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Energie

Energie Russischer Ölriese Rosneft erhöht Anteil an Bayernoil-Raffinerie

Die deutschen Ölraffinerien haben ein durchwachsenes Jahr hinter sich. Rosneft nutzt die Gelegenheit und erhöht seine Anteile an Bayernoil.
17.01.2020 - 18:33 Uhr Kommentieren
Russland ist mit großem Abstand vor Norwegen, Libyen und Kasachstan Deutschlands wichtigster Erdöllieferant.  Quelle: Reuters
Rosneft-Anlage

Russland ist mit großem Abstand vor Norwegen, Libyen und Kasachstan Deutschlands wichtigster Erdöllieferant. 

(Foto: Reuters)

Berlin, Düsseldorf Der russische Ölkonzern Rosneft baut seine Raffinerie-Aktivitäten in Deutschland aus. Die Rosneft Deutschland GmbH bestätigte dem Handelsblatt, den Anteil an der Bayernoil-Raffinerie von 25 Prozent auf 28,57 Prozent aufgestockt zu haben. Der Anteil stammt von Konkurrenten BP. Weitere Anteilseigner der Raffinerie in Vohburg und Neustadt an der Donau sind Varo Energy mit 51,43 Prozent und Eni 20 Prozent.

Mit dem Kauf vergrößert Rosneft seinen Anteil an der Raffineriekapazität der Bayernoil auf fast drei Millionen Tonnen im Jahr und verstärkt zugleich seine Marktpräsenz in einer der größten deutschen Industrieregionen.

Für die deutsche Ölverarbeitungsbranche hätte 2019 besser laufen können. Seit fast vier Jahren sind Produktion und Absatz nahezu konstant. Dazu kam 2019 noch die mehrwöchige Schließung einer russischen Pipeline im Osten Deutschlands. Ende April mussten die Öllieferungen nach Deutschland und Westeuropa über die russische Pipeline „Druschba“ nach einer Verunreinigung teilweise unterbrochen werden. Auch hier ist Rosneft Mehrheitseigner. 

„Wirtschaftlich betrachtet war 2019 für die Raffinerien ein teilweise gutes, teilweise aber auch schwieriges Jahr", sagt Christian Küchen, Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes in Deutschland. 
Auch die nächsten Jahre durften für deutsche Raffinerien durchwachsen werden. „Die klimapolitischen Herausforderungen bringen starke Unsicherheiten mit sich“, sagt auch Küchen.

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    Ein hoher CO2-Preis, strengere Auflagen und die E-Auto-Initiative der Bundesregierung stellt das ölverarbeitende Gewerbe vor große Herausforderungen. Noch machen Raffinerien gut die Hälfte ihres Umsatzes mit der Produktion von Diesel und Benzin.

    „Auch bei einem Nachfragerückgang bei Kraftstoffen und Heizöl werden erhebliche Mengen erneuerbarer Kraftstoffe benötigt, wenn die Klimaziele im Jahr 2030 erreicht werden sollen“, ist sich Küchen sicher und setzt dabei voll auf die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe, die Ölkonzerne schon seit Jahren aktiv fördern.

    Grüner Wasserstoff aus erneuerbarem Strom kann unter anderem in flüssigen Kraftstoff umgewandelt und so durch die bestehende Infrastruktur an Pipelines und Tankstellen verteilt werden. So hoffen die Raffinerien sich auch in Zukunft eine wichtige Stellung auf dem Energiemarkt sichern zu können.  

    BP arbeitet mit dem Stromerzeuger Uniper an einem Projekt, an dessen Ende Power-To-X-Komplexe stehen sollen. Shell hat im vergangenen Jahr mit dem Bau einer Elektrolyse-Anlage im Rheinland begonnen. Die Lufthansa startete mit der Raffinerie Heide in Schleswig-Holstein ein Pilotprojekt für CO2-neutrales Kerosin.

    Und eine Allianz von Energieversorgern, Mineralölfirmen und dem Autobauer Audi hat im April ein Programm zur Markteinführung von E-Fuels erarbeitet – bis 2025. Schließlich müssen sich die Ölkonzerne über das Geschäftsmodell der Zukunft Gedanken machen. 

    Russland setzt weiter auf Öl 

    Während Experten in Europa zukünftig mit einer sinkenden Ölnachfrage rechnen, sieht das in Russland anders aus. „Die Russen werden sicherlich die Ölproduktion nicht zurückfahren. Ein Großteil des russischen Staatshaushalts ist ja auf den Ölexport ausgelegt“, erklärt Götz Erhardt, von der Unternehmensberatung Accenture. Dass russische Unternehmen sich deswegen ihre Geschäfte in Deutschland auch bei einem Rückgang der Ölnachfrage sichern wollen, sei also nur logisch. 

    Zwar fällt die Erhöhung der Rosneft-Anteile an der Bayernoil mit gut 3,5 Prozent gering aus. Brancheninsider sprechen aber von einer „strategischen Entscheidung“ der Russen. Dahinter stecke die Absicht, von Bayern aus auch den österreichischen Markt stärker in den Blick zu nehmen. Außerdem spielt die Bayernoil-Raffinerie eine wichtige Rolle im Markt für Kerosin.

    „Seit Rosneft in Deutschland im Jahr 2017 mit dem Asset Management und der Vermarktung von Ölprodukten begann, wächst unser Kundenstamm stetig“, sagte Rosneft-Chef Igor Sechin. Gleichzeitig seien der Süden Deutschlands und die Nachbarländer wichtige Regionen für das Geschäft von Rosneft. Die Erhöhung des Anteils an der Bayernoil-Raffinerie seie ein Schritt „zur weiteren Entwicklung des Unternehmens auf dem europäischen Markt“.

    Rosneft ist in Deutschland an den Raffinerien PCK im brandenburgischen Schwedt mit 54 Prozent beteiligt, an der Bayernoil-Raffinerie in Vohburg nun mit 28,57 Prozent und an der Miro-Raffinerie in Karlsruhe mit 24 Prozent.

    Nach eigener Darstellung ist Rosneft Deutschland das drittgrößte Unternehmen in der Mineralölverarbeitung im deutschen Markt und einer der wichtigsten Großhändler. Russland ist mit großem Abstand vor Norwegen, Libyen und Kasachstan Deutschlands wichtigster Erdöllieferant. 

    Mehr: Noch verdienen die Ölmultis ihr Geld hauptsächlich im Verkehrssektor. Aber die Petro-Branche hat ihre Alternative zum Kraftstoff schon gefunden.

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