Energiepolitik: Atomkraft, ja bitte? Was Frankreichs Kernenergie-Offensive für Deutschland bedeutet
Erlebt die Atomkraft international dank neuer Reaktorkonzepte ein Revival, während in Deutschland die letzten Meiler vom Netz gehen?
Foto: HandelsblattGundremmingen, München. Als nur noch die Schreie eines Krähenschwarms an diesem eisigen Nachmittag die Stille zerreißen, erscheint die Friedhofsstimmung perfekt. Plötzlich öffnet sich der Dezembernebel, die zarten Umrisse eines Kühlturms erscheinen. „Das ist der Kühlturm von Block C, der einzige noch aktive“, schwäbelt Daniel Spannbauer und wirkt zufrieden.
Vor dem Treffen am Atomkraftwerk Gundremmingen hat der 45-Jährige vom Pro-Atomkraft-Verein Nuklearia noch einen Landschaftskalender mit Motiven des AKW im „Dorflädle“ gekauft. Durch das Kraftwerk im bayerischen Landkreis Günzburg, „das so sicher und sauber ist, dass man vom Boden essen kann“, hat er sich oft führen lassen.
Der gelernte Konstruktionsmechaniker hat schon vor allen der sechs noch aktiven AKWs in Deutschland demonstriert. Wohlgemerkt: für die Atomkraft, laut Spannbauer „die stärkste Waffe gegen den Klimawandel“. Spannbauer, grau-blauer Anorak und Jeans, deutet in den Nebel. „Block C ist schon am Runterfahren, es dampft kaum mehr.“ Am 31. Dezember spätabends „ist es dann so weit“, sagt Spannbauer und wendet sich ab.