Energie

Energiekonzern im Umbruch Terium denkt über die Aufspaltung von RWE nach

RWE-Chef Peter Terium schließt eine Aufspaltung nicht mehr aus, falls die Großhandelspreise für Strom weiter fallen. Nach wie vor hat offenbar auch ein arabischer Investor Interesse.
Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von RWE, sucht nach neuen Einkommensquellen. Quelle: dpa
RWE

Peter Terium, Vorstandsvorsitzender von RWE, sucht nach neuen Einkommensquellen.

(Foto: dpa)

DubaiRWE-Chef Peter Terium spielt wegen der fallenden Strom-Großhandelspreise mit der Möglichkeit einer Konzernaufspaltung. „Der Fall X ist noch nicht eingetreten, aber bei einem Strompreis von 28 Euro je Megawattstunde wird es allmählich spannend“, sagte der Manager in Dubai, ohne Einzelheiten zu nennen. „Es stellt sich die Frage, ob das Sparen reicht, um den Verfall der Strompreise zu kompensieren.“ Der Preis für eine Megawattstunde Strom hat sich seit Anfang 2012 fast halbiert und liegt derzeit bei 29,35 Euro.

RWE brechen deshalb die Einnahmen weg, der Gewinn soll in diesem Jahr weiter zurückgehen. Zudem drücken RWE Schulden von über 25 Milliarden Euro. Terium hat bereits die Kosten gesenkt und tausende Jobs abgebaut. „Immer mehr zu sparen, wird langsam schwer“, räumte er ein. Analysten erwarten eine Kürzung der Dividende. Die Ergebnisse des dritten Quartals legt der Konzern in der kommenden Woche vor.

„Blutspuren in unserer Bilanz“
Peter Terium
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„Das Unternehmen geht durch ein Tal der Tränen.“
(RWE-Chef Peter Terium bei der Quartalsbilanz im November 2013)

Bernhard Günther
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„Die niedrigen Strompreise hinterlassen ihre Blutspuren in unserer Bilanz.“
(RWE-Finanzvorstand Bernhard Günther, Mitte, im Mai 2014)

Peter Terium
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„Das Tal der Tränen ist also noch nicht durchschritten.“
(RWE-Chef Peter Terium bei der Jahresbilanz im März 2015)

Ingo Speich
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„RWE muss sich gesundschrumpfen und braucht an der Spitze keinen Visionär, sondern einen Sanierer.“
(Fondsmanager Ingo Speich bei der Hauptversammlung im April 2014)

Marc Tüngler
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„Womit verdient RWE in fünf Jahren sein Geld - das ist die Gretchenfrage.“
(Aktionärsvertreter Marc Tüngler bei derselben Hauptversammlung)

Matthias Hartung
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„Unabhängig von Länder- und Spartengrenzen: Es geht ums Überleben.“
(RWE-Kraftwerkschef Matthias Hartung im Juli 2015)

Terium hatte nach den Ende 2014 präsentierten Abspaltungsplänen des Konkurrenten Eon eine Aufspaltung nicht ausgeschlossen, dafür aber keine Notwendigkeit gesehen. Dies könnte sich aber wohl bei einem weiteren Strompreisverfall ändern. Das Management in Essen hält es für möglich, Beteiligungen in eine Atomstiftung zur Finanzierung der AKW-Verschrottung und der Müllbeseitigung einzubringen.

Ob es in dieser Form zu einer Einigung mit der Politik kommen kann, soll eine Kommission klären. „Wir waren noch nie so nah an einer Lösung“, sagte Terium. Eon hatte nach der geplanten Verlängerung der AKW-Haftungsgesetze die Pläne für eine Auslagerung der Atomkraftwerke in eine Tochter aufgegeben.

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