Energie

Energiekonzern EnBW schreibt wieder schwarze Zahlen

Nach hohen Verlusten erzielt der Konzern wieder einen Milliardengewinn. Für die Energiewende sieht sich EnBW gut aufgestellt.
Update: 22.03.2018 - 11:25 Uhr 1 Kommentar
„Der Bedarf gerade an kritischer Infrastruktur wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.“ Quelle: dpa
EnBW-Chef Frank Mastiaux

„Der Bedarf gerade an kritischer Infrastruktur wird in den kommenden Jahren stark zunehmen.“

(Foto: dpa)

DüsseldorfWenn es nach EnBW-Chef Frank Mastiaux geht, hat der Energiekonzern aus Baden-Württemberg „versprochen und geliefert“. Und tatsächlich schreibt das Unternehmen nach hohen Verlusten wieder schwarze Zahlen, und kann seinen Aktionären nach einer Nullrunde jetzt wieder eine Dividende von 50 Cent pro Aktie versprechen.

Unter dem Strich stand im vergangenen Jahr ein Gewinn von 2,05 Milliarden Euro nach einem Verlust von 1,8 Milliarden im Jahr zuvor, wie Mastiaux am Donnerstag auf der jährlichen Bilanzpressekonferenz in Stuttgart mitteilte.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2017 um neun Prozent auf 2,1 Milliarden Euro geklettert. Der Karlsruher Konzern profitierte unter anderem von Kostensenkungen und der Vollkonsolidierung der Ferngasgesellschaft VNG.

Anders als RWE und Eon und hat EnBW keine aufwendige Abspaltung vorgenommen, um die Energiewende zu vollziehen, sondern unter Mastiaux das komplette Unternehmen auf eine grüne Zukunft ausgerichtet. Laut der Strategie „EnBW 2025“ soll die konventionelle Stromerzeugung mittelfristig in den Planungen keine Rolle mehr spielen.

Der Konzern, der bis zur Katastrophe von Fukushima wie kein zweiter auf Atomenergie gesetzt hatte, soll sich als „nachhaltiger und innovativer Infrastrukturpartner“ für Groß- und Privatkunden positionieren. Geld verdienen will er mit Windparks, Transport- und Verteilnetzen sowie intelligenten Angeboten für seine Kunden Geld. Der Konzern will dabei sein Know-how beim Managen systemrelevanter Systeme, das er beim Betrieb von Atomkraftwerken oder bei den Stromleitungen nachgewiesen hat, nutzen, um auch in andere Infrastrukturbereiche vorzustoßen.

Dazu gehören etwa der Breitbandausbau oder die Elektromobilität. Ein Beispiel: Mit 128 Schnellladestationen für E-Autos versorgt der Konzern fast jede dritte Autobahnraststätte in Deutschland mit Strom. Bis 2021 soll diese Zahl auf 1000 anwachsen. „Der Bedarf gerade an kritischer Infrastruktur wird in den kommenden Jahren stark zunehmen. Und genau da sehen wir unsere Kernkompetenz: in der Planung, im Bau und im zuverlässigen Betrieb komplexer Infrastruktursysteme“, sagte Mastiaux.

Erneuerbare Energien sind für dem EnBW-Chef der wesentliche Wachstumstreiber. Vor allem in Windpark-Projekte auf hoher See will der Konzern investieren. Allein in dem Bereich will er bis 2025 das Ergebnis um 200 bis 300 Millionen Euro steigern. Das Ergebnis im Netzgeschäft soll von 2020 bis 2025 um 300 bis 400 Millionen Euro zulegen.

Dazu passt auch, dass RWE-Chef Rolf Martin Schmitz möglichst viele der konventionellen Anlagen des Konkurrenten EnBW übernehmen will. Die Gespräche dürften sich noch ziehen, aber die Transaktion könnte ein Milliardenvolumen erreichen. Offiziell kommentiere man aber „solche Marktgerüchte“ nicht, stellte EnBW-Finanzvorstand Thomas Kusterer am Donnerstag klar. Zu dem zwischen RWE und Eon geplanten Deal, wollte Mastiaux sich am Donnerstag nicht im Detail äußern. Aber natürlich werde man das sehr genau beobachten, sagte der EnBW-Chef.

EnBW hat aktuell 4800 Megawatt in Kohle- und Gaskraftwerken installiert. Das Portfolio ist breit gefächert. Sechs Kraftwerke betreibt der Energiekonzern in eigener Regie: Darunter sind lukrative Anlagen wie ein hochmodernes Kohlekraftwerk in Karlsruhe, das erst 2014 in Betrieb gegangen ist, und ein Heizkraftwerk in Heilbronn mit vielen Großkunden aus der Industrie. Es sind aber auch alte, unrentable Anlagen darunter.

Zudem hat die EnBW neun Blöcke der konventionellen Erzeugung mit 1670 Megawatt Leistung zur endgültigen Stilllegung angemeldet. Weil sie von der Bundesnetzagentur als systemrelevant eingestuft wurden, muss EnBW sie zur Absicherung des Stromnetzes aber bereithalten. Eine Aufgabe, die EnBW am liebsten ebenfalls abgeben würde.

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1 Kommentar zu "Energiekonzern: EnBW schreibt wieder schwarze Zahlen"

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  • ENERGIEKONZERN
    EnBW schreibt wieder schwarze Zahlen
    Nach hohen Verlusten erzielt der Konzern wieder einen Milliardengewinn.

    ....................

    Wieviel von dem Gewinn bekommt der VFB STUTTGART für die Tolle Werbung ?

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