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Energie

Dementi Gazprom weißt Berichte über OMV-Einstieg zurück

Gazprom führt laut eigener Aussage derzeit keine Gespräche mit dem arabischen Investor IPIC über dessen OMV-Anteile. Auch das österreichische Finanzministerium hat keine Anzeichen für einen Ausstieg der Araber.
27.06.2014 - 17:30 Uhr Kommentieren
Die Gazprom-Karte bekommt keinen Zuwachs: Das Unternehmen von Chef Alexei Miller will doch nicht bei der OMV einsteigen. Quelle: Reuters

Die Gazprom-Karte bekommt keinen Zuwachs: Das Unternehmen von Chef Alexei Miller will doch nicht bei der OMV einsteigen.

(Foto: Reuters)

Moskau/Wien Der russische Energiemonopolist Gazprom hat Berichte über einen möglichen Einstieg beim österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV zurückgewiesen. „Das ist nicht wahr“, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew am Freitag auf die Frage, ob es derzeit Gespräche über den Kauf eines 24,9-prozentigen OMV-Anteils vom arabischen Investor IPIC gebe. Auch das österreichische Finanzministerium sowie OMV-Hauptaktionär ÖIAG erklärten, sie hätten keine Anzeichen für einen Eigentümerwechsel bei dem Großkonzern. Eine mit der Sache vertraute Person hatte Reuters am Donnerstag gesagt, Gazprom habe mit IPIC über den Kauf des Aktienpakets gesprochen. Ob ein solcher Deal zustande komme, sei aber offen, hatte ein weiterer Insider gesagt.

Die Nachricht hatte für Aufregung in der Alpenrepublik gesorgt – auch weil der Staat an der OMV als einem der größten Industriekonzerne des Landes 31,5 Prozent hält. Dieses von der Staatsholding ÖIAG verwaltete Paket hat Österreich mit dem Anteil von IPIC gebündelt: Dieser Aktionärspakt sieht vor, dass sich die Aktionäre bei wichtigen Unternehmensentscheidungen abstimmen. Wenn IPIC konkrete Verkaufsabsichten verfolgt, müsste der Investor aus Abu Dhabi die ÖIAG darüber informieren – auch weil die österreichische Staatsholding ein Vorkaufsrecht hat. Einer der Großaktionäre kann sein Paket also nicht ohne weiteres verkaufen.

Der seit Jahrzehnten bestehende Aktionärspakt ist zwar zeitlich unbegrenzt. Gewisse Teile des Vertrages müssten aber immer wieder verlängert werden, sagte der ÖIAG-Sprecher. Details wollte er nicht nennen. SPÖ-Finanzsprecher Jan Krainer sagte, über eine solche Verlängerung werde derzeit verhandelt.

Grundsätzlich steht der neue ÖIAG-Aufsichtsratschef Siegfried Wolf einem Eigentümerwechsel bei der OMV nicht ablehnend gegenüber. Wenn ein Investor die Aktien erwerben wolle, könnte man gar nicht Nein sagen, sagte Wolf dem ORF am Donnerstagabend. Österreich müsse in so einem Fall aber prüfen, ob der neue Partner in das strategische Bild passen würde. IPIC ist seit gut 20 Jahren an der OMV beteiligt. Das Verhältnis mit der Staatsholding ÖIAG sei „hervorragend“, sagte Wolf.

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    Nach Einschätzung von Analysten wäre der vom russischen Staat kontrollierte Energieriese Gazprom ein naheliegender strategischer Investor. Erst am Dienstag unterzeichneten Gazprom und OMV einen Vertrag über den Bau des österreichischen Teilstücks der Pipeline South Stream. Der russische Präsident Wladimir Putin war persönlich in Wien, um für das von der EU kritisch beäugte Projekt zu werben. Ein direkter Einstieg Russlands bei der OMV stand jedoch bislang nicht im Raum.

    Die beiden Unternehmen verhandeln derzeit aber über Anteile an der österreichischen Gashandelsbörse Baumgarten. OMV-Chef Gerhard Roiss hat Gazprom nach eigenen Angaben einen Anteil von 25 Prozent ihres 65-Prozent-Anteils angeboten. Über diese Gasbörse wird jenes Gas gehandelt, das in Baumgarten ankommt.

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