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Energie

Elektromobilität Innogy wirbt BMW-Manager ab

Autokonzerne und Versorger nehmen endlich das Geschäft mit Elektroautos ernst – und konkurrieren schon um Know-how und Führungskräfte. Die RWE-Tochter hat dem Autohersteller jetzt einen führenden Manager weggeschnappt.
Update: 05.05.2017 - 13:03 Uhr 1 Kommentar
Die RWE-Tochter betreibt in Deutschland mehr als 4300 Ladepunkte.
Ein BMW i3 tankt an einer Innogy-Säule

Die RWE-Tochter betreibt in Deutschland mehr als 4300 Ladepunkte.

Düsseldorf Jahrelang schoben sich in Deutschland Autohersteller und Versorger die Verantwortung für den schleppenden Ausbau der Elektromobilität gegenseitig zu. Die Autokonzerne klagten über den langsamen Aufbau der Ladeinfrastruktur. Die Versorger wollten nicht in Vorleistung gehen, ehe nicht genügend Elektroautos auf den Straßen fahren.

Endlich machen beide Branchen ernst – und sie machen sich auch schon ordentlich Konkurrenz. Innogy, der Marktführer unter den Versorgern in der Elektromobilität, hat jetzt nach eigenen Angaben einen hochrangigen Manager von BMW, einem der Vorreiter unter den Autoherstellern, abgeworben. Zum achten Mai tritt Stefan von Dobschütz in die Führung des Geschäftsbereichs Elektromobilität der RWE-Abspaltung ein. Er wird dort mit der bisherigen Chefin, Elke Temme, eine Doppelspitze bilden.

Bisher war von Dobschütz General Manager von BMW i, der Elektroauto-Marke von BMW. BMW hat mit dem halbelektrischen Sportwagen i8 und dem rein elektrischen i3 eine eigene Elektrooffensive gestartet. Im vergangenen Jahr wurde war der i3 in Deutschland das meistverkaufte Elektroauto. Insgesamt blieben die Zulassungen der vergangenen Jahre aber hinter den Erwartungen zurück. Deswegen hatte BMW es zuletzt nicht eilig, die Modellpalette von BMWi zu erweitern. Von Dobschütz ist nicht der erste führende Vertreter, der das Projekt i verlässt - zuletzt wechselte sein Kollege Carsten Breitfeld als CEO zum chinesischen Elektroautobauer Future Mobility Corporation.

Für den Energieversorger soll BMW-Manager von Dobschütz den Ausbau der elektrischen Mobilität vorantreiben. Schon heute betreibt Innogy in Deutschland ein Netz mit mehr als 4300 Ladepunkten, international sind es mehr als 5700. Zum Vergleich: Ende des vergangenen Jahres waren nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) in Deutschland 7400 Ladepunkte öffentlich zugänglich – Innogy hat also mehr als die Hälfte aufgebaut.

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Enthüllt: Etwa zwei Jahre nachdem das Konzept auf der IAA Premiere feierte, ist nun die Serienversion des BMW-Elektroautos i3 vorgestellt worden.

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BMW-Chef Norbert Reithofer flog für die Präsentation nach New York. Um 8.40 Uhr Ortszeit wurde der i3 enthüllt, parallel in New York, Peking und London.

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Das erste vollelektrische Serienauto von BMW kommt im November mit dem i3 zu Preisen ab 34.950 Euro auf den deutschen Markt. Seine größten Erfolge soll er jedoch in den chinesischen Megacities feiern.

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Den Vertrieb in Deutschland übernehmen 14 Niederlassungen und 33 selbstständige Händler als sogenannte "i-Agenten". Außerdem richtet BMW eine Vertriebsplattform im Internet ein. Neben dem Fahrzeug selbst bieten die Münchner unter anderem auch ein spezielle Ladevorrichtung namens "i Wallbox", Wartungsdienstleistungen und Apps für Computer und Smartphone an.

(Foto: PR)
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Ausgehend vom E-Auto i3 setzt BMW auf die Offensive "Future Retail", die der Konzernvorstand im November 2012 abgesegnet hat. Statt autonomer Händler, die auf eigenes Risiko Autos verkaufen, sollen demnach Vertreter auf Honorarbasis Autos absetzen. Zudem sollen Verkäufer künftig die Kunden zu Hause aufsuchen. Eine sogenannte "Mobile Sales Force" ist laut Krüger schon eingerichtet.

Den größten Effekt versprechen sich die Bayern aber vom Online-Direktverkauf. Obwohl bis dato kein großer Autohersteller den Schritt ins Internet wegen der Macht des Autohandels und den damit befürchteten massiven Protesten in der Branche gewagt hat, scheint die internetfreie Zeit vorbei.

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Elektromotoren haben den physikalischen Vorteil, schon aus dem Stand heraus ihre höchste Kraft zu entwickeln. Im i3 sind es immerhin 250 Nm, so viel wie ein Golf Diesel "BlueMotion".

Was den Bayern außerdem von anderen Elektroautos unterscheidet, ist seine Agilität. Mühelos und handlich lässt er sich durch die Pylonengasse wedeln, meistert präzise den Ausweichttest und überrascht auch auf engstem Parkraum. Wo ein Mini zurücksetzen muss, dreht der i3 fast auf der Stelle.

Etwas gewöhnen muss sich der Fahrer lediglich an die recht starke Bremswirkung (Rekuperation) des Elektromotors beim Gaswegnehmen.

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BMW gibt 7,2 Sekunden für den Sprint auf 100 km/h an. Tempo 60 ist nach 3,7 Sekunden erreicht.

Und der Konzern will das Engagement noch deutlich ausbauen. Ende vergangenen Jahres gründete das neue Unternehmen, in das RWE im vergangenen Jahr das Geschäft mit der Energiewende abgespaltet hatte, einen neuen Geschäftsbereich für Elektromobilität im Vertriebsressort. Er soll sich um den Ausbau der Ladeinfrastruktur, maßgeschneiderte Angebote für Unternehmen, Kommunen und Stadtwerke sowie neuartige Vertriebsangebote wie Car-Sharing kümmern. Vor kurzem kündigte das Unternehmen zudem an, die komplette Dienstwagenflotte auf Elektroantrieb umzustellen.

„Für Innogy ist E-Mobility ein Megathema in Deutschland und international“, betonte Konzernchef Peter Terium jetzt beim Wechsel des BMW-Managers: „Die Elektromobilität wird kommen – und zwar eher früher als später. Und wir sind mit Innogy in einer sehr guten Ausgangsposition, die wir jetzt konsequent weiter ausbauen.“ Innogy wolle der „führende Lösungsanbieter für Ladeinfrastruktur in Europa und den USA“ werden.

Von Dobschütz übernimmt die Verantwortung für den nationalen wie internationalen Vertrieb inklusive Business Development sowie das Vertragsmanagement. Temme kümmert sich um Produktmanagement, Operations, Produktentwicklung und Kommunikation.

Auch BMW hat ehrgeizige Ziele in der Elektromobilität – und dürfte über den Wechsel nicht erfreut sein.

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1 Kommentar zu "Elektromobilität: Innogy wirbt BMW-Manager ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn das abwerben von Managern schon als "Innovativer" Erfolg der sog. E-Mobilität und Energiewende gewertet wird, dann weis man erst ,wie schlecht es um die sog. Erneuerbare Energiebranche überhaupt steht,.

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