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Energiekonzern Bei Innogy läuft es in keinem Bereich gut – die Blitzanalyse

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Innogy verdient in allen Sparten weniger Quelle: Reuters
Tristesse in Essen

Der Gewinn von Innogy geht in allen Sparten zurück.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDas erste Halbjahr 2018 war für Innogy zweifellos turbulent. Gerade war der bisherige Chef Peter Terium geschasst worden, dann einigte sich Mutterkonzern RWE mit Konkurrent Eon auf einen Verkauf von Innogy. Und auch die Geschäfte des Energieversorgers liefen in den ersten sechs Monaten nur mäßig. Das operative und das Nettoergebnis gingen deutlich zurück. Das zeigt der Zwischenbericht, den das Unternehmen am Freitagmorgen präsentierte.

  • Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um zehn Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
  • Bereinigtes Nettoergebnis verringerte sich um 23 Prozent auf 662 Millionen Euro.
  • Innogy bestätigt aber den Ausblick für das Gesamtjahr.
  • Trotz der bevor stehenden Übernahme soll die Strategie fortgesetzt werden.

Das fällt positiv auf

Erwarteter Rückgang: Positives findet sich in der Bilanz leider wenig. Die Entwicklung liegt nach Darstellung des Energieversorgers zwar im Rahmen der Erwartungen. Einerseits habe Innogy ein Jahr zuvor im deutschen Vertriebsgeschäft noch positive Einmaleffekte verbucht. Andererseits wurde Innogy aber auch von einem „unerwarteten Anstieg von Rohstoffkosten infolge kalter Witterung“ in den Niederlanden erwischt. Und der Rückgang im Ergebnis traf alle Bereiche.

Das fällt negativ auf

Steigende Schulden: Die Nettoschulden stiegen seit dem Jahresende um 2,3 Milliarden Euro auf 18 Milliarden Euro. Innogy begründete das zum einen mit der Gewinnausschüttung im April. Zum anderen liege das am „saisonbedingt regelmäßig“ negativen Free Cashflow im ersten Halbjahr. Während der Strom- und Gasabsatz zu Beginn des Jahres witterungsabhängig besonders hoch sei, verteilten sich die Zahlungen der Kunden gleichmäßig über das Jahr.

In allen Bereichen läuft es nicht gut. Im Vertrieb verringerte sich das Ebit um 20 Prozent auf 475 Millionen Euro. Die Ergebnisse waren dabei im schwierigem britischen Markt weiter negativ, gingen aber auch in Deutschland (um 20 Prozent) und den Niederlanden (um 26 Prozent) deutlich zurück.

Auch im Geschäft mit erneuerbaren Energien wurde das Ergebnis durch die Witterung belastet. Hier sank das Ebit um knapp sieben Prozent auf 167 Millionen Euro. Die Windräder wurden weniger stark angetrieben – vor allem in Großbritannien.

Im Netzgeschäft ging das Ergebnis leicht zurück. Das liegt vor allem an neuen Regulierungsvorgaben bei Gasnetzen. Das Ebit der wichtigsten Sparte sank um drei Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Was jetzt passiert

Übernahme wird vorangetrieben: Auch die Übernahme durch Eon macht Fortschritte. Mitte Juli hatte sich das Innogy-Management um Vorstandschef Uwe Tigges mit RWE und Eon geeinigt: Das Management wird die Transaktion unterstützen. Dabei bedeutet sie letztlich die Zerschlagung von Innogy. Eon wird die Sparten Vertrieb und Netz übernehmen, RWE das Geschäft mit erneuerbaren Energien.

Für Tigges und sein Team geht es jetzt für eine faire Integration zu kämpfen, bei der die Stärken von Innogy bei den jeweils neuen Eigentümern gewahrt werden. Gleichzeitig darf der Energiekonzern aber das Tagesgeschäft nicht vernachlässigen. Speziell im Vertrieb ist das Wettbewerbsumfeld schließlich hart.

Vorstandschef Uwe Tigges bekräftigte, dass der Konzern trotz der bevorstehenden Übernahme seine Investitionen weiter voran treiben wolle – unter anderem in erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Breitband-Internet.

An der Prognose, 2018 ein Ebit von 2,7 Milliarden Euro und ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,1 Milliarden Euro zu erreichen, hält Innogy fest. Das ist zwar jeweils weniger als 2017, als Innogy ein Ebit von 2,8 Milliarden Euro und ein Nettoergebnis von 1,2 Milliarden Euro erreicht hatte. Das hatte der Konzern aber schon Ende vergangenen Jahres angekündigt.

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