Energie

Deutschland Dinner mit GE-Chef Immelt „Deutschlands Energiepolitik langfristig nicht tragbar“

Jeffrey Immelt auf Blitzbesuch in Berlin. Beim Handelsblatt Deutschland Dinner kritisiert der General-Electric-Chef vor 500 Lesern, darunter auch Wirtschaftsminister Rösler, die Energiewende. Diese vernichte Jobs.
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GE-Chef Jeffrey Immelt spricht in Berlin zu Handelsblatt-Lesern. Quelle: CHLietzmann

GE-Chef Jeffrey Immelt spricht in Berlin zu Handelsblatt-Lesern.

(Foto: CHLietzmann)

BerlinAls die „Air Force One“ mit US-Präsident Barack Obama an Bord in Berlin-Tegel landet, steht dort ein Privatjet schon längst auf dem Rollfeld. Er war bereits mittags aus Paris gekommen. An Bord: Jeffrey Immelt, Chef von General Electric und damit einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse der Welt.

Er ist Ehrengast beim Handelsblatt Deutschland Dinner. Immelt spricht mit Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart unter anderem über eines der wichtigsten Themen, das Deutschland gerade umtreibt: die Energiewende. Deutschland brauche eine „Zweitmeinung“, einen unabhängigen Blick auf dieses Thema, ermuntert Steingart seinen Gast.

Und Immelt liefert. Die Tatsache, dass Vizekanzler und Wirtschaftsminister Philipp Rösler im Publikum sitzt, kann ihn daran nicht hindern: „Wenn ein Stahlwerk in Texas 5 US-Cent pro Kilowattstunde Strom zahlen muss und eine Prozessindustrie in Deutschland 20 US-Cent, dann werden hier Arbeitsplätze vernichtet“, sagt er.

Manchmal gehe es eben nur darum, wie man im Vergleich zu anderen dastehe, denn kein Unternehmen agiere isoliert. „Ich denke, dass Deutschland gerade wirtschaftlich zu leiden hat“, sagt Immelt. „Energiepolitik ist eine große Herausforderung und sie verwirrt die Menschen, die in Deutschland investieren wollen. Ich glaube, dass Sie hier in Deutschland einen der besten Regierungschefs der Welt haben, aber ich denke, dass diese Energiepolitik langfristig nicht tragbar ist.“ Rösler, aber auch Firmenchefs wie Peter van Hüllen, Vorstand der Geschäftsführung der Georgsmarienhütte, oder der Ehrenpräsident der US-Handelskammer in Deutschland, Fred Irwin, nickten zustimmend.

Immelt spricht sich dafür aus, das umstrittene Fracking auch in Deutschland zu fördern, also die Gewinnung von Gas durch das Aufbrechen von Gesteinsschichten mithilfe von Chemikalien. Innovation komme durch ständige Verbesserung voran, nicht durch ständige Angst. Kritiker befürchten die Kontamination des Grundwassers und die Verseuchung der Luft, wenn bei den Bohrungen giftiges Methan entweicht. „Aus meiner Sicht können diese zwei Herausforderungen technisch gelöst werden“, sagt Immelt. Er plädiert für Gas als Energieträger, um die Grundlast zu tragen und erneuerbare Energien als Ressourcen für die Spitzenlast.

Handelsblatt Energie Briefing
„Wir wollen eine Bedeutung in Deutschland haben“
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34 Kommentare zu "Deutschland Dinner mit GE-Chef Immelt: „Deutschlands Energiepolitik langfristig nicht tragbar“"

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  • Unsere politische Elite hat Deutschland an die Wirtschaftslobbyisten verkauft - und als weitere Folge dieses Tuns schwindet jetzt auch noch der soziale Zusammenhalt der deutschen Bevölkerung immer mehr! Ich bin froh, nicht auch noch Kinder in diese Welt gesetzt zu haben, die den moralischen Niedergang unserer Gesellschaftsform später um so mehr zu ertragen hätten...

  • Ich weiss ja nicht, was meine Nachbarn empfehlen.
    Ich empfehle immer das Studium der Dokumente:
    a) Die Global Industrial Note vom 16.10.2005 - "Plutonomy - Buying Luxury, Explaining Global Imbalanes"
    b) Die Global Equity Strategy Note vom 29.9.2006 - "The Plutonomy Symposium — Rising Tides Lifting Yachts"
    Beide Texte sind, weil vom Herausgeber Citigroup Corp., N.Y., als wohl hinreichend qualifizierte Quellen definiert.
    Sowie
    c) Grundsätze und Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft, Walter Eucken
    d) Wirtschaftsordnung und Wirtschaftspolitik. Studien und Konzepte zur sozialen Marktwirtschaft und zur europäischen Integration, Alfred Müller-Armack und - last but not least
    e) Wohlstand für alle, Ludwig Erhard

    um zu der Einsicht zu gelangen, dass wir gegenwärtig von einer Geldwirtschaftsdiktatur nach der Diktion der amerikanischen Elite der "sculls & bones" domininiert und organisiert werden.

    Jenseits aller sachlichen Argumente taucht da immer auch die Identität des Symbols der "sculls & bones" als amerikanischem Besitzstandsfeudalelitegeheimbund und dem Totenkopf mit den darunter gekreuzten Unterarmknoschen der Nazis-Elitarier von den Sturmstandarten (SS) auf. Wir sollten die geistige, moralische, ethische und sittliche Verwandschaft dieser beiden ständisch-korporativen Weltanschauungen nicht aus dem Blick verlieren, wenn wir Deutschland 2013 als das 4. Reich defnieren müssen.

  • Da die Interessen von GE primär im Verkauf von Gasturbinenkraftwerken besteht, sind die Agitations- und Propagandaphrasen zum Thema Energieversorgung und -wende nun wirklich von gar keinem Interesse, es sei denn man sorgt sich um seine Aktienanteile, die man von GE in seiner Geldschatulle versteckt hat.

    Und dass Jeffrey Immelt dem Fracking das Wort redet, ist sicherlich seiner - trotz aller Globalisationstendenzen von GE - seiner Perspektive als Herrenreiter in den endlosen und menschenleeren Weiten des mittleren Westens zuzurechnen.

    Bedenklich ist, wie sehr sich das Handelsblatt zu einer Propagandamaschine dieser Besitzstandspartikuliere der klobalen Geldwirtschaftsdiktatur machen lässt.

  • Wie in jedem Land gibt es Strompreise für Industrie und andere Großverbraucher und Strompreise für Gewerbe und Privathaushalte. Und in jedem Land zahlen die Kleinverbraucher einen höheren Preis um den Großverbrauchern einen niedrigen Preis zu ermöglichen. Gerecht? Nein! Ist aber so. Deshalb kann in Deutschland auch weiter Aluminium und Stahl produziert werden - sofern man das will. An den Aussagen von Herrn Immelt gibt es nichts zu korrigieren. Wir werden Fracking einsetzen müssen um an die heimischen Vorräte zu kommen und wer - wenn nicht deutsche Techniker - könnte die Probleme beim Fracking lösen? Dass Amerikaner fast 3 mal soviel Strom wie Deutsche verbrauchen hat übrigens was mit Klimaanlagen und falschen Häusern zu tun und nichts mit "German Angst". Bei solcher Verschwendung nutzt auch ein geringer Strompreis dann nur weinig.

  • Mich würde interessieren, ob jemand Herr Immelt gefragt hat, wie weit er selbst von einem nächstgelegenen Atomkraftwerk wohnt.

    Die Antwort wird sicherlich bestätigen, dass er vollkommen ehrlich und integer ist.

  • Die ganzen Windmühlen rufen den meisten Menschen unangemehm ins Gedächnis wie verschwenderisch, gierig und selbstzerstörerisch sie wirtschaften! Das will natürlich keiner sehen!
    Aber ich kann beruhigen! Ohne die Energiewende wird es für uns alle auch bergab gehen, und zwar noch schneller!
    Um das zu kapieren bedarf es an intelligenz!

  • Einfach nur erschreckend ...

  • ja klar, und die geringfügigen Mengen an radioaktiver Strahlung kann man dann jederzeit in Tschernobyl und Fukushima feststellen. Und der Strom ist wohl auch deshalbbillig, weil niemand die Kosten für die Entsorgen des jahrtausende lang strahlenden Abfalles kalkuliert.

  • Tja, der Artikel gehört eher in den Gesellschaftsteil mit einer Ausnahme am Anfang. Und da hat der Amerikaner einfach Recht, der Preisunterschied von 5 zu 20 Cent ist eine Realität die zu ignorieren viele Arbeitsplätze kostet.
    Energiewende hin oder her, Deutschland ist nun mal kein Land, in dem solche Konkurrenz keine Bedeutung hat.
    Da hilft auch keine Zetern über die Ungerechtigkeit oder falsche oder gar gefährliche Energiepolitik der Anderen.
    Und zum Thema Fracking stimmt die Aussage im Prinzip auch, ohne Risiko kein Gewinn durch neue Neuheiten. Verluste sind durch Verbesserungen zu erreichen.so und nicht anders ist Deutschland erfolgreich geworden. Auch wenn uns heute der Preis dafür zu hoch erscheint, weil wir ein paar Jahrzehnte uns auf unserer technischen Führung ausruhen konnten, wird uns diese Wahrheit entweder auf die harte Tour oder abgemildert durch rechtzeitige Einsicht einholen.

    H.

  • Was sagt Bangkok Fipsi zu Pimmelt's Ergüssen

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