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Energie
Stromzähler

Schon seit Sommer steigen die Strompreise deutlich.

(Foto: dpa)

Energieversorger Für Millionen Verbraucher steigen die Strompreise zum Jahreswechsel

Im vergangenen Jahr sind die Stromkosten stabil geblieben. Seit dem Sommer ziehen sie aber wieder an – und der Trend wird 2019 anhalten.
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DüsseldorfFür Millionen Verbraucher in Deutschland fängt das neue Jahr schlecht an: Die Strompreise steigen. 444 Stromversorger haben für Januar und Februar schon eine Erhöhung des Grundtarifs angekündigt – und damit mehr als die Hälfte der 820 Grundversorger.

Durchschnittlich steigen die Preise dabei um knapp fünf Prozent. Die betroffenen Haushalte müssen damit rund 55 Euro mehr im Jahr bezahlen. Das geht aus einer aktuellen Analyse des Verbraucherportals Verivox hervor, die dem Handelsblatt vorliegt. Nur acht Anbieter haben angekündigt, ihre Preise zu senken.

Schon seit Sommer steigen die Strompreise deutlich. Zwischen Juli und Dezember hat sich der durchschnittliche Preis dem Verbraucherpreisindex von Verivox zufolge um rund drei Prozent auf aktuell 28,40 Cent je Kilowattstunde (KWh) erhöht. Im Januar wird er weiter auf 28,68 Cent klettern.

Eine repräsentative Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 KWh bezahlt dann 1147 Euro – 44 Euro mehr als noch im Juli. In den Index fließen die Grundtarife der rund 820 deutschen lokalen Versogern ein sowie die Angebote der 30 größten überregionalen Anbieter.

Dabei waren die Strompreise in der ersten Jahreshälfte noch auf bis zu 27,44 Cent je KWh gesunken – und über das gesamte Jahr gesehen stabil geblieben. Inzwischen schlagen aber die höheren Notierungen im Großhandel bei den Verbrauchern voll durch.

„Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem die Steuern, Umlagen und Abgaben das Preisniveau beim Strom gesteigert haben, liegt es aktuell vor allem an den gestiegenen Beschaffungspreisen der Stromversorger. Diese sind im Jahresverlauf um fast ein Drittel gestiegen“, sagt Mathias Köster-Niechziol, Marktexperte bei Verivox.

An der Leipziger Strombörse EEX hat sich der Preis für eine Kilowattstunde Strom, die im kommenden Jahr geliefert werden soll, seit Anfang des Jahres von rund 3,6 Cent auf mehr als 5,5 Cent erhöht. Damit ist der Stromeinkauf für die Versorger teurer geworden.

Zwar machen die Beschaffungskosten inzwischen nur einen kleineren Teil des Strompreises aus – Netzentgelte, Steuern und Umlagen sind für den größten Teil verantwortlich –, der Preissprung im Großhandel ist aber signifikant.

Viele Versorger haben Preiserhöhungen verschoben

Und der Trend wird anhalten: „Der Trend zu höheren Strom- und Gaspreisen wird sich im kommenden Jahr nicht ändern. Derzeit sind weder steuerliche Entlastungen noch deutliche Senkungen der Großhandelspreise abzusehen“, sagt Marktexperte Köster-Niechziol.

Auch Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale, rechnet mit weiteren Preiserhöhungen: „Viele Versorger haben ihre Preiserhöhungen inzwischen auf März, April oder Mai verschoben“, sagt er: „Sie hoffen offenbar, dass das dann nicht so hohe Wellen schlägt.“

Sieverding findet die Begründung für die Strompreiserhöhungen aber ärgerlich: „Jahrelang sind die Preise im Großhandel gesunken – und die Preise für Endkunden nicht im selben Maß“, sagt er, „Jetzt steigen die Beschaffungskosten zum ersten Mal seit langem – und die Versorger heben direkt ihre Tarife an. Das beschädigt die Glaubwürdigkeit der Branche.“

Verbraucher müssen sich Preiserhöhungen aber nicht gefallen lassen – vor allem nicht im teuren Grundtarif. Wer zu einem Billiganbieter wechselt, kann teilweise mehrere hundert Euro sparen. Er muss aber aufpassen. „Die Billiganbieter arbeiten auch mit allen Tricks – und heben regelmäßig ihre Preise an“, sagt Sieverding. Verbraucher müssen die Preise weiter im Blick behalten – und im Zweifel wieder wechseln.

Aber auch wer bei seinem lokalen Versorger bleiben will, muss Preiserhöhungen nicht klaglos akzeptieren: „Auch Stadtwerke haben Sondertarife – und Nachverhandlungen sind oft möglich“, sagt Sieverding.

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