickelt, die das gesamte System der Stromversorgung revolutionieren wird.
    Solare Strahlenspektren mit Neutrinos, stehen 24 Stunden und 7 Tage die Woche, bei Tag und eben auch bei Nacht, im Freien oder in einem Gebäude, also gleich wo zur Verfügung und sorgen dafür, dass die Menschheit in Zukunft unabhängig von der Verbrennung fossiler Brennstoffe sein wird. Diese Möglichkeiten wurden nach langen kontroversen Auseinandersetzungen in den letzten Jahren nun wissenschaftlich u. a. durch den Nobelpreis in Physik und viele, sogar notariell beaufsichtigte Experimente bestätigt. Das unternehmerische Ziel für die Zukunft ist "Neutrino Inside", d. h. technische Geräte durch die Industrie in Lizenz fertigen zu lassen, welche völlig unabhängig vom derzeitigen Stromnetz funktionieren;drahtlose Energieübertragung, Energie aus der Umgebung ernten, die Zukunft kennt weder Stromkabel noch Steckdose. Das System unserer großen Kraftwerke, wo ungeheure Mengen Energie zentral erzeugt werden, die dann über tausende Kilometer Stromleitungen unter enormen Verlusten und mit hohen Kosten zu den Verbrauchern gelangt (Strom aus der Steckdose, wie bereits vor 100 Jahren) ist überaltert und nicht umweltverträglich. Neuartige Technologien und Möglichkeiten zum Schutz von Klima und Umwelt müssen heute Vorrang bekommen. "Neutrino Power, diese Form der Energiewandlung reicht für die umweltfreundliche Abdeckung des Weltenergiebedarfs, das Thema ist physikalisch durch", so Prof. Dr. Konstantin Meyl.

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