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Energie

Energiekonzern Mit Markus Krebber rückt ein Zahlenprofi an die RWE-Spitze

Im Sommer 2021 folgt der Finanzvorstand auf RWE-Konzernchef Rolf Martin Schmitz. Krebber soll das Zukunftsgeschäft der Erneuerbaren vorantreiben.
28.04.2020 - 17:38 Uhr Kommentieren
Der bisherige Finanzchef folgt auf Rolf Martin Schmitz. Quelle: Bloomberg
Markus Krebber

Der bisherige Finanzchef folgt auf Rolf Martin Schmitz.

(Foto: Bloomberg)

Düsseldorf Es wäre die perfekte Gelegenheit zum Schaulaufen gewesen: Schon vor Monaten hatte RWE die Investoren aus aller Welt für den 12. März nach London geladen. Der Konzern hatte gerade das Tauschgeschäft mit Konkurrent Eon besiegelt, jetzt wollten Vorstandschef Rolf Martin Schmitz und Finanzvorstand Markus Krebber den Analysten und Fondsvertretern endlich persönlich die wahrscheinlich anspruchsvollste Metamorphose erklären, die sich derzeit ein Großkonzern vorgenommen hat: den Wandel von der Kohlefirma zum grünen Stromproduzenten.

Und auch Krebber persönlich sollte sich präsentieren. Sein Chef hatte kurz zuvor in einem Interview den Abschied angekündigt. Die Investoren vermuteten, dass sie in London mit Krebber auch den künftigen RWE-Chef begutachten könnten. Das Schaulaufen fiel dann zwar bescheidener aus.

Die Präsentation wurde wegen der Coronakrise kurzfristig ins Internet verlegt. Aber an den Botschaften änderte sich nichts: RWE will Milliarden in die erneuerbaren Energien investieren und bis 2040 klimaneutral werden. Und jetzt ist auch endgültig klar, dass Krebber diese neue Strategie umsetzen wird. Der Aufsichtsrat beschloss am Dienstag den Wechsel zum 1. Juli 2021. Dann läuft Schmitz’ Vertrag aus.

„Ich war nie im Ausland tätig und werde im nächsten Jahr 64 Jahre alt. Das könnte ein guter Zeitpunkt sein, den Job in jüngere Hände zu geben“, hatte Schmitz seinen Abschied begründet. Und tatsächlich läutet RWE damit einen Generationenwechsel ein: Der gebürtige Rheinländer Schmitz ist ein Energiemanager alter Prägung.

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    Der promovierte Ingenieur hat seine gesamte Karriere in der Energiewirtschaft verbracht. Er hatte beim Stromproduzenten Steag begonnen, wechselte zur Veba, die im Eon-Konzern aufging – und landete schließlich bei RWE. Schmitz kämpfte erst für längere Laufzeiten der Kernkraftwerke und zuletzt für die Kohleförderung und -verstromung des Konzerns. Für Klimaaktivisten war Schmitz Feinbild Nummer eins.

    Exzellenter Ruf bei Investoren

    Der 47-jährige Krebber ist dagegen ein Finanzprofi und Quereinsteiger. Nach einer Lehre zum Bankkaufmann und Studium der Wirtschaftswissenschaften war der Mann mit der markanten Brille zunächst in der Unternehmensberatung und im Finanzdienstleistungssektor tätig, stieg bei der Commerzbank bis zum Bereichsvorstand Group Finance auf, ehe er 2012 zu RWE stieß.

    Dort leitete der Vater von fünf Kindern zunächst die Großhandelstochter RWE Supply & Trading, ehe er 2016, nach der Abspaltung von Innogy, RWE-Finanzvorstand wurde. In der neuen Energiewelt kann der groß gewachsene, sportliche Manager sein Finanz-Know-how gut gebrauchen.

    Das Geschäft mit Erneuerbaren ist international und kapitalintensiv. RWE braucht Partner und Investoren – bei denen genießt Krebber einen exzellenten Ruf. Sie schätzen ihn „als analytischen, smarten CFO“, der auch komplexe Herausforderungen hervorragend bewältigen kann.

    Mit Schmitz bildete Krebber in den vergangenen Jahren ein perfektes Duo. Gerade dank ihrer unterschiedlichen Fähigkeiten ergänzten sie sich gut, führten das Unternehmen seit der Abspaltung von Innogy im minimalistischen Zwei-Personen-Vorstand.

    Eon-Tauschgeschäft war gemeinsamer Coup

    Einen Konkurrenten im Vorstand brauche Krebber gar nicht zu fürchten, scherzte ein Kenner des Unternehmens schon vor Monaten. Und tatsächlich galt es schon lange als ausgemacht, dass nur der gebürtige Rheinländer Krebber nächster RWE-Chef werden konnte.

    Gemeinsam fädelten Schmitz und Krebber den Coup ein, der dem darbenden Kohlekonzern eine neue Zukunft eröffnete. Im Frühjahr 2018 vereinbarte RWE mit Eon ein spektakuläres Tauschgeschäft. Zum Opfer wurde dabei die Tochter Innogy.

    Eon sicherte sich die Sparten Netz und Vertrieb, RWE erhielt die erneuerbaren Energien von Innogy und jene, die Eon bisher in dem Bereich betrieb. RWE ist nun wieder ein großer Spieler im Zukunftsgeschäft der Erneuerbaren.

    „Dem Aufsichtsrat war es wichtig, frühzeitig eine Nachfolgeregelung zu treffen“, sagte Aufsichtsratschef Werner Brandt. Eine Entscheidung über Krebbers Nachfolge als Finanzvorstand gibt es noch nicht. Auch einen neuen Arbeitsdirektor hat RWE noch nicht: Schmitz hatte die Funktion in Personalunion ausgeübt.

    Mehr: Stromproduzent RWE steigert die Ergebnisse deutlich, Investoren hatten bei Ausblick und Dividende allerdings mehr erwartet. Die Aktie bricht ein.

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