Energie: Warum sind die Stromnetze in Deutschland wirklich überlastet?
Düsseldorf. Stromnetzbetreiber stehen derzeit unter Stress: Sie bekommen Hunderttausende Anfragen von Stromerzeugern und Stromverbrauchern, die an das Stromnetz angeschlossen werden wollen. Unternehmensvertreter und Politiker sprechen sich deshalb immer häufiger dafür aus, erneuerbare Energien nicht schneller auszubauen, als das Stromnetz Anschlüsse liefern kann.
Eon-Chef Leonhard Birnbaum sagte bereits Anfang des Jahres in einem Handelsblatt-Interview: „In Deutschland herrscht der planwirtschaftliche Irrglaube, dass mehr Solar- und Windkraftanlagen automatisch mehr Energiewende bedeuten.“ An einigen Orten brächten erneuerbare Energien allerdings kaum noch Zusatznutzen.
Auch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche adressiert das Problem. Im Juli sagte sie in einem Interview: „Der Ausbau der erneuerbaren Energien muss sich viel stärker am Ausbau des Stromnetzes orientieren.“
Doch mit Blick auf neue Netzanschlussanfragen fallen erneuerbare Energien kaum noch ins Gewicht. Das zeigt eine Umfrage des Handelsblatts unter den größten Netzbetreibern in Deutschland. Für die Vielzahl von Anfragen sind maßgeblich andere Akteure verantwortlich.