Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Energie
Energieproduktion

RWE will führend im Geschäft mit erneuerbaren Energien werden.

(Foto: Paul Langrock/Zenit/laif)

Energiekonzern RWE will mit mehr Ökostrom zu den Weltmarktführern aufschließen

Mit grüner Energie wollen die Essener wieder zu Größe finden – das ist kein Selbstläufer. Zuletzt sind die Erträge der Windanlagen zurückgegangen.
Kommentieren

DüsseldorfFür die Umweltaktivisten vor und in der Grugahalle wird RWE wieder das optimale Feindbild abgeben. Seit Deutschlands größter Stromproduzent die Tochter Innogy 2016 abgespalten und an die Börse gebracht hat, ist er selbst nur noch auf die alte Energiewelt konzentriert: einerseits den Energiegroßhandel, andererseits die Stromproduktion, die ausschließlich in konventionellen Kraftwerken erfolgt – neben Gasanlagen sind das eben Atom- und Kohlekraftwerke.

Nach dem Tauschgeschäft mit Eon soll sich das Ende des Jahres schlagartig ändern. RWE bekommt nicht nur die erneuerbaren Energien, für die nach der Aufspaltung Innogy zuständig war, zurück. Der Energiekonzern bekommt auch die Anlagen, die derzeit Eon betreibt.

Die „neue RWE“ werde zu „einem global führenden Unternehmen im Geschäft mit erneuerbaren Energien“, schwärmt Vorstandschef Rolf Martin Schmitz schon – und unterlegt die Behauptung mit Fakten: RWE werde zum drittgrößten Produzenten von Strom aus erneuerbaren Energien in Europa. Bei Offshore-Windkraft werde RWE sogar zur Nummer zwei – weltweit.

RWE übernimmt viele Projekte

RWE wird Kapazitäten von neun Gigawatt übernehmen. Das ist zwar nicht einmal ein Viertel der 38 Gigawatt, die RWE aktuell in Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken installiert hat. RWE wird aber auch eine umfangreiche Projektpipeline übernehmen. Eon baut beispielsweise aktuell in Schweden einen der größten Onshore-Windparks Europas und in den USA einen weiteren Windpark – schon den 23. in Nordamerika.

Innogy baut derzeit vor der Ostküste Englands einen gewaltigen Offshore-Windpark mit einer Kapazität von 860 Megawatt. In Australien will das Unternehmen das derzeit größte Solarkraftwerk des Landes bauen, mit fast 350 Megawatt Leistung.

RWE will ab 2020 pro Jahr 1,5 Milliarden Euro netto in das neue Geschäft investieren und die Kapazitäten Jahr für Jahr um zwei bis drei Gigawatt aufstocken. Der Konzern hat bereits die Vorbereitungen getroffen und das Management der neuen Tochter RWE Renewables bestimmt. Die Führung soll die bisherige Eon-Managerin Anja-Isabel Dotzenrath übernehmen.

Die Gesellschaft soll in On- und Offshore-Windanlagen investieren, in Photovoltaik und Energiespeicher. Dabei soll sie die komplette Wertschöpfungskette abdecken – entwickeln, konstruieren, bauen, betrieben und vermarkten. Neben Europa will RWE vor allem in Amerika investieren – und sogar neue Märkte im asiatisch-pazifischen Raum erschließen.

Den erneuerbaren Energien gehört zweifellos die Zukunft – ein Selbstläufer ist das Geschäft aber nicht. Im vergangenen Jahr verdiente Innogy mit seinen erneuerbaren Energien weniger als im Jahr zuvor.

Die fortgeführten Innogy-Aktivitäten, wie RWE die Sparte im Vorgriff auf die neue Struktur ausweist, steuerte im Geschäftsjahr 2018 knapp 700 Millionen Euro zum Ergebnis vor Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) des RWE-Konzerns bei – das waren elf Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit wurde die angestrebte Bandbreite von 700 bis 800 Millionen Euro knapp verfehlt.

Die Windräder von Innogy warfen unerwartet wenig Strom ab, weil schlichtweg der Wind weniger stark als üblich wehte. Neben den ungünstigen Windverhältnissen fielen zudem Vorlaufkosten für neue Projekte an. Außerdem hatte Innogy im Jahr zuvor von einem Einmaleffekt profitiert – der Neubewertung eines Offshore-Windparks.

Aber auch wenn das Ebitda gesunken ist, sind die erneuerbaren Energien inzwischen eine wichtige Ertragssäule. Im vergangenen Jahr stammte fast die Hälfte des Ebitdas aus den „fortgeführten Innogy-Aktivitäten“. Alle Atomkraftwerke, Gasanlagen, Stein- und Braunkohlekraftwerke von RWE warfen zusammen weniger Ebitda ab als die Aktivitäten, die der Konzern von Innogy übernehmen wird.

Im laufenden Jahr soll das Ebitda der Aktivitäten auch wieder deutlich steigen: auf 800 bis 900 Millionen Euro. RWE rechnet mit einer besseren Auslastung der Windräder. Zudem gehen die nächsten Windanlagen ans Netz und werden die ersten Erträge abwerfen.

Handelsblatt Energie Briefing
Startseite

Mehr zu: Energiekonzern - RWE will mit mehr Ökostrom zu den Weltmarktführern aufschließen

0 Kommentare zu "Energiekonzern: RWE will mit mehr Ökostrom zu den Weltmarktführern aufschließen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote