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Energie

Energie EEG-Umlage steigt 2020 – Verbrauchern drohen höhere Strompreise

Die Bundesregierung plant Entlastungen der Stromkunden bei der EEG-Umlage – von 2021 an. Im kommenden Jahr soll die Umlage aber erst einmal steigen.
Update: 15.10.2019 - 10:07 Uhr 2 Kommentare
Strompreise könnten 2020 wegen höherer EEG-Umlage steigen Quelle: dpa
Windrad in Niedersachsen

Durch die EEG-Umlage wird Ökostrom gefördert. Sie soll 2020 steigen – und damit die Strompreise.

(Foto: dpa)

Berlin Den Stromkunden droht die nächste Preiserhöhung: Die von ihnen zu zahlende Umlage zur Förderung des Ökostroms steige im kommenden Jahr um 5,5 Prozent auf 6,756 Cent je Kilowattstunde, wie die vier Übertragungsnetzbetreiber Amprion, TransnetBW, 50Hertz und Tennet mitteilten.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber nannten als einen Grund für die höhere Umlage die Entwicklung des EEG-Kontos. Dieses sei zwar zum 30. September mit 2,2 Milliarden Euro im Plus gewesen. Da der Kontostand aber rund 40 Prozent niedriger sei als im Vorjahr, führe dies zu einem Anstieg der EEG-Umlage für das Jahr 2020.

Dem Verbraucherportal Check24 zufolge bedeutet dies bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden eine Erhöhung um 18 Euro. Durch höhere Netzgebühren könnten weitere 35 Euro hinzukommen. Es steht den Versorgern allerdings frei, ob sie diese an ihre Kunden durchreichen.

Für das Jahr 2019 liegt die Umlage bei 6,405 Cent. Sie war zweimal in Folge gesunken. Die EEG-Umlage macht ungefähr ein Viertel des Strompreises aus und finanziert die festen Vergütungen, die Ökostrom-Produzenten für die Einspeisung ihres Stroms bislang unabhängig vom Marktpreis bekommen. Weitere Bestandteile des Strompreises für Privatkunden sind Steuern, andere Abgaben und Umlagen sowie Produktionskosten und die Netzentgelte.

Auch das Vergleichsportal Verivox geht insgesamt von steigenden Strompreisen aus. Neben dem Anstieg der EEG-Umlage zeichneten sich auch bei den übrigen Strompreisbestandteilen Erhöhungen ab, sagte Energieexperte Valerian Vogel der Deutschen Presse-Agentur.

Die Netzentgelte, die rund ein Viertel des Strompreises ausmachen, werden auch laut Verivox-Prognose im kommenden Jahr ebenfalls ansteigen. Auch die Großhandelspreise der Versorger lägen über dem Vorjahresniveau. „Verbraucher in Deutschland müssen sich daher zum kommenden Jahr erneut auf Strompreiserhöhungen einstellen“, so Vogel. Schon heute zahlten Verbraucher in Deutschland europaweit neben den Dänen die höchsten Strompreise.

„Das EEG erkauft Klimaschutz zu einem viel zu hohen Preis“

Die Bundesregierung plant im Gegenzug zu einem Einstieg in eine CO2-Bepreisung in den Sektoren Verkehr und Gebäude Entlastungen beim Strompreis. Die Umlage zur Deckung der Kosten des nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergüteten Stroms soll ab 2021 in einem ersten Schritt um 0,25 Cent pro Kilowattstunde gesenkt werden und dann weiter verringert werden. Die Koalition will dadurch besonders Familien und kleine und mittelständische Firmen entlasten.

Besonders stromintensive Unternehmen sind von einem Teil der Umlage weitgehend befreit, weshalb die anderen Verbraucher einen entsprechend höheren Kostenanteil tragen müssen. Die EEG-Umlage wurde zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind und Sonne eingeführt.

FDP-Fraktionsvize Christian Dürr kritisierte: „Kein anderes Land gibt so viel Geld für Klimamaßnahmen aus und erreicht dabei so wenig. Seit 19 Jahren erkauft das EEG Klimaschutz zu einem viel zu hohen Preis. Zahlen müssen ihn vor allem die Haushalte mit kleinen und mittleren Einkommen.“ Dies sei weder gerecht noch wirtschaftlich. Die FDP fordere daher die Abschaffung des EEG und der EEG-Umlage.

Die Hauptgeschäftsführerin des Kommunalverbandes VKU, Katherina Reiche, sagte, die im Klimaschutzprogramm vereinbarte Reduzierung der EEG-Umlage sei ein Tropfen auf den heißen Stein, der sofort verdampfe. Um die Stromkunden wirklich zu entlasten, sei dringend eine Überprüfung der Abgaben, Umlagen und Steuern im Energiebereiche notwendig.

Mehr: Die Stromnetze sind auf Kante genäht, das gefährdet die Stromversorgung, meint Handelsblatt-Reporter Jürgen Flauger. Dabei sollte die Versorgungssicherheit bei der Energiewende Priorität haben.

  • dpa
  • rtr
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2 Kommentare zu "Energie: EEG-Umlage steigt 2020 – Verbrauchern drohen höhere Strompreise"

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  • Es funktioniert doch problemlos.......

    Dienstleiter kommen mit ihren Einnahmen nicht aus und sie beschließen
    einfach eine Preiserhöhung.
    Keiner wird gefragt, keiner widerspricht und der deutsche Michel zahlt immer wieder
    munter weiter.
    Es lebe die Selbstbedienungsmentalität in der deutschen Gesellschaft.

    Wie blöd ist eigentlich der Wähler??

  • Wieso das denn? Ich dachte die Bundesregierung will die kommende CO2 Steuer anderweitig kompensieren, nämlich über die Strompreisnebenkosten?