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Energie

Energieunternehmen RWE will nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investieren

Der Energiekonzern setzt vor den Verhandlungen über den Kohleausstieg ein Zeichen: Er legt die Planungen für eine weitere Anlage endgültig zu den Akten.
Update: 26.04.2019 - 12:49 Uhr Kommentieren
RWE will nicht mehr in neue Kohlkraftwerke investieren Quelle: dpa
RWE

Der Energiekonzern will nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investieren.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Auf der Hauptversammlung wird RWE am Freitag nächster Woche wieder am Pranger stehen: Umweltaktivisten werden den Energiekonzern vor und in der Essener Grugahalle als Kohleverstromer Nummer eins kritisieren.

Im Vorfeld setzt der Energiekonzern aber ein Zeichen: Er beendet die letzten Planungen für neue Kohlekraftwerke. „Der künftige Fokus von RWE liegt auf der Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien“, teilte der Konzern am Freitag mit, „folgerichtig wird das Unternehmen nicht mehr in neue Kohlekraftwerke investieren.“ Die Planungen für das Vorhaben BoAplus, ein Braunkohlenkraftwerk am Standort Niederaußem, seien eingestellt worden.

„Das Ende von BoAplus macht zumindest etwas Hoffnung, dass RWE den verkrampften Kampf für die Kohle doch noch aufgibt und endlich die Realität von Kohleausstieg und Energiewende anerkennt“, sagte Wibke Brems, Sprecherin für Energie und Klimaschutz der Grünen im NRW-Landtag. Jetzt müsse sich das Unternehmen schnell zum Erhalt des Hambacher Waldes bekennen und Klarheit für die von Umsiedlung bedrohten Menschen schaffen, sagte Brems.

RWE hatte sich bis heute die Option offen gehalten, im rheinischen Braunkohlerevier eine neue, effiziente Anlage zu bauen. Realistisch war der Bau zwar schon seit Längerem nicht mehr – und spätestens seit die Kohlekommission Ende Januar einen Fahrplan für den Kohleausstieg vorgeschlagen hat, ist die jetzt getroffene Entscheidung folgerichtig. Bisher hatte sich der Energiekonzern aber gewehrt, das Projekt endgültig zu beerdigen – und stand deshalb in der Kritik von Klimaschützern.

RWE-Chef Rolf Martin Schmitz geht damit in Vorleistung für die anstehenden Verhandlungen mit der Bundesregierung über die Modalitäten des Kohleausstiegs – vor allem über die Frage nach Entschädigungen. Die Kohlekommission hat zwar vorgeschlagen, die Förderung und Verstromung von Kohle in Deutschland bis 2038 zu beenden. Bislang sind das aber nur Empfehlungen. Die Kohlekonzerne fordern Entschädigungen.  

„Neue Kohlekraftwerke haben in unserer Zukunftsstrategie keinen Platz mehr“, sagte RWE-Chef Schmitz: „RWE wird nach Abschluss der Transaktion mit Eon einer der global führenden Erzeuger im Bereich Erneuerbare Energien sein.“

Schmitz hatte im März 2018 mit Eon-Chef Johannes Teyssen ein umfangreiches Tauschgeschäft vereinbart. Dabei wird RWEs Tochter Innogy zerschlagen. Während Eon die Bereiche Netz und Vertrieb übernimmt, bekommt RWE die Erneuerbaren Energien von Innogy und auch die Aktivitäten in diesem Bereich, die derzeit Eon gehören. RWE wird dann wieder die komplette Spannbreite an Strom anbieten – von Wind- und Solarenergie über Gas- zu Kohlestrom.

RWE stellte aber auch klar, dass es sich zunächst nur vom Neubau verabschiedet. Angesichts des Anteils von Erneuerbaren Energien am heutigen Strommix in Deutschland von rund 40 Prozent sei man überzeugt, „dass bestehende Kohlekraftwerke noch als Backup-Kapazität benötigt werden, auch wenn ihr Anteil immer weiter zurückgehen wird“.

Neue Kraftwerke und Speicher würden benötigt, um die Versorgung für einen Industriestandort wie Deutschland dauerhaft zu gewährleisten. Hierfür werde das Unternehmen in Erneuerbare Energien, Speichertechnologien und CO2-arme Technologien wie etwa Gasanlagen investieren, wenn die Marktbedingungen dies erlauben.

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