Energie

Energieversorger Gewinn von Eon geht weiter zurück

Der Energieversorger Eon kämpft sich weiter durch die Krise. Auch im abgelaufenen Quartal verdienten die Düsseldorfer weniger. Die Anleger kann das nicht mehr schocken.
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Schwierige Zeiten für den Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen. Quelle: dpa

Schwierige Zeiten für den Vorstandsvorsitzende von Eon, Johannes Teyssen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Düsseldorfer Energieversorger Eon hat im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2013 weniger verdient. Das Unternehmen erzielte nur noch ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 3,6 Milliarden Euro – im Vorjahreszeitraum waren es 200 Millionen Euro mehr.

Die Anleger hatten jedoch bereits mit schlechten Ergebnissen gerechnet und so bewegte sich der Kurs der Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen kaum. Eon steht wie auch seine Konkurrenten wegen der Umstellung auf erneuerbare Energien und den damit verbundenen Investitionen unter Druck. Gleichzeitig hat sich die Konkurrenzsituation auf dem Strommarkt verschärft. Seit der Liberalisierung haben sich zahlreiche neue Anbieter etabliert. Allein zwischen 2009 und 2011 hat sich die Zahl der Stromanbieter von 25 auf 50 verdoppelt, heißt es in einer Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

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Anteil an der Stromerzeugung, in Prozent

Langsam voran kommt Eon mit dem Abbau seiner hohen Schulden. Die wirtschaftliche Nettoverschuldung des Konzerns betrug zum Stichtag 31. März 2013 insgesamt 31,6 Milliarden Euro - das entspricht einer Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 Milliarden Euro. Wesentliche Gründe waren Verkäufe von Beteiligungen.

Die Desinvestitionen sollen dem Konzern helfen, die Bilanz zu verbessern. Zuletzt hatte Eon seine Tochter Eon Energy from Waste, größter Betreiber von Müllverbrennungsanlagen in Deutschland, an den schwedischen Finanzinvestor EQT verkauft. Auch der Verkauf des Strom- und Gasversorgers Eon Thüringer Energie rückt näher.

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23 Kommentare zu "Energieversorger: Gewinn von Eon geht weiter zurück"

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  • Hm, welcher Tanker ist maroder? RWE sicher ziemlich, EnBW noch mehr, E.On sieht noch am günstigsten aus. Aber wenn die Dividende da ist, investiere ich lieber in meine nächste PV-Anlage statt in einen Großversorger...

  • Und?
    Der Strom von meiner bar bezahlten PV-Anlage kostet 0 ct/kWh für die nächsten 20 - 30 Jahre. Warum sollte ich, wenn ich einen Puffer habe, noch Strom kaufen wollen? Wenn die Anlage mal stehen sollte speise ich mit dem Dieselgenerator für 799,- ein. Insgesamt also 6000,- die ich in nicht mal 3 Jahren eingespielt haben werde, weil auch Gas jetzt nicht mehr gebraucht wird...

    Das ROI sieht blendend gut aus.


  • @Unbundlinger: das liegt dann aber am Unternehmen selber, dass die Mitarbeiter so "stumpf" sind.. und der Energieerzeuger hat mit Energielieferant auch wieder (fast) nichts zu tun. Es gibt für jeden Dreck Marktrollen etc. (Netz, Vertrieb, Handel, Messstellenbetreiber, Erzeuger usw.) (Sie können sich ja den Messstellenbetreiber auch aussuchen, der hat dann gar nichts mit dem Netz oder Vertrieb zu tun)

    Auf jeder Rechnung stehen die Netzkosten (Messung, Abrechnung etc.) gesondert drauf. (ist ebenfalls vorgeschrieben wie das auszusehen hat)
    Der Gesetzgeber hat wirklich jeden Mist reguliert und vorgeschrieben. Das gilt EU weit und ich denke den Vorwurf, dass es keine echte Trennung zw. Netz und Vertrieb gibt, ist nicht gerechtfertigt. Die Energieversorger geben seit Jahren Unsummen aus für Softwaremüll, Personal, Rechtsanwälte usw. um den ganzen Mist, im Namen des Kunden und Wettbewerb, erfüllen zu können. Da bleibt kein Geld und keine Zeit, um sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft zu konzentrieren.

    Verstehen Sie mich nicht falsch - ich halte die ganze Energiepolitik der EU und D für völlig abartig und krank.

    Unsere Energie wird in paar Jahren nur noch aus Umlagen bestehen und es wird gar keinen Wettbewerb mehr geben - wir werden den Strompreis vom Staat diktiert bekommen und fertig. Wo soll den Wettbewerb stattfinden bei ca. 3,8 ct/kWh (baseload) im Strompreis? - Tendenz fallend -

    Und welcher Mensch braucht zwei Rechnungen, eine vom Netz und vom Vertrieb - was bringt das dem Kunden? gar nichts - die Netzentgelte sind immer gleich, egal ob er einen alten oder neuen Energielieferanten hat. Völliger Unsinn! Die Netzentgelte sind im Übrigen auch reguliert -Stichwort: Anreizregulierung

    Dem Kunden bringt so was überhaupt gar nichts.. Seit 1999 hat das ganze Theater dem Kunden sowieso nichts gebracht - außer Verwirrung und Ärger.

  • @Antiillusionist

    Aha - dann sind also Merkel und Rösler auch Schuld daran, dass EON so viele Fehlgriffe im Ausland gemacht hat.

    Die Politik trägt sicherlich auch zu Unsicherheiten bei. Aber starre Unternehmen, wie EON sind ohne massive Hilfe aus der Politik offensichtlich nicht überlebensfähig. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man Ihren Beitrag liest. Dann bitte schön, ist es Zeit, dass EON endlich abgewickelt wird.

    Oder werden Merkel und Rösler auch verantwortlich sein, wenn EON in der Türkei und Brasilien Schiffbruch erleidet?

    Das Management von EON ist seit Jahren überfordert. Dies wird Jahr für Jahr gesteigert und zwar in dem Umfang in dem der Aktienkurs fällt.

  • Herr "Stratege"...in einem Mix aus neuen und abgeschriebenen Braunkohlekraftwerken lässt sich ein bedarfsgerechter Strom für ca. 2,5 - 4 c/kWh herstellen. Steinkohlenstrom kostet etwa 5c/kWh. Der Strom aus abgeschriebenen, umweltfreundlichen Kernkraftwerken kostet ca. 1,5 - 2c/kWh.

    Die Subventionssätze für wertlosen Windstrom betragen 9,3c/kWh und für gleichfalls wertlosen Solarstrom je nach Grösse 10 - 20c/kWh. Meines Erachtens ist das ein klein wenig teuer.

    Die Speicherung von Strom in Pumpspeicherwerken kostet mehr als dessen Erzeugung in Kernkraftwerken, oder Braunkohlekraftwerken. Andere Speicheroptionen wie Redox Batterien mit externen Speicher (aus meiner Sicht die beste Lösung für eine 2-Wochen Speicherung), Wasserstoffgas, Methan sind wesentlich teurer und nur ökoreligiös zu verstehen.

    Mit der Aussage dass eine dezentrale Stromversorgung unbezahlbar ist, haben Sie die erste Aussage getroffen die sich mit den technisch/wirtschaftlichen Gegebenheiten im Einklang steht.

    Der Stromverbrauch eines Haushalts schwankt zwischen 0 und ca. 5 kW. Je mehr Haushalte an einem Netz hängen desto besser gleichen sich die Verbrauchsschwankungen aus. Auf der Erzeugerseite gibt es Kraftwerksausfälle, Revisionen etc. Je mehr Kraftwerke auf der Erzeugerseite stehen desto geringer muss die relative Regelstromkapazität sein. Die relativen Kosten eines Kraftwerks sinken mit der Grösse. Insgesamt haben sich in nahezu allen Ländern zentrale Netze mit Grosskraftwerken von 800 - 1200 MW durchgesetzt.

    Vandale

  • @Marb

    Das von Ihnen genannte Unbundling ist doch ein Witz.

    Selbst die Ableser der Zähler wissen nichts davon. Die können Ihnen noch nicht mal sagen, ob sie für den Energierzeuger oder Netzbetreiber ablesen. Man sollte schon wissen, bei wem man angestellt ist und vom wem der Arbeitsvertrag stammt. Das Unbundling existiert nur auf dem Papier. Österreich ist da viel weiter. Ich kann dem nur zustimmen, dass Deutschland ein "Rückwärtsgang-Land" ist. Sämtliche Kompetenzen in puncto Fortschritt und Innovation geben wir auf! Die Welt um uns herum schläft nicht. Wenn wir so weitermachen, verlieren wir ganz den Anschluss.

  • Was ist denn unwirtschaftlich an Erneuerbaren? Der bei vielen Anlagen fehlende Puffer, sonst nix.

    Manchmal denke ich, dass Sie bei Ihren Ausführungen den "Preis" mit dem "Wert" verwechseln. Dezentrale Energieversorgung ist unbezahlbar wertvoll! Und der Preis dafür wird aufgebracht, ohne dass unbedingt immer eine Kosten-Nutzen-Rechnung dahinter steht. Unabhängigkeit ist kein Preis, sondern ein Wert, hat aber natürlich ihren Preis. ;-)

  • E.On ist ein schwerfälliger, maroder Tanker auf dem Stand 1960er Jahre, damit ist alles gesagt.

    Und von diesen Tankern gibt es einige in der DAX-Familie.

  • Nachtrag: Im zweiten Absatz muss es Versorger heißen, nicht Verbraucher.

  • Beim Kunden gibt es in Österreich eine Rechnung vom Netzbetreiber und eine Rechnung vom Energielieferanten.

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