Energie

Duell der Rohstoffkonzerne BHP heizt Eisenerz-Markt weiter an

Der Rohstoff-Gigant BHP Billiton fördert immer mehr Eisenerz und deklassiert Rio Tinto. Fallende Preise schrecken die Produzenten nicht ab. Die Hoffnungen ruhen auf einer besseren Produktivität – und auf China.
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BHP Billiton hat die Produktion auf eine neue Rekordmenge gesteigert. Quelle: Reuters
Eisenerz-Mine in Australien

BHP Billiton hat die Produktion auf eine neue Rekordmenge gesteigert.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf/SydneyDer weltweit größte Bergbaukonzern BHP Billiton übt sich in Zuversicht. „Unser Geschäft hat sich im Bilanzjahr 2015 recht gut entwickelt“, unterstrich der Vorstandschef Andrew Mackenzie mit Blick auf die Produktionszahlen. Optimistisch ist er insbesondere für den Eisenerzbereich: „Eine bessere Produktivität wird die einzige Basis für mengenmäßiges Wachstum im westaustralischen Eisenerzbereich 2016 bilden.“ Die Kosten sollen um 16 Dollar je Tonne fallen und die Produktion um weitere sieben Prozent zulegen, kündigte der Konzern am Mittwoch an.

Schon im Geschäftsjahr 2015 (bis Ende Juni) hat BHP Billiton die Produktion um 14 Prozent gesteigert und die Rekordmenge von 233 Millionen Tonnen Eisenerz gefördert. Damit wurde selbst die eigene Prognose vom Januar übertroffen. Für das gerade angelaufene Jahr 2015/16 plant der Konzern einen weiteren Anstieg um sechs Prozent auf dann 247 Millionen Tonnen.

Ähnlich stark ist bei dem größten Bergwerksbetreiber der Welt nur der Kohlebereich gewachsen (plus 13 Prozent) auf 43 Millionen Tonnen. Der größte Produktionsbereich ist mit 256 Millionen Barrel (je 159 Liter) die Erdölförderung.

Die Entwicklung des Energiebereichs insgesamt stockt allerdings. Erst vor wenigen Tagen hatte BHP Billiton Wertberichtigungen über insgesamt zwei Milliarden US-Dollar nach Steuern in seinem Schiefergas-Geschäft in den USA angekündigt. Zusammen mit Wertberichtigungen im Kupfer-Segment, so teilte der britisch-australische Konzern am Mittwoch mit, könnten der Gewinn mit 350 bis 650 Millionen Dollar gemindert werden. Die endgültigen Jahreszahlen gibt BHP am 25. August bekannt.

Doch damit ist jetzt schon klar, dass BHP besser abgeschnitten hat als Rio Tinto, der zweitgrößte Eisenerzproduzent der Welt. Der ebenfalls britisch-australische Konzern hatte vergangene Woche bekanntgegeben, aus seinen kanadischen und australischen Minen im ersten Halbjahr insgesamt 153 Millionen Eisenerz verschifft zu haben, sieben Millionen Tonnen weniger als prognostiziert.

Die Einbuße wird das Unternehmen mehrere hundert Millionen Dollar gekostet haben, sagen Beobachter in Sydney. Rio Tinto will bis Ende des Jahrzehnts pro Jahr 360 Millionen Tonnen des Rohstoffs verschiffen.

Auch der Preisrückgang am Eisenerzmarkt, dem Grundstoff für die Stahlproduktion, hat die Produzenten bisher nicht gestoppt. Der Druck auf die Preise dürfte sich daher weiter erhöhen, da sich das Wirtschaftswachstum in China abschwächt. Die Volksrepublik ist einer der größten Abnehmer von Eisenerz. Dennoch ruhen gerade die Hoffnungen der Australier auf dem Land.

An der Börse stießen die Produktionszahlen von BHP Billiton auf wenig Gefallen. In einem ohnehin etwas schwächeren Aktienmarkt büßten die Aktien überproportional rund vier Prozent ein und notierten nur noch bei knapp 1200 Pence. Die Experten von Morgan Stanley loben indes den „anständigen Ausblick“ auf die Produktion von 2016 und raten zur Gleichgewichtung der Aktie. Independent Research hatte zuletzt „halten“ geraten und ein Kursziel von 1390 Pence gesetzt. Als Hauptargument nennt Analyst Sven Diermeier die „attraktive Dividendenrendite“.

Ranking der Rohstoff-Riesen
huGO-BildID: 15757866 An undated handout photograph shows coal from the Anglo American Plc Paso Diablo mine being loaded onto a barge on Lake Maracai
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Platz 5: Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern erreicht einen Börsenwert von 45,4 Milliarden Dollar. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg, Stand 10. Januar 2013

File photo shows a train carrying copper cathodes from a foundry towards a port at Chuquicamata open pit copper mine
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Das Unternehmen wurde 1917 von Ernest Oppenheimer in Südafrika gegründet. Damals stand die Ausbeutung der Goldvorkommen im Vordergrund. Heute fördert und verarbeitet der Konzern neben Edelmetallen und Diamanten auch Industriemetalle wie Kupfer.

huGO-BildID: 7064233 A road train of ore from Xstrata Plc's Cloncurry mine drives past a sign welcoming visitors to the mining town of Mt. Isa, Austr
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Platz 4: Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hat an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt mehr als 34 Prozent an Xstrata.

File photo of Swiss commodities trader Glencore's logo in front of its headquarters in Baar
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Die Fusion der Häuser mit Hauptsitz im Schweizer Ort Zug war lange ins Stocken geraten. Der Staatsfonds von Katar schoss als Xstrata-Großaktionär dazwischen und verlangte mehr Geld. Nach zähen Verhandlungen einigten sich die Streithähne auf eine höhere Abfindung für die Aktionäre. Glencore zahlt den Xstrata-Aktionären eigene Aktien im Verhältnis 3,05 zu 1 zum Tausch. Die Fusion ist damit mehr als 30 Milliarden Dollar schwer.

An overview of Ferro Carajas iron ore mine in the Carajas National Forest in Parauapebas
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Platz 3: Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

To match Interview VALE-INDONESIA/
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Lange war der 1942 gegründet Rohstoff-Gigant ein staatlicher Betrieb, wurde dann aber privatisiert. Mit der Übernahme brasilianischer und kanadischer Konkurrenten stieg der Konzern zum weltgrößten Eisenerz-Förderer auf und expandierte weltweit, etwa nach Indonesien. Das Unternehmen verarbeitet den Grundstoff auch zu Rohstahl weiter.

File photo of remotely controlled tipper trucks operating at a Rio Tinto iron ore mine in Western Australia
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Platz 2: Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden später selbst Ziel eines Übernahmeversuchs.

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