Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Energie

Energiekonzern EnBW steht kurz vor Übernahme des Wind- und Solarunternehmens Valeco

Der Energiekonzern EnBW will ordentlich investieren – insgesamt zwölf Milliarden Euro. Teil der Strategie ist die Übernahme des französischen Anlagenbetreibers Valeco.
Update: 28.03.2019 - 11:37 Uhr Kommentieren
Für das Jahr 2025 peilt das Unternehmen ein Ergebnis von über drei Milliarden Euro an. Quelle: dpa
Energieversorger EnBW

Für das Jahr 2025 peilt das Unternehmen ein Ergebnis von über drei Milliarden Euro an.

(Foto: dpa)

Stuttgart Der drittgrößte deutsche Energiekonzern treibt seine Internationalisierung voran. Die Eigentümer haben die EnBW als exklusiven Bieter zur Übernahme der französischen Valeco-Gruppe ausgewählt. „Die Übernahme würde dem Ausbau unseres Erneuerbaren-Geschäfts einen weiteren Schub geben“, sagte EnBW-Chef Frank Mastiaux.

Das Kaufangebot der EnBW für den französischen Wind- und Solarprojektierers und Anlagenbetreibers Valeco wird in Branchenkreise auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag geschätzt. Der drittgrößte deutsche Stromversorger erhöht damit seine Kapazität in der Windkraft um 25 bis 30 Prozent.

Es wäre die größte Akquisition des Konzerns seit der Übernahme des Gasversorgers VNG. Das französische Recht sieht nun in einem nächsten Schritt obligatorisch vor, dass die Arbeitnehmervertreter des Unternehmens über dieses Angebot beraten können.

„Für die EnBW ist dies ein weiterer wichtiger Schritt beim konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien zu einer tragenden Säule des Unternehmens. Gemeinsam sehen wir in Frankreich gute Wachstumsperspektiven.“ Technikvorstand Hans-Josef Zimmer ergänzt: „Unser erklärtes gemeinsames Ziel ist es, mittelfristig zu den Top-5-Akteuren im Bereich Wind und Solar in Frankreich aufzusteigen

Die Übernahme ist Teil von EnBWs großangelegter Investitionsoffensive. Der Energiekonzern will Milliardensummen in seine Stromnetze und weitere Geschäfte stecken und zahlreiche neue Jobs schaffen. „Insgesamt wird die EnBW von 2021 bis 2025 etwa zwölf Milliarden Euro investieren, davon 80 Prozent in Wachstumsthemen“, sagte Mastiaux.

Valeco mit Sitz in Montpellier zählt zu den Top 10 der Anlagenbetreiber im französischen Markt für erneuerbare Energien. Das Unternehmen beschäftigt rund 135 Mitarbeiter in den Bereichen Wind Onshore und Solar und ist über die ganze Wertschöpfungskette – von der Entwicklung über den Bau bis zum Betrieb – in Frankreich aktiv. Mit einer installierten Leistung von 276 Megawatt Wind Onshore und 56 Megawatt Solar sowie einer Projektpipeline mit 1700 Megawatt erwirtschaftet Valeco derzeit einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro.

Die EnBW hat im Zuge ihrer Strategie 2020 bisher rund drei Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert. Bis Ende 2021 werde der Versorger voraussichtlich 3600 neue Mitarbeiter einstellen. „Wir wollen wachsen. Konkret wollen wir 2025 ein Ergebnis von mehr als drei Milliarden Euro erzielen. Das wäre mehr, als dieses Unternehmen je wirtschaftlich erreicht hat.

Neben der Ankündigung der Valeco-Übernahme präsentierte EnBW heute auf seine Zahlen für das vergangene Jahr. 2018 hatte der Konzern sein operatives Ergebnis (Adjusted Ebitda) um etwa zwei Prozent auf 2,2 Milliarden Euro gesteigert. Dies war einmal mehr dem Netzgeschäft zu verdanken, das sein Ergebnis vor allem dank der vollen Konsolidierung des ostdeutschen Gasnetzbetreibers VNG um 12,5 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro nach oben schraubte.

Der Ökostromsparte machten hingegen schwache Windverhältnisse zu schaffen. Ihr Ergebnis schrumpfte um zehn Prozent, im hart umkämpften Vertriebsgeschäft war der Rückgang sogar fast doppelt so hoch. Das staatlich regulierte Netzgeschäft ist auch bei Konkurrenten wie Eon oder Innogy die wichtigste Ertragssäule.

Unter dem Strich fuhr der Versorger einen Gewinn von 334 Millionen Euro ein – nach gut zwei Milliarden Euro vor Jahresfrist. EnBW verwies darauf, dass im Vorjahresergebnis hohe Einnahmen aus dem Verkauf von Wertpapieren enthalten waren, die für den mit der Bundesregierung ausgehandelten Atomfonds vorgesehen waren.

Die Aktionäre – im Wesentlichen das Land Baden-Württemberg und Kommunen – sollen für 2018 eine Dividende von 65 Cent je Aktie bekommen, 15 Cent mehr als zuletzt. Beim operativen Gewinn peilt Mastiaux ein Ergebnis zwischen 2,35 und 2,5 Milliarden Euro an.

Startseite

Mehr zu: Energiekonzern - EnBW steht kurz vor Übernahme des Wind- und Solarunternehmens Valeco

0 Kommentare zu "Energiekonzern: EnBW steht kurz vor Übernahme des Wind- und Solarunternehmens Valeco "

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote