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Energie

Energie Windkonzern Enercon will Teile seines Geschäfts auslagern

Bislang hat das Unternehmen viele Windparks in Eigenregie entwickelt und auch selbst betrieben. Das soll sich mit Hilfe eines neuen Partners jetzt ändern.
22.04.2020 - 17:31 Uhr Kommentieren
Der Konzern arbeitet mit Hochdruck an seiner Sanierung. Quelle: dpa
Enercon-Projekt

Der Konzern arbeitet mit Hochdruck an seiner Sanierung.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der ostfriesische Turbinenhersteller Enercon will das Geschäft mit dem Betrieb und der Entwicklung von Windparks auslagern. Stattdessen sollen die Aktivitäten in Zukunft in einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem Energieversorger EWE gebündelt werden. Dafür unterzeichneten beide Unternehmen am Mittwochnachmittag eine Absichtserklärung. „Für EWE ist der Ausbau der Windenergie ein zentrales strategisches Wachstumsfeld“, begründet EWE-Chef Stefan Dohler den Schritt. 

Für Enercon ist es vor allem ein wichtiger Schritt, um die dringend notwendige Neuausrichtung des Konzerns weiter voranzutreiben. „Bei einem Zustandekommen kann sich Enercon künftig im Wesentlichen auf die Kernkompetenzen in den Bereichen Entwicklung und Bau sowie Vertrieb und Service von Windenergieanlagen konzentrieren“, kommentiert Heiko Janssen, Vorstandsvorsitzender der Aloys Wobben Stiftung. Diese kontrolliert das Unternehmern.

2018 rutschte Enercon zum ersten Mal in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte in die roten Zahlen und machte 200 Millionen Euro Verlust. 2019 dürften es noch deutlich mehr werden. Der angeschlagene Windriese steckt tief in der Krise und scheint sich nun von Altlasten zu befreien.

Schließlich arbeitet der Konzern mit Hochdruck an seiner Sanierung. Mehr als 3000 Stellen hat Enercon dafür gestrichen. Und zum ersten Mal wurde Hilfe von außen geholt. Dem langjährigen Enercon-Chef Hans-Dieter Kettwig wurden gleich vier neue Manager zur Seite gestellt. Zuvor hatte der ehemalige Co-Geschäftsführer Simon Wobben, der Neffe des Gründers Aloys Wobben, überraschend seinen Posten geräumt. 

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Standort erkennen

    Angesichts eines fast zum Erliegen gekommenen deutschen Windmarktes, muss sich nun auch Enercon in Richtung Ausland orientieren. Jahrelang hatte der norddeutsche Konzern sich auf dem boomenden Heimatmarkt ausgeruht. Während Konkurrenten wie Siemens Gamesa und Nordex schon früh in andere Länder expandierten, ging Enercon nur mit angezogener Handbremse ins Ausland. Auch das vielversprechende Geschäft mit der Windkraft auf See überließ man komplett der Konkurrenz. 

    Konzentration auf das Kerngeschäft

    Als Wind-Weltmeister Deutschland nachlässt, bricht dem Konzern schließlich die Grundlage weg. In der Folge schmelzen die Gewinne des Traditionsunternehmens seit vier Jahren rapide ab. 2018 brach dann auch der Umsatz ein; von 5,7 Milliarden Euro im Vorjahr auf nur noch 4,3 Milliarden Euro.

    „Die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens ist natürlich gleichzeitig eine Konzentration auf unser Kerngeschäft“, erklärte Enercon-Sprecher Felix Rehwald. Dadurch werde der Fortbestand der Enercon-Gruppe noch einmal unterstrichen. 

    „Das geplante Gemeinschaftsunternehmen mit EWE ist für die Aloys Wobben Stiftung ein wichtiger Baustein für die bereits laufende Neuausrichtung der Enercon-Gruppe und bietet gute Chancen, den Wert von Bestand und Projektpipeline gemeinsam mit einem regionalen Partner weiter zu entwickeln“, erklärt Vorstandschef Janssen am Mittwoch.

    Vor seinem gesundheitsbedingten Rückzug hatte Gründer Aloys Wobben Enercon 2012 als UEE Holding („Unendlich Erneuerbare Energien“) an die Stiftung als alleinige Gesellschafterin überführt. Das geplante Gemeinschaftsunternehmen würde nach jetzigem Stand rund 2500 Megawatt (MW) aus Bestandsanlagen und eine Projektpipeline von circa 2300 MW umfassen. 

    Beide Partner sollen zu gleichen Anteilen am Gemeinschaftsunternehmen beteiligt sein. Die unternehmerische Führung läge jedoch bei EWE, den Vorsitz des Aufsichtsrates hätte dafür die Aloys Wobben Stiftung inne. Gespräche über weitere Details sollen noch im Laufe des Jahres abgeschlossen werden. 

    Mehr: Das verschwiegene Firmengeflecht von Enercon gerät in Gefahr.

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