Energie

Energiekonzern Eon verpasst bei Innogy-Übernahme die wichtige 90-Prozent-Marke

Der Energiekonzern hat weitere Aktionäre zum Verkauf bewegt, für den Squeeze-out reicht es nicht. Nun stehen komplexe Verhandlungen mit Hedgefonds an.
Update: 30.07.2018 - 14:57 Uhr Kommentieren
Eon sichert sich weitere Innogy-Anteile Quelle: dpa
Innogy

Die RWE-Tochter wird als Teil des Deals zwischen Eon und RWE zerschlagen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfNachdem die erste Frist ein enttäuschendes Ergebnis für Eon bereitgehalten hatte, konnte der Essener Energiekonzern nach Ablauf der zweiten Frist nun noch ein paar Innogy-Aktionäre von seinem Angebot überzeugen. Nach der Zusammenlegung von Eon und RWE-Tochter Innogy werden 86,2 Prozent der Innogy-Anteile bei Eon liegen.

Am 25. Juli endete die zweite Frist für die Minderheitsaktionäre bei Innogy, nach der sich knapp über neun Prozent der verbliebenen Aktionäre dafür entschieden hatten, das Angebot anzunehmen. Die erste Offerte von Eon wurde nur für 30,4 Millionen Aktien angenommen, nach der zweiten Runde steigt der Anteil nun auf 52,2 Millionen Aktien. Damit bleibt Eon allerdings unter der wichtigen 90-Prozent-Marke.

Im Zuge eines Milliardendeals zwischen den beiden Energieriesen RWE und Eon wird Innogy aufgespalten und zwischen den beiden Konzernen aufgeteilt. Dabei erhält RWE im Gegenzug für seinen Innogy-Anteil 16,7 Prozent der Eon-Aktien und mehrere Aktivitäten. Vor allem bekommt der Stromproduzent die erneuerbaren Energien von Innogy und sogar die von Eon. Eon wiederum wird sich damit auf die Sparten Vertrieb und Netze konzentrierten, will hier aber zu einem der größten europäischen Versorger aufsteigen.

Hätte Eon im Zuge der Offerte die 90-Prozent-Schwelle überschritten, hätte das dem Energiekonzern als Großaktionär erlaubt, einen sogenannten Squeeze-out einzuleiten, bei dem die restlichen Kleinaktionäre gegen eine Barabfindung aus dem Gesellschafterkreis gedrängt werden. Eon wird nun aller Voraussicht nach einen Beherrschungsvertrag mit Innogy anstreben, um die verbliebenen Minderheitsaktionäre auszuschließen. Das will der Konzern aber nur tun, wenn es auch zum Zeitpunkt der Zusammenlegung noch wirtschaftlich sinnvoll erscheint.
Laut Meldungen der Nachrichtenagentur Bloomberg war das auch der Plan einiger Hedgefonds, die mit dieser Taktik den Preis der Offerte hochtreiben wollten.

Eon hat den Minderheitsaktionären 38,40 Euro je Aktie geboten, inklusive der für 2018 zu erwartenden Dividende von 1,64 Euro. Das Barangebot lag bei 36,76 Euro. Am Stichtag notierte die Aktie bei 36,75 Euro und damit fast exakt gleich zum Angebotspreis.

Eon-Finanzvorstand Marc Spieker zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Bereits mit dem vereinbarten Erwerb der RWE-Mehrheitsbeteiligung hätten wir alle notwendigen Handlungsspielräume erhalten, um Innogy nach dem Vollzug der Transaktion in Eon zu integrieren“, heißt es in einem Statement des Konzerns.

Spieker wies auch darauf hin, dass zahlreiche Fonds erwartungsgemäß aufgrund interner Vorgaben, beispielsweise der Bindung von Fondsprodukten an Indizes, die Innogy enthalten, ihre Aktien gar nicht hätten andienen können.

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