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Energie

Energiemarkt Ökostromanbieter Lichtblick tauscht die Führung aus

Nach der Übernahme durch ein japanisches Konsortium verlassen langjährige Manager das Unternehmen. Deutschlands größte Ökostromanbieter soll neu ausgerichtet werden.
11.05.2020 - 14:04 Uhr Kommentieren
Das Hamburger Unternehmen ist nicht nur der größte Ökostromanbieter, sondern auch ein Pionier auf dem Energiemarkt. Quelle: dpa
Lichtblick

Das Hamburger Unternehmen ist nicht nur der größte Ökostromanbieter, sondern auch ein Pionier auf dem Energiemarkt.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Beim Ökostromanbieter Lichtblick wird alles neu. Der Eigentümer wechselt, die Strategie wird neu ausgerichtet – und jetzt wird auch die alte Führung ausgetauscht.

CEO Wilfried Gillrath und der Geschäftsführer Energiewirtschaft, Gero Lücking, scheiden im Laufe des Jahres aus. Damit verlassen die letzten Manager, die den Aufstieg des Newcomers in den vergangenen 20 Jahren zu Deutschlands fünftgrößtem Energieunternehmen begleitet haben, die Führung des Hamburger Unternehmens. Gründer Heiko von Tschischwitz hatte das Unternehmen schon 2017 verlassen. Künftig wird Lichtblick von einem Team aus vier Geschäftsführern gleichberechtigt geführt.

Lichtblick ist nicht nur der größte Ökostromanbieter Deutschlands, sondern war Ende der 90er Jahre auch ein Pionier auf dem deutschen Energiemarkt. Das Unternehmen wurde 1998 im Zuge der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes gegründet und ist einer der wenigen Newcomer, die sich bis heute gehalten und etabliert haben.

Derzeit versorgt Lichtblick mit einer Million Verträgen rund 1,7 Millionen Menschen mit Strom und Gas und erwartet 2020 einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro. Zuletzt hatte sich Lichtblick das Heizstromgeschäft von Eon gesichert, das der Energiekonzern im Zuge der Übernahme von Innogy abgeben musste. Auf dem Strommarkt sieht sich Lichtblick selbst als Nummer fünf.

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    Die Selbstständigkeit haben die Hamburger aber schon in den vergangenen Jahren verloren. Anfang 2017 war der niederländische Versorger Eneco mit 50 Prozent eingestiegen, Ende 2018 übernahm er die restlichen Anteile. Jetzt wurden die Niederländer selbst von den kommunalen Eigentümern verkauft – an ein Konsortium um den japanischen Mischkonzern Mitsubishi.

    Und nun gibt es auch den endgültigen Bruch mit der alten Führung. Nach Gründer Heiko von Tschischwitz werden jetzt auch Gillrath, 48, und Lücking, 56, aus dem Unternehmen gedrängt. Gillrath war seit 2001 bei Lichtblick, Lücking seit 1999.

    Lichtblick soll digitaler werden

    „Mit Mut und Weitsicht haben Wilfried Gillrath und Gero Lücking über zwei Jahrzehnte entscheidend den Erfolg von Lichtblick als Pionier und Marktführer für Ökostrom gestaltet“, würdigte Verwaltungsratschef Marc Stilke die Verdienste der beiden. Tatsächlich gehen die beiden Manager, wie es im Umfeld des Unternehmens heißt, nicht freiwillig. Sie müssen der Neuausrichtung Platz machen.

    Lichtblick will die Digitalisierung radikal vorantreiben. Die Ansprache der Kunden, der Auftritt am Markt, die Wechselprozesse – alles wird neu aufgesetzt und digitalisiert. Im Herbst ist auch ein Markenrelaunch geplant. Aber es mangelt an Innovationen.

    „Im Fokus steht die konsequente Digitalisierung aller Produkte und Dienstleistungen“, erläuterte Stilke: „Das Management-Team richten wir auf diese ambitionierten Ziele aus.“

    Schon im Sommer vergangenen Jahres wurde Constantin Eis, 37, zum Chief Commercial Officer berufen. Er kam vom Direct-to-Consumer-Start-up Casper und treibt seither die Digitalisierung voran. Neu hinzu kommt nun auch Enno Wolf, 47, der zuletzt als Geschäftsführer des dänischen Energieunternehmens Orsted Markets und Sales in Deutschland gearbeitet hat. Er übernimmt als Geschäftsführer die Verantwortung für die Themen Energiewirtschaft sowie neue Produkte und Dienstleistungen. Von ihm erhofft sich der Verwaltungsrat vor allem neue Produktideen.

    Von der Muttergesellschaft Eneco tritt zudem Hans Bongartz, 52, in die Geschäftsführung ein. Er leitete bisher das Corporate Development bei Eneco und soll die konzernweite Zusammenarbeit und die Unternehmensentwicklung koordinieren. Chief Financial Officer bleibt Mustafa Özen, 47.

    Auch der Verwaltungsrat bekommt neue Mitglieder: Christoph Bornschein, Geschäftsführer der Agentur für Digitales Business TLGG, soll das Unternehmen in Technologie- und Markenfragen beraten. Zudem verstärkt Hans Peters, Chief Commercial Officer von Eneco, das Aufsichtsgremium.

    Mehr: Wie der dänische Konzern Orsted den Aufstieg zum Windriesen schaffte

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