Energie

Energiekonzern Eon vor Innogy-Übernahme mit guten Zahlen – die Blitzanalyse

Update: 08.08.2018 - 08:12 Uhr Kommentieren

„Eon ist voll auf Kurs“ – schießt man sogar über das Ziel hinaus?

DüsseldorfDie Übernahme von Konkurrent Innogy ist auf dem Weg. Die eigenen Geschäfte von Eon laufen in der Zwischenzeit ordentlich. Das zeigen die Zahlen für das erste Halbjahr, die der Energiekonzern am Mittwochmorgen vorlegte. Die wichtigsten Fakten.

  • Bereinigtes Ergebnis stieg vor Zinsen und Steuern (Ebit) um zehn Prozent
  • Überschuss ist zwar um 28 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro gesunken
  • Bereinigt um Sondereffekte kletterte er um 19 Prozent auf gut eine Milliarde Euro
  • Verschuldung sinkt dank Ausstieg aus Uniper um 18 Prozent auf knapp 16 Milliarden Euro

Das fällt positiv auf

Operativ lief es besser: Auf den ersten Blick hat Eon im ersten Halbjahr einen deutlichen Einbruch verzeichnet. Im Vorjahr hatte der Energiekonzern aber von einem unerwarteten Sondereffekt profitiert: Der Rückerstattung der vom Bund unzulässig erhobenen Brennelementesteuer. Bereinigt um Sondereffekte kletterte der Überschuss deshalb im ersten Halbjahr 2018 sogar. Die Kennziffer ist für die Aktionäre entscheidend, weil sich an ihr die Dividende bemisst.

Operativ liefen die Geschäfte besser als vor einem Jahr. Das bereinigte Ebit stieg im ersten Halbjahr um zehn Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Allerdings war die entsprechende Vorjahresperiode auch schwach gewesen. Vor allem im schwierigen Vertriebsgeschäft verbesserte sich die Lage. Im Vergleich zur schwachen Vorjahresperiode steigerte Eon das Ebit um acht Prozent auf 477 Millionen Euro. Dabei gewann Eon 100000 zusätzliche Kunden hinzu.

Lukrative Erneuerbare: Die Sparte erneuerbare Energien konnte das Ebit um 15 Prozent auf 236 Millionen Euro steigern. Das Geschäft wird Eon bei der Übernahme von Innogy aber an Innogy-Mutterkonzern RWE abgegeben. Eon wird sich auf Netz und Vertrieb konzentrieren. 

Eon vor Innogy-Übernahme mit guten Zahlen Quelle: dpa
Eon

Der Konzern legt gute Zahlen vor.

(Foto: dpa)

Das fällt negativ auf

Umsatzeinbruch im Netzgeschäft: Der Umsatz im Netzgeschäft ist auf den ersten Blick eingebrochen – um 30 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro. Das ist aber ein rein technischer Effekt durch die Anwendung neuer Bilanzierungsvorschriften, bei denen die von Eon eingesammelten Umlagen, wie die EEG-Umlage, anderes behandelt werden. Das operative Ergebnis bleibt davon unberührt. Und beim Umsatz kann der Vertrieb bei weitem nicht mit dem Netzgeschäft mithalten. Die Sparte erwirtschaftet mehr als die Hälfte des Konzernergebnisses: Knapp 1,1 Milliarden Euro.

Was jetzt passiert

Integration wird vorangetrieben: Eon-Chef Johannes Teyssen und sein Team müssen sich um eine erfolgreiche und reibungslose Umsetzung der geplanten Übernahme von Innogy kümmern. Die Offerte wurde jüngst abgeschlossen. Jetzt muss Eon die Integration der Teile vorbereiten, die der Konzern übernehmen will – Netz und Vertrieb. Dazu ist Eon vor kurzem ein entscheidender Schritt gelungen. Der Vorstand von Innogy stellte sich nach langem Zögern hinter die Pläne und will an einer erfolgreichen Umsetzung mitarbeiten. Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet Eon weiter mit einem bereinigten Ebit von 2,8 bis 3 Milliarden Euro. Damit würde es aber maximal den Vorjahreswert von gut drei Milliarden Euro erreichen.

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