Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Energie

Energiebranche Morgan-Stanley-Fonds will Windpark-Entwickler PNE übernehmen

Der US-Infrastrukturfonds hat dem deutschen Windpark-Entwickler ein unverbindliches Angebot unterbreitet. Ob es zur Übernahme kommt, ist noch offen.
Update: 27.08.2019 - 13:45 Uhr Kommentieren
Der Morgan-Stanley-Fonds ist an dem Betreiber PNE interessiert. Quelle: dpa
Windpark

Der Morgan-Stanley-Fonds ist an dem Betreiber PNE interessiert.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die weltweite Nachfrage nach Windrädern wächst rasant und rückt Unternehmen in den Fokus, die bisher eher ein Nischendasein fristeten. Eines davon ist PNE aus Cuxhaven. Die langjährige Erfahrung des Windparkprojektierers wird mit dem rasanten Anstieg der Erneuerbaren neuerdings immer wichtiger. 

Das hat nun auch ein Infrastruktur-Fonds der US-Investmentbank Morgan Stanley erkannt und will den Projektentwickler übernehmen. PNE bestätigte in der Nacht zum Dienstag ein unverbindliches Angebot von Morgan Stanley Infrastructure Partners (MSIP) über 3,50 bis 3,80 Euro je Aktie. Zuerst hatte die Nachrichtenagentur Reuters darüber berichtet. 

„Die Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit gab es schon länger. Das Angebot kam dann am Montagabend“, sagt PNE-Chef Markus Lesser im Gespräch mit dem Handelsblatt. Dabei sei MSIP auf den Projektierer zugekommen. „Wir sind nicht aktiv auf der Suche nach einem Käufer“, sagt Lesser. Man habe immer mal wieder Gespräche geführt, aber ein konkretes Übernahmeangebot in diesem Rahmen habe es so noch nicht gegeben.

Die Offerte des Infrastrukturfonds entspricht einem Börsenwert von 268 bis 290 Millionen Euro und liegt bis zu 25 Prozent über den Schlusskurs von 3,05 Euro vom gestrigen Montag. Zum Börsenstart an diesem Dienstag reagierte die Aktie und stieg um fast zwölf Prozent. 

Ob es tatsächlich zur Übernahme kommt, ist allerdings noch offen. „Wir können gut alleine bestehen“, bekräftigt Lesser. „Trotzdem sind wir natürlich grundsätzlich offen, wenn jemand ein solches Vertrauen in uns setzt.“ Für Lesser ist das Angebot eine Bestätigung für den Strategieschwenk, den das Unternehmen vor zwei Jahren, gemeinsam mit einem Namenswechsel von PNE Wind hin zu PNE, eingeläutet hat.

„Da muss man mitziehen, sonst hat man keine Chance“

Statt sich nur um die Planung und Umsetzung von Windprojekten zu kümmern, wollen die Cuxhavener neue Märkte erschließen, um in den nächsten Jahren die gesamte Wertschöpfungskette hinter der Energieerzeugung abzudecken. „Der Windmarkt ist sehr volatil, und es passiert gerade viel auf dem Markt“, erklärt CEO Lesser den Umbau.

Es gehe weg von reinen Windparks, hin zu immer mehr „hybriden Projekten“, die Wind, Solar und Batterien kombinieren. „Da muss man mitziehen, sonst hat man keine Chance.“ Der harte Preiskampf in der Windbranche dürfte sein Übriges tun. Bis zu 40 Prozent des Betriebsergebnisses sollen bis 2023 derlei neue Geschäfte ausmachen. Das wäre ein radikaler Wandel. 

Ein potenzielles Geschäftsfeld der Zukunft könnte unter anderem das Power-to-X-Segment sein. Die Technologie ermöglicht es überschüssigen Strom in Form von Wasserstoff zu speichern, der wiederum in Gas, synthetische Kraftstoffe oder zurück in Strom umgewandelt werden kann.

„Wir schauen uns die Power-To-Gas-Technologie vor allem im Offshore-Bereich an. Hier sehen wir langfristig auf jeden Fall großes Potenzial“, erklärt PNE-Chef Lesser das Interesse. Insgesamt will er für den Umbau zum Dienstleister für saubere Energien in den nächsten vier Jahren mindestens 50 Millionen Euro investieren. 

Die kommen bei PNE zum Teil aus der eigenen Tasche, teils aus einer neuen Unternehmensanleihe im Wert von 50 Millionen Euro, die der Konzern neu ausgegeben hat. Aber auch Investoren bringen frisches Kapital rein. Mit Dimensional Holdings und der Internationalen Kapitalanlagegesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz INKA) bauten im April zwei Großaktionäre ihre Positionen aus.

Das Projektgeschäft läuft für PNE trotz massiven Preisverfalls aber noch ziemlich gut. Seine Gesamtleistung konnte das Cuxhavener Unternehmen mit 85,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppeln. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) verdreifachte sich auf 12,9 Millionen Euro.

Mehr: Braunkohlekraftwerke rutschen tief in die roten Zahlen: Im ersten Halbjahr steht ein Verlust von mehr als einer halben Milliarde Euro. Und das ist wohl erst der Anfang.

Startseite

0 Kommentare zu "Energiebranche: Morgan-Stanley-Fonds will Windpark-Entwickler PNE übernehmen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote